Die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar ist nicht nur ein kulturelles Juwel, sondern auch ein Ort, der mit viel Hingabe und Sorgfalt gepflegt wird. Mit einem beeindruckenden Bücherbestand von 35 Kilometern widmen sich die Mitarbeitenden der Klassik Stiftung der Reinigungsarbeit, die jährlich etwa fünf Kilometer der Bücher umfasst. Diese fortlaufende Arbeit ist unerlässlich, auch wenn dies bedeutet, dass in einigen Regalecken Staub von 2019 zurückbleiben kann.

Im Rokokosaal und im Bücherturm, wo sich historische Bücher, Handschriften und Schriften aus der Zeit der Weimarer Klassik befinden, wird einmal pro Woche ein ganzer Tag dem Abstauben gewidmet. Georgetta Reichenbach, die seit zehn Jahren in der Bibliothek arbeitet und zuvor Tänzerin am Theater in Weimar war, und die 27-jährige Buchbinderin Elisa Jennemann kümmern sich um diese verantwortungsvolle Aufgabe. Ausgestattet mit weißen Gummihandschuhen und einem Staubsauger, der liebevoll „Happy“ genannt wird, heben sie jedes Buch vorsichtig aus dem Regal und saugen es mit einer speziellen Bürste ab.

Besondere Herausforderungen der Reinigungsarbeit

Die Reinigung in der Bibliothek stellt die Mitarbeitenden vor einige Herausforderungen. Alte Holzregale müssen ebenfalls vom Staub befreit werden, jedoch nur, wenn ein Regal vollständig leer ist. Dabei ist darauf zu achten, dass alles trocken bleibt, um Schimmelbildung zu vermeiden. Johanna Krämer, die für die Bestandserhaltung zuständig ist, erklärt, dass einige Werke aus empfindlichen Materialien bestehen. Ein weiteres Augenmerk liegt darauf, dass die Bücher beim Zurückstellen nicht durcheinandergeraten, da jedes Werk einen festen Platz hat.

Die Gewichte der Bände können bis zu 20 Kilogramm erreichen, was zusätzliche Vorsicht beim Heben erfordert. Zudem ist der Platz im Bücherturm eng, was die Arbeit mit einem Staubsauger erschwert. Für die oberen Regalfächer ist Schwindelfreiheit erforderlich, da eine Leiter benötigt wird. Aktuell sind die oberen Bereiche unberührt, um die Sicherheit der Mitarbeitenden zu gewährleisten. Zukünftig soll eine Hebebühne mit Geländer die Absturzgefahr reduzieren.

Ein Blick auf die Restaurierung

Die Herausforderungen in der Pflege und Erhaltung von Büchern sind nicht nur auf die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek beschränkt. Auch in der Konservierungs- und Restaurierungswerkstatt der Deutschen Nationalbibliothek werden Maßnahmen zur Sicherung von Objekten durchgeführt. Restauratorinnen und Restauratoren sowie spezialisierte Buchbinderinnen und Buchbinder beheben Schäden an Büchern, Zeitungen und anderen wertvollen Objekten. Jährlich werden zahlreiche Sicherungsmaßnahmen nach aktuellen Standards durchgeführt, um den Substanzverlust zu verhindern.

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Die Maßnahmen umfassen unter anderem die Verpackung von Medien und die Sicherung von Objektmaterial. Rund 6.000 Medienwerke werden pro Jahr konservatorisch bearbeitet. Dabei werden die Objekte nach Schadensklassen und Bestandsgruppen priorisiert. Die Qualität der durchgeführten Maßnahmen wird durch ein umfassendes Qualitätsmanagement sichergestellt, das auch die Dokumentation des Objektzustands und die Festlegung von Qualitätskriterien umfasst.

Ein Besuch in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch ein eindrucksvolles Beispiel für das Engagement und die Hingabe, die in die Erhaltung kultureller Schätze investiert werden. Diese Bibliothek zeigt, wie wichtig es ist, sowohl historische als auch moderne Techniken zur Pflege von Wissen und Kultur zu nutzen. Wer mehr über die Restaurierung erfahren möchte, kann sich an geeignete Dienstleister wenden, die auf der Webseite des Verbandes der Restauratoren zu finden sind.

Für weitere Informationen zur Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek und deren bedeutendem Reinigungsprozess, besuchen Sie bitte die Quelle.