Heute, am 8. Juni 2026, werfen wir einen Blick auf zwei spannende Methoden zur Bewertung der Fitness, die in Deutschland entwickelt wurden. Dabei handelt es sich um die „Steh-Sitz-Steh“-Methode von Dr. Natalie Azar und den Sit-to-Stand-Test (STS), der bereits 1985 an der Medizinischen Hochschule von Wisconsin ins Leben gerufen wurde. Beide Tests haben eines gemeinsam: Sie sind einfach in der Durchführung und bieten wertvolle Einblicke in die körperliche Fitness, insbesondere bei älteren Menschen.
Die „Steh-Sitz-Steh“-Methode ist ein Fünf-Sekunden-Test, der die Beweglichkeit und Kraft einer Person bewertet. Man beginnt im Stehen, setzt sich mit gekreuzten Beinen auf den Boden und muss dann wieder ohne Hilfe aufstehen. Das klingt einfach, ist aber eine echte Herausforderung. Punkte gibt es für das problemlose Aufstehen, während jede Unterstützung durch Hände oder andere Körperteile zu einem Abzug führt. Laut einer Studie aus dem Jahr 2012 zeigt der Test sogar, dass er ein signifikanter Vorhersagefaktor für die Mortalität bei Personen zwischen 51 und 80 Jahren ist. Interessanterweise hatten ältere Teilnehmer tendenziell niedrigere Punktzahlen, was das Risiko erhöht, in den nächsten sechs Jahren zu sterben. Ein Ergebnis von 8 Punkten oder mehr gilt als erfolgreich, während niedrigere Punkte auf einen Handlungsbedarf hinweisen.
Der Sit-to-Stand-Test – Ein Klassiker
Der Sit-to-Stand-Test, kurz STS, hat sich ebenfalls als wertvolles Instrument zur Messung der Beinmuskulatur etabliert. Er kann ganz einfach zu Hause durchgeführt werden und misst, wie oft eine Person in 30 Sekunden aus einem Stuhl aufstehen und sich wieder hinsetzen kann. Die Durchführung ist simpel: Man benötigt lediglich einen normalen Stuhl ohne Armlehnen und eine Stoppuhr. Die Ergebnisse geben Aufschluss über die Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Beweglichkeit der Beinmuskulatur, sowie über das Gleichgewicht und die Anfälligkeit für Stürze. Besonders interessant: Eine internationale Studie aus 2022 hat gezeigt, dass der STS auch das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte bei Patienten mit koronaren Herzkrankheiten einschätzen kann.
Die durchschnittlichen Aufstehbewegungen variieren je nach Altersgruppe. So schaffen beispielsweise 60- bis 64-Jährige zwischen 12 und 14 Aufstehbewegungen in 30 Sekunden, während 90- bis 94-Jährige gerade mal 4 bis 7 schaffen. Das gibt einen klaren Hinweis auf die körperliche Fitness und die Notwendigkeit, eventuell an der Beweglichkeit zu arbeiten.
Der Five Times Sit to Stand Test
Eine weitere interessante Methode ist der Five Times Sit to Stand Test (5xSTS), der speziell zur Bewertung der Funktionalität der unteren Extremitäten und der Mobilität entwickelt wurde. Hierbei wird die Zeit gemessen, die eine Person benötigt, um fünfmal schnell aus einem Stuhl aufzustehen und sich wieder zu setzen. Der 5xSTS ist besonders geeignet für ältere Patienten oder Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder nach einem Schlaganfall. Durch die Kombination mit dem Timed Up and Go Test (TUG-Test) können Therapeuten und Ärzte gezielte Behandlungspläne entwickeln.
Die Durchführung selbst ist unkompliziert. Der Patient sitzt auf einem stabilen Stuhl, und der Tester sorgt dafür, dass alles sicher ist. Die Zeit wird gestoppt, und es dürfen keine Hilfsmittel verwendet werden. Ein Wert von über 15 Sekunden könnte auf eine eingeschränkte Mobilität oder ein erhöhtes Sturzrisiko hinweisen. Das macht den Test zu einem wertvollen Instrument, um potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Es ist spannend zu sehen, wie solche Tests nicht nur die Fitness messen, sondern auch als Frühwarnsystem für ernsthafte gesundheitliche Risiken fungieren können. Wer hätte gedacht, dass das Aufstehen so viel über unsere Gesundheit aussagen kann? Vielleicht ein guter Grund, sich mal wieder etwas mehr zu bewegen!
