Gesundheit ist ein Thema, das uns alle betrifft – egal ob jung oder alt. Die Frage, wie gut wir auf den Beinen stehen können, hat sich als ein interessantes und aufschlussreiches Indiz für unsere körperliche Verfassung herausgestellt. Ein Test, der dabei besonders in den Fokus gerückt ist, ist der Flamingo-Test. Dabei geht es darum, auf einem Bein zu stehen, während das andere angewinkelt ist. Wer hätte gedacht, dass so eine einfache Übung so viel über uns aussagen kann? Der Test misst nämlich nicht nur das Gleichgewicht, sondern wird auch als Marker für unsere neuromuskuläre Fitness betrachtet. Die Ergebnisse können ziemlich überraschend sein, besonders wenn man bedenkt, dass mit steigendem Alter die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten, abnimmt.

Eine interessante Studie aus dem „British Journal of Sports Medicine“ hat herausgefunden, dass Menschen zwischen 51 und 75 Jahren, die nicht mindestens zehn Sekunden auf einem Bein stehen können, ein erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen Tod haben. Das klingt erst einmal erschreckend, aber es zeigt auch, wie wichtig es ist, auf die eigene Fitness zu achten. Insbesondere ältere Menschen sind oft betroffen, da ihre Balancefähigkeiten im Schnitt schlechter sind als die von Jüngeren. Aber keine Panik! Der Flamingo-Test ist einfach durchzuführen, erfordert keine speziellen Geräte und kann überall gemacht werden.

Wie funktioniert der Flamingo-Test?

Die Durchführung ist denkbar einfach: Man steht barfuß auf einer schmalen Fläche, die Augen sind geöffnet, die Hände werden in die Hüften gestemmt und dann wird das Bein angewinkelt. Die Haltezeit wird gemessen oder es werden Fehler wie das Absetzen des Fußes oder Schwanken gezählt. Es ist faszinierend, dass dieser Test nicht nur in der Sportwissenschaft bekannt ist, sondern auch Teil der „Eurofit“-Testbatterie für Schulen und Sport ist. Er dient der Überprüfung des statischen Gleichgewichts, welches von Muskeln, Nervensystem und Sinnesorganen unterstützt wird. Propriozeption, also die Wahrnehmung der Körperposition, spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die Werte, die der „National Health Service“ 2023 veröffentlichte, sind ebenfalls aufschlussreich. Jüngere Menschen sollten in der Lage sein, etwa 43 Sekunden auf einem Bein zu stehen, während diejenigen über 80 Jahre sich mit etwas mehr als 5 Sekunden zufriedengeben müssen. Eine klare Tendenz zeichnet sich ab: Je älter man wird, desto kürzer wird die Haltezeit. Aber auch wenn das Ergebnis nicht optimal ausfällt, sollte man sich nicht gleich Sorgen machen. Ein einmaliges Wackeln bedeutet noch lange nicht, dass etwas nicht stimmt.

Gleichgewicht trainieren – es ist nie zu spät!

Das Gute ist, dass Gleichgewichtstraining in jedem Alter möglich ist. Es gibt viele Möglichkeiten, die Balance zu verbessern – zum Beispiel durch Krafttraining, Yoga, Tai-Chi oder spezielle Einbeinübungen. Experten empfehlen regelmäßige kleine Übungen, die auch in den Alltag integriert werden können. Eine interessante Option sind stuhlgestützte Übungen, die besonders für ältere Menschen von Vorteil sind. Diese Übungen können ohne Vorkenntnisse und Hilfsmittel durchgeführt werden, und das Schöne ist: Man benötigt nicht viel Zeit, etwa 15 bis 20 Minuten, mehrere Male pro Woche.

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Durch gezieltes Training kann man die neuromuskuläre Reaktionsfähigkeit verbessern und das Sturzrisiko signifikant senken – bis zu 35 Prozent! Wenn man bedenkt, dass Stürze häufige und gefährliche Ereignisse im Alter sind, ist das ein echter Lichtblick. Fünf stuhlgestützte Übungen, wie die Gewichtverlagerung oder das Aufstehen ohne Armeinsatz, sind leicht umzusetzen und können einfach in den Alltag integriert werden.

Abschließend bleibt zu sagen, dass der Flamingo-Test und die damit verbundenen Übungen nicht nur eine spannende Möglichkeit bieten, mehr über die eigene Gesundheit zu erfahren, sondern auch eine Chance, aktiv etwas für sich zu tun. Ein bisschen Gleichgewichtstraining hat noch niemandem geschadet, und wer weiß, vielleicht steht man ja bald besser auf einem Bein als je zuvor!