Heute ist der 23.05.2026 und wir werfen einen Blick auf ein Thema, das viele Frauen betrifft, aber oft im Verborgenen bleibt: das Prämenstruelle Syndrom (PMS) und die schwerwiegendere Form, die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS). Diese Beschwerden kennen wohl viele Frauen nur zu gut. Laut der Gynäkologin Jael Bosman leiden bis zu 30% der Frauen so stark unter PMS, dass es ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Dabei sind die Symptome vielfältig: Von körperlichen Beschwerden wie Brustspannen, Kopfschmerzen und Bauchschmerzen bis hin zu psychischen Herausforderungen wie tiefen depressiven Verstimmungen, Antriebslosigkeit und Aggression. Das kann, wie Bosman betont, massive Probleme im Job, in der Familie und in Partnerschaften nach sich ziehen.
Die Symptome treten typischerweise in der zweiten Zyklushälfte auf und verschwinden nach Einsetzen der Menstruation. Es ist eine Art Achterbahnfahrt der Gefühle und körperlichen Empfindungen, die viele Frauen als äußerst belastend empfinden. PMDS wird als gynäkologische Erkrankung betrachtet, die sowohl körperliche als auch psychische Aspekte umfasst. Doch wie lässt sich damit umgehen? Die Behandlungsmöglichkeiten sind breit gefächert, reichen von hormonellen Medikamenten, die den Zyklus unterdrücken, bis hin zu Psychopharmaka. Die Antibabypille kann dabei hilfreich sein, doch viele Frauen stehen dieser Option skeptisch gegenüber. Umso wichtiger ist es, über PMDS aufzuklären und das Thema aus der Tabuzone zu holen, wie Dr. Bosman fordert.
Behandlung und Unterstützung
Die medikamentöse Behandlung ist oft notwendig, aber nicht die einzige Lösung. Allgemeine Maßnahmen wie Entspannungsverfahren, Bewegung und ausgewogene Ernährung können ebenfalls eine positive Wirkung zeigen, sind jedoch allein nicht ausreichend. Ergänzungen wie Vitamin B6, Vitamin E, Kalzium und Magnesium können unterstützend wirken. Besonders hervorzuheben sind die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), die den Serotoninstoffwechsel beeinflussen. Gut kontrollierte Studien belegen die Wirksamkeit von SSRI wie Fluoxetin und Paroxetin. Diese Medikamente können sowohl durchgehender als auch intermittierender Gabe in der zweiten Zyklushälfte eingesetzt werden.
Komischerweise ist die Wirksamkeit von Psychotherapie bei PMDS unklar. Es gibt Hinweise darauf, dass kognitive Verhaltenstherapie (KVT) die Symptome lindern kann. Und auch Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training können unterstützend wirken. Stressreduktion und Ruhephasen sind hierbei nicht zu unterschätzen. Wenn andere Strategien nicht helfen, kann eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva in Erwägung gezogen werden. In schweren Fällen kann sogar die Kombination von Pille und Antidepressivum sinnvoll sein.
Die Rolle der Angehörigen
Ein wichtiger Punkt, den Dr. Bosman anspricht, ist die Rolle der Angehörigen. Oft sind es Partner, Familienmitglieder oder Freunde, die die Symptome der Betroffenen wahrnehmen und verstehen können. Eine unterstützende Haltung ist entscheidend, um den Leidensdruck zu mindern. Frauen, die unter PMDS leiden, sollten ihren Zyklus und ihre Symptome dokumentieren – das erleichtert die Diagnostik und hilft, besser mit der Situation umzugehen. Vielleicht könnte eine offene Kommunikation über die eigenen Erfahrungen dabei helfen, das Tabu zu brechen.
Insgesamt zeigt sich: PMDS ist ein ernstzunehmendes Thema, das mehr Aufmerksamkeit benötigt. Während einige Frauen erfolgreich mit Veränderungen des Lebensstils, Sport und pflanzlichen Präparaten arbeiten können, ist für andere der Weg über Medikamente unumgänglich. Die Herausforderungen sind vielschichtig, doch mit der richtigen Unterstützung und Aufklärung kann das Leiden gelindert werden – für mehr Lebensqualität und weniger Verzweiflung.
