Heute ist der 17.06.2026 und in Nordhausen gibt es Neuigkeiten, die aufhorchen lassen. Der Nordhäuser Horizont-Verein, der seit über 30 Jahren im sozialen Gewerbe tätig ist, sieht sich gezwungen, sich neu zu erfinden. Geschäftsführer René Kübler hat nun die geplanten Veränderungen vorgestellt, die für viele Mitarbeitende und Klienten einschneidende Folgen haben werden.

Die Horizont-Werkstätten in Heringen und Ellrich werden geschlossen, was nicht nur die Arbeitsplätze dort betrifft, sondern auch die Zukunft zahlreicher Menschen, die auf die Unterstützung des Vereins angewiesen sind. Das Schullandheim Harz-Rigi wird nur noch punktuell genutzt und soll zum Jahresende eingestellt werden. Eine „gesunde Schrumpfung“ wird angestrebt, da die Grundlagen in der Sozialpolitik sich geändert haben und die Zuschüsse im Sozialbereich sinken. Kübler berichtet, dass die Verhandlungen mit Kostenträgern schwieriger geworden sind. Der europäische Sozialfonds (ESF) wird zudem in einen größeren Fördertopf überführt, was die Finanzierung sozialer Projekte betrifft.

Finanzielle Herausforderungen und Personalabbau

Der Verein gibt jährlich rund 400.000 Euro für interne Querfinanzierungen aus. Ein hoher Betrag, der nicht mehr langfristig tragbar ist. In den letzten vier Jahren gab es etwa 50 Kündigungen, und der Vorstand wurde von fünf auf drei Stellen reduziert. Die jährliche Querfinanzierung soll nun auf rund 100.000 Euro begrenzt werden. Das klingt nach einer drastischen Maßnahme, die zeigt, wie ernst die Lage ist.

Von den sechs Werkstätten des Vereins werden zwei geschlossen. Eine der verbleibenden Werkstätten, die Bleicheröder Werkstatt, wird über ein Arbeitsmarktprojekt finanziert, wobei der Landkreis 150.000 Euro für die Durchführung des Projekts bereitgestellt hat. Mobile Arbeitsgelegenheiten sollen in Zukunft alle zwei Wochen in Heringen und Ellrich angeboten werden. Ein kleiner Lichtblick inmitten der finanziellen Unsicherheit.

Neue Wege und Perspektiven

Ein besonders heikles Thema ist der ökologische Gartenbau in Herreden, der mit 60.000 Euro im Minus steht. Doch vielleicht gibt es auch hier eine zukunftsträchtige Perspektive. Kübler prüft die Ausgründung eines eigenständigen Inklusions-Unternehmens, das Menschen mit Behinderungen beschäftigen soll. Essenzielle Projekte wie Schulsozialarbeit und Jugendgerichtshilfe sollen weiterhin bestehen bleiben, was zeigt, dass der Verein trotz der Herausforderungen an seinen Wurzeln festhalten möchte.

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Unter dem Motto „Horizont 2.0“ plant René Kübler eine neue Ausrichtung, die die ursprüngliche Idee des Vereins fortführen soll. Es ist ein mutiger Schritt in ungewissen Zeiten, der sowohl Hoffnung als auch Fragen aufwirft. Wie wird sich der Verein in der Zukunft entwickeln? Welche Unterstützung wird er in der neuen Struktur finden? Die kommenden Monate werden zeigen, in welche Richtung die Reise geht.

Wer mehr über die Hintergründe und Details erfahren möchte, kann sich auf der Webseite informieren: nnz-online.de.

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