Mitte-Deutschland-Bahnverbindung zwischen Weimar und Gößnitz: Hoffnung auf Ausbau und Elektrifizierung
Die Hoffnung auf einen zukunftsträchtigen Ausbau der Mitte-Deutschland-Bahnverbindung zwischen Weimar und Gößnitz scheint in Thüringen wieder lebendig zu werden. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat nun seine Unterstützung für dieses Projekt bekräftigt. Der Ausbau, dessen Planung seit Jahren auf dem Tisch liegt, wurde von vielen als überfällig erachtet. Doch das große Problem bleibt die Finanzierung. Im aktuellen Haushalt ist für die Thüringer Strecke kein Geld eingeplant, und die Verhandlungen über den Etat für 2027 laufen noch. Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) gibt dennoch die Zuversicht nicht auf und rechnet mit einem Baustart im Jahr 2027.
Es sieht also so aus, als ob die Mittel für den Streckenausbau, der insgesamt 600 Millionen Euro kosten soll, noch in der Schwebe sind. Ein entscheidendes Element für den Ausbau ist die Elektrifizierung der 115 Kilometer langen Strecke, die aktuell nur bis Weimar, Jena und ab Gößnitz elektrifiziert ist. Um die Züge künftig effizient mit Strom zu versorgen, wird eine neue Bahnstromleitung nötig sein. Zudem sollen auch Bahnübergänge, Durchlässe, Brücken und Haltepunkte modernisiert werden. Ein zweites Gleis soll die eingleisigen Abschnitte zwischen Papiermühle und Bad Klosterlausnitz sowie zwischen Töppeln und Gera ergänzen, allerdings ist die Finanzierung für diesen Teil des Projekts noch unklar.
Die Bedeutung der Verbindung
Die Mitte-Deutschland-Verbindung ist nicht nur für Thüringen wichtig, sondern spielt auch eine bedeutende Rolle für die europäische Anbindung zwischen dem Rhein/Ruhr-Gebiet und Polen. Schütz betont, dass eine schnellere Verbindung von Sachsen über Thüringen in den Westen Deutschlands ermöglicht werden soll. Dies könnte die Reisezeiten erheblich verkürzen und den regionalen Verkehr ankurbeln. Allerdings wurde zu Beginn des Jahres bekannt, dass der Bau möglicherweise nicht wie geplant beginnen kann. Laut dem Bundesverkehrsministerium fehlen bis 2029 rund zwei Milliarden Euro für mehrere Bahnprojekte, was die Situation noch drängender macht.
Die Kosten für den Teilabschnitt von Weimar über Gera nach Gößnitz belaufen sich auf 544 Millionen Euro. Die gesamte Strecke der Mitte-Deutschland-Verbindung misst beachtliche 517 Kilometer. Wenn alles gut geht, könnte die vollständige Elektrifizierung der Strecke schnellere Fernverkehrsverbindungen von Chemnitz und Dresden über Erfurt in die Rhein-Main-Region und das Ruhrgebiet ermöglichen. Ein echtes Plus für alle Reisenden.
Finanzierungsproblematik
Wie so oft bei großen Infrastrukturprojekten hängt alles von der Finanzierung ab. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) ist die zuständige Behörde für die Bewilligung von Bundeszuwendungen zur Schieneninfrastruktur. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der im Bundeshaushalt verfügbaren Mittel und gemäß dem Bedarfsplan für die Bundesschienenwege. Dabei gibt es klare Vorgaben: Neubau-, Ausbau- und Ersatzinvestitionen werden gefördert, allerdings müssen die Anträge sorgfältig geprüft werden. Bei unsachgemäßer Verwendung von Bundesmitteln können diese sogar mit Zinsen zurückgefordert werden. Das zeigt, wie sensibel der Umgang mit öffentlichen Geldern ist.
In Zeiten, in denen die Mittelvergabe im Verkehrssektor oft unter Druck steht, wird es eine Herausforderung sein, die benötigten Gelder zu mobilisieren. Doch die Verantwortlichen scheinen entschlossen, alternative Finanzierungsquellen zu prüfen, darunter das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität sowie mögliche Umschichtungen im Verkehrshaushalt. Auch die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) hat eine Finanzierungszusage des Bundes für den Ausbau gefordert. Sie betont, dass der Bundeskanzler das Projekt unterstützt hat – jetzt muss es nur noch ins Rollen kommen.
