Im Wartburgkreis, genauer gesagt in Wünschensuhl, tut sich gerade etwas ganz Besonderes. Susanne Kunz, eine engagierte Physiotherapeutin mit einer Zusatzqualifikation, hat ihre Leidenschaft für die Reittherapie entdeckt. Sie glaubt fest daran, dass die Verbindung zwischen Mensch und Tier eine heilende Wirkung entfalten kann. Hierbei setzt sie auf ihr Therapiepferd Faustino, das sich gerade in der Ausbildung befindet. Wenn man am Tor der „Rengersmühle“ ankommt, wird man nicht nur von der herzlichen Atmosphäre empfangen, sondern auch von einer Schar fröhlicher Hunde, die die Besucher begrüßen.
Es ist kein Zufall, dass Susanne Kunz ihre Pressemitteilung an die Redaktion der Südthüringer Zeitung/Freies Wort geschickt hat. Die Überschrift „Mit Pferden zu mehr Stabilität: Therapeutisches Reiten startet im Mai im Werra-Suhl-Tal“ lässt bereits aufhorchen. Ab Mai wird es also ernst, und viele Menschen könnten von dieser Therapieform profitieren. Die Tätigkeit der Reittherapeuten ist anspruchsvoll und vielfältig. Sie fördern durch den Umgang mit speziell ausgebildeten Therapiepferden die Heilung und das Wohlbefinden von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit psychosozialen Störungen, psychischen Krankheiten oder körperlichen und geistigen Behinderungen.
Reittherapie: Ein ganzheitlicher Ansatz
Die Reittherapie ist nicht nur eine körperliche, sondern auch eine emotionale Reise. Das Zusammenspiel mit dem Pferd bietet den Patienten eine einzigartige Möglichkeit, ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen zu stärken. Kinder entwickeln Verantwortungsbewusstsein und Empathie, während Erwachsene von der beruhigenden Wirkung des Reitens profitieren. Die Interaktion mit dem Tier motiviert, sorgt für eine spielerische Herangehensweise an therapeutische Übungen und kann Ängste abbauen. Besonders wichtig sind dabei die individuell erstellten Therapiepläne, die in enger Zusammenarbeit mit den Patienten entwickelt werden.
Ein Blick auf die Hippotherapie zeigt, wie die Nutzung von Pferden auch in der Krankengymnastik ihre Anwendung findet. Hierbei überträgt das Pferd dreidimensionale Schwingungsimpulse auf den menschlichen Rumpf, die dem Gehen entsprechen. Diese Therapieform ist besonders hilfreich bei neurologischen oder orthopädischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder nach einem Schlaganfall. Die physiotherapeutischen Ziele sind klar definiert: Stärkung der Muskulatur, Verbesserung der Haltung und des Gleichgewichts sowie die Entwicklung eines besseren Körperbewusstseins. Und wie gesagt, das Pferd ist nicht nur ein Therapietier – es wird zu einem vertrauensvollen Partner, der auch psychologische Vorteile mit sich bringt.
Susanne Kunz und ihr Team vom Werra-Suhl-Tal könnten also eine wertvolle Anlaufstelle für viele Betroffene werden. Die Vorfreude auf den Start im Mai ist spürbar, und es bleibt spannend zu sehen, wie diese Form der Therapie in der Region angenommen wird. Vielleicht werden die Menschen bald nicht nur stabiler, sondern finden auch zu einer tieferen Verbindung zu sich selbst und zu den Tieren, die sie begleiten.