Im malerischen Saale-Holzland-Kreis, genauer gesagt auf dem Biohof Gönnamühle, fand vom 18. bis 21. Juni eine ganz besondere Aktion statt. Drei Freiwillige aus Berlin und Leipzig haben sich aufgemacht, um mit Landwirt Olaf Möller und seinem Team zu arbeiten. Unter dem Motto „Hof mit Zukunft“ brach das Eis zwischen Aktivisten und Landwirten. Ziel war es, den Dialog zu fördern und das gegenseitige Verständnis zu stärken. Und das in einer Zeit, in der die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen steht – nicht zuletzt durch die geplante Reduzierung der Fördergelder für ländliche Räume durch die EU-Kommission.

Während ihres Aufenthalts ernteten die Freiwilligen Zuckerschoten, versorgten die Tiere und bewegten das Heu. Das klingt nach harter Arbeit – und das war es auch. Bei all der Anstrengung bekamen sie jedoch auch einen tiefen Einblick in die Tierhaltung, wie etwa das Melken von Ziegen. Es war eine wahre Entdeckungsreise in die Welt der biologischen Landwirtschaft. Konflikte zwischen den Aktivisten und den Landwirten blieben aus, was sicherlich auch daran lag, dass der Hof sich der ökologischen Bewirtschaftung und einer extensiven Tierhaltung verschrieben hat.

Einblicke in die Landwirtschaft

Die Gönnamühle bewirtschaftet rund 30 Hektar und hält eine Vielzahl an Tieren, darunter Schafe, Ziegen, Rinder und Geflügel. Die Produkte des Hofes werden über einen Hofladen, eine Käserei und ein Hofcafé vermarktet. Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, den Menschen die Herkunft ihrer Lebensmittel näherzubringen. Landwirt Möller betont, dass es nicht nur um den Verkauf von Produkten geht, sondern um ein Bewusstsein für die Zusammenhänge in der Landwirtschaft. Die Freiwilligen erkannten schnell, wie viel Arbeit hinter der Lebensmittelproduktion steckt – und das macht nachdenklich.

Die Aktion wurde von einem Bündnis aus Landwirtschafts-, Klima-, Umwelt- und Tierschutzinitiativen organisiert. Das Ziel? Ein offener Austausch über die Zukunft der Landwirtschaft. So wird auch die Ausbildung zum Landwirt modernisiert, mit einem klaren Fokus auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit und den Dialog mit Verbrauchern. Diese Themen sind heute relevanter denn je, besonders, wenn man die Herausforderungen der Gegenwart betrachtet.

Ein Blick über den Tellerrand

Die biologisch-dynamische Landwirtschaft, die auf dem Hof Gönnamühle praktiziert wird, ist eine spezielle Form der ökologischen Landwirtschaft, bekannt unter dem Namen Demeter. Die Demeter-Bewegung, die es seit fast 100 Jahren gibt, ist die Pionierin der biologischen Landwirtschaft und hat ihren Ursprung im Landwirtschaftlichen Kurs von Rudolf Steiner. Er war derjenige, der die Idee entwickelte, Landwirtschaft als einen einzigartigen und selbstständigen Organismus zu verstehen und zu gestalten.

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Das alles zeigt, wie wichtig es ist, den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus zu wagen. Der Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren ist nicht nur notwendig, sondern auch bereichernd. Wenn die Freiwilligen von dem, was sie gelernt haben, berichten, werden sie vielleicht auch andere dazu inspirieren, sich intensiver mit dem Thema Landwirtschaft und der Herkunft unserer Nahrungsmittel auseinanderzusetzen. Das ist der Weg in eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft.

Wer mehr über die Aktion „Hof mit Zukunft“ erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Webseite des MDR.

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