Eine neue Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien die regionale Wertschöpfung in Deutschland erheblich steigern könnte. Laut der Untersuchung, die vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), dem Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung sowie dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult) erstellt wurde, könnten Kommunen ihre Einnahmen aus erneuerbaren Energien mehr als verdoppeln, wenn die Ausbauziele für Wind- und Solaranlagen erreicht werden. Besonders ländliche Regionen, die oft über geeignete Flächen verfügen, könnten von dieser Entwicklung profitieren und durch Steuereinnahmen, Arbeitsplätze und Unternehmensansiedlungen ihre wirtschaftliche Situation nachhaltig verbessern.
Die Studie, welche die Bundesregierung bereits unter der Vorgängerregierung in Auftrag gab und datiert auf den 27. Februar 2026, wurde am 13. April 2026 veröffentlicht. Trotz ihrer potenziellen Relevanz blieb die Kommunikation der Ergebnisse durch das Wirtschaftsministerium bisher aus. Eine Anfrage von t-online zur Thematik blieb unbeantwortet, was Fragen zur Transparenz und zur Veröffentlichungspolitik aufwirft. Es ist zu beachten, dass von den zehn Milliarden Euro an lokaler Wertschöpfung durch erneuerbare Energien bis 2023 mehr als die Hälfte an große Investoren ohne regionale Bindung flossen.
Regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze
Die Studie prognostiziert, dass die regionale Wertschöpfungseffekte bis 2033 auf rund 12,4 Milliarden Euro jährlich steigen könnten, vorausgesetzt, es werden angepasste Rahmenbedingungen geschaffen und die lokale Beteiligung an den Projekten verstärkt. Im Jahr 2023 sorgten Wind- und Photovoltaikanlagen in Deutschland bereits für etwa 10 Milliarden Euro direkte Wertschöpfung und sicherten rund 51.000 Vollzeitarbeitsplätze. Zudem blieben etwa 5,5 Milliarden Euro (55 Prozent) der Wertschöpfung in den Standortregionen. Dies zeigt, wie wichtig eine stärkere Einbindung der Kommunen und ortsansässigen Investoren ist, um die Vorteile der Energiewende wirklich vor Ort zu spüren.
- Modellrechnungen deuten darauf hin, dass bei Erreichung der nationalen Ausbauziele bis 2033 eine direkte Wertschöpfung von rund 21 Milliarden Euro möglich wäre.
- In Vorreiterregionen wie Dardesheim, Feldheim oder Wunsiedel könnte bis zu zehn Prozent des regionalen Wirtschaftswachstums auf erneuerbare Energien zurückzuführen sein.
- Die Kommunen könnten ihre Steuereinnahmen in einigen Landkreisen um bis zu vier Prozentpunkte innerhalb eines Jahrzehnts steigern.
Herausforderungen und Handlungsempfehlungen
Die aktuelle Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat Gesetze auf den Weg gebracht, die den Ausbau der Erneuerbaren erschweren könnten. Ihr Fokus liegt auf einem kosteneffizienten Ausbau, was die Sorge aufwirft, ob die politischen Rahmenbedingungen ausreichend sind, um die oben genannten Potenziale zu realisieren. Eine zentrale Herausforderung bleibt der Abfluss von Gewinnen an externe Investoren: Rund die Hälfte der Betreibergewinne verlässt die Standortregionen, was die lokale Wertschöpfung mindert.
Um die Vorteile der Energiewende effektiv zu nutzen, sollten Handlungsempfehlungen für die Politik in Betracht gezogen werden, wie das Abbau von Hemmnissen für Bürgerenergie, die Vereinfachung der Gründungsbedingungen und die Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse der Studie betonen die Systemrelevanz von Photovoltaik und Windenergie über die reine Stromerzeugung hinaus und zeigen auf, dass die Energiewende nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Chance für die Regionen in Deutschland darstellt. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der vollständigen Studie auf der Webseite von t-online, die hier zu finden ist: t-online.