In der Vahr, einem Stadtteil von Bremen, steht das Jugendfreizeitheim in der Bispinger Straße vor der Schließung. Diese drastische Maßnahme ist das Resultat hoher Miet- und Nebenkosten, die die Einrichtung seit geraumer Zeit belasten. Das Sozialressort hat einen Vorschlag zur Verlagerung von Mitteln unterbreitet, der jedoch auf massive Kritik stößt. Beirat, Jugendliche und Träger der Jugendhilfe sehen in den Alternativen, wie etwa Projektmitteln, nur unzureichende Lösungen für die zahlreichen Herausforderungen, mit denen die Jugendlichen konfrontiert sind. Ein einstimmiger Beschluss des Beirats fordert daher den Erhalt des Freizeitheims mit zwei Vollzeitkräften sowie eine bedarfsgerechte Mittelverteilung.
Die geplante Neuausrichtung der Jugendförderung sorgt für Frust unter den Betroffenen, da altbewährte Einrichtungen, wie das Jugendfreizeitheim in der Vahr, in ihrer Existenz bedroht sind. Sollte die Bispinger Straße aus der institutionellen Förderung herausfallen, könnte dies auch andere Einrichtungen, wie das alkoholfreie Jugendcafé in Osterholz, hart treffen. Die Mindeststandards für Jugendeinrichtungen verlangen mindestens zwei Mitarbeiter, darunter eine Fachkraft, um die Qualität der Angebote sicherzustellen.
Die Angebote des Jugendfreizeitheims
Das Jugendfreizeitheim Vahr, dessen Träger die Bremer Erziehungshilfe seit dem 01.01.2017 ist, befindet sich in der Gartenstadt Vahr. Es bietet eine Vielzahl an Angeboten für die Jugendlichen, darunter eine offene Tür für Rückzug, Treffen und Chillen. Auch die Möglichkeit, gemeinsam zu kochen oder sportliche Aktivitäten in der Mehrzweckhalle zu unternehmen, stehen auf dem Programm. Zudem können die Jugendlichen an Medienpädagogik im professionellen Tonstudio teilnehmen, das nach Anmeldung zur Verfügung steht.
Die Öffnungszeiten sind flexibel gestaltet: Montag bis Freitag können die Jugendlichen das Haus besuchen, wobei es auch Selbstöffnungen an den Wochenenden gibt. Die Räumlichkeiten können zudem für besondere Aktionen und Events angemietet werden. Für die Kommunikation und die Unterstützung bei Hausaufgaben und Bewerbungen stehen den Jugendlichen die Mitarbeiter zur Seite. WLAN ist ebenfalls verfügbar, was die Nutzung digitaler Medien erleichtert.
Kritik und Zukunftsausblick
Der Beirat hat die Vorschläge des Sozialressorts fraktionsübergreifend abgelehnt und fordert eine angemessene Mittelverteilung, die den tatsächlichen Bedarfen vor Ort gerecht wird. Bernd Siegel von der SPD äußert Bedenken, dass alternative Einrichtungen von den Jugendlichen nicht angenommen werden. Neubaugebiete in der Vahr könnten zwar die Erreichbarkeit des Jugendfreizeitheims verbessern, dennoch bleibt die Unsicherheit, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Bispinger Straße zu erhalten.
Für das Jahr 2027 stehen insgesamt 1,6 Millionen Euro für die institutionelle Förderung und Projektarbeit zur Verfügung. Es bleibt abzuwarten, ob diese Mittel tatsächlich in die dringend benötigte Unterstützung für die Jugendlichen in der Vahr fließen werden. Die Zukunft des Jugendfreizeitheims hängt somit von einer bedarfsgerechten und nachhaltigen Mittelverteilung ab, die die Bedürfnisse der jungen Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Quellen: Weser-Kurier, Bremer Erziehungshilfe.