In der kleinen Stadt Suhl, die im malerischen Thüringer Wald liegt und etwa 34.000 Einwohner zählt, wird am Freitagabend eine große Feier stattfinden. Der VfB Suhl, die Volleyball-Frauenmannschaft, lädt zum Saisonabschluss ins Congress Center ein. Die Feier beginnt um 20:30 Uhr, der Einlass öffnet bereits um 19:30 Uhr und der Eintritt ist frei. Trainer Laszlo Hollósy zeigt sich begeistert über den Erfolg seiner Mannschaft, die in dieser Saison sowohl den Meistertitel als auch den Pokal erringen konnte. In einem beeindruckenden dritten Spiel der Finalserie gegen den Dresdner SC setzte sich der VfB Suhl mit 3:0 durch und sicherte sich damit die Meisterschaft.

Der Pokalsieg, der zuvor gegen den MTV Stuttgart mit 3:2 errungen wurde, und die Meisterschaft sind nicht nur persönliche Erfolge für die Spielerinnen, sondern auch ein bedeutendes Zeichen für kleinere Vereine mit geringeren Etats. Hollósy, der seit sechs Jahren das Team trainiert und es von einem letzten Platz in der Corona-Saison 2019/20 bis zur Champions League führte, betont: „Wir hatten nicht die besten Spielerinnen, aber wir haben das beste Team kreiert.“ Sieben Spielerinnen haben bereits Verträge für die kommende Saison unterschrieben, während der Trainer bis Ende der Saison 2026/27 gebunden ist. Hollósy ist sich jedoch bewusst, dass die Meistermannschaft nicht unverändert bleiben wird.

Der Weg zur Champions League

Für den VfB Suhl wird die kommende Saison besonders aufregend, da das Team erstmals in der Champions League antreten wird. Allerdings gibt es auch eine Herausforderung: Die Sporthalle an der Wolfsgrube ist für den europäischen Wettbewerb nicht zugelassen, weshalb der Verein nach Coburg umziehen muss. Dies stellt eine zusätzliche Hürde dar, die es zu überwinden gilt, um den internationalen Wettbewerb zu meistern.

Die Spielerinnen selbst zeigen sich ebenfalls emotional berührt von ihrem Erfolg. Libera Emma Sambale beschreibt das Gefühl des Sieges als surreal und wie in einem Märchen. In dieser Saison blieb das Team in den Playoffs ohne Niederlage und konnte sowohl den VC Wiesbaden als auch den Titelverteidiger SSC Palmberg Schwerin ausschalten. Der Weg war nicht immer einfach; in der Vergangenheit hatte der VfB Suhl mit schwierigen Zeiten zu kämpfen, wie dem Klassenerhalt im Jahr 2016, der nur durch den Rückzug eines anderen Teams gesichert wurde, und einem Exil in Meiningen während der Saison 2017/18 aufgrund von Hallenproblemen.

Volleyball im Aufwind

Der Erfolg des VfB Suhl spiegelt auch einen allgemeinen Trend im Volleyball wider. Laut dem Deutschen Volleyball-Verband (DVV) zeigt die Mitgliederentwicklung seit 2022 einen Aufwärtstrend. So gab es im Jahr 2022 einen Zuwachs von 9.000 Mitgliedern, gefolgt von 18.000 im Jahr 2023 und voraussichtlich 26.000 im Jahr 2024. Volleyball verzeichnet damit den viertgrößten prozentualen Zuwachs unter den olympischen Spitzenverbänden des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Diese Entwicklungen sind besonders erfreulich, da die Mitgliederzahlen zwischen 2002 und 2021 von 531.000 auf 383.000 gesunken waren.

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Insgesamt melden die Sportvereine in Deutschland eine Rekordzahl von 29,3 Millionen Mitgliedschaften. Während die Anzahl der Sportvereine nahezu stabil bleibt, gibt es erfreuliche Zuwächse bei Kindern und Jugendlichen. Diese positiven Entwicklungen könnten auch dem VfB Suhl zugutekommen, da der Verein weiterhin eine Vorbildfunktion für kleinere Klubs einnimmt.

In Suhl wird die große Abschlussfeier im Atrium des Congress Centrums sicher ein emotionaler Höhepunkt für Spielerinnen und Fans. Es bleibt abzuwarten, wie das Team in der kommenden Saison in der Champions League abschneiden wird, doch der Grundstein für eine spannende Zukunft ist gelegt.