Alkoholisierter E-Scooter-Fahrer in Wels gefährdet sich und andere
Am Samstagabend, genau genommen gegen 22:20 Uhr, wurde in Wels ein 40-jähriger E-Scooter-Fahrer von der Polizei kontrolliert. Diese Routinekontrolle fand im Bereich der Eisenhowerstraße statt. Was die Beamten dort entdeckten, war alles andere als erfreulich. Der Fahrer war auf der falschen Straßenseite in Richtung Norden auf der Bahnhofstraße unterwegs. Das allein hätte schon für Aufregung gesorgt, doch als die Polizisten den Alkoholgeruch wahrnahmen, war klar, dass hier noch mehr im Argen lag.
Ein Alkotest brachte schließlich das Ergebnis von 0,88 Promille ans Licht. Das ist schon eine Menge, vor allem wenn man bedenkt, dass der E-Scooter, den er fuhr, auf einem Rollenprüfstand eine beachtliche Geschwindigkeit von 73 km/h erreichte. Am Fahrzeug war eine Plakette angebracht, die eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und eine Motorleistung von zweimal 3.000 Watt angab. Das lässt einen schon ins Staunen geraten, aber sicher nicht im positiven Sinne. Hinzu kommt, dass der Fahrer kein Erste-Hilfe-Paket dabei hatte und keinen geeigneten Sturzhelm trug, was die Situation noch riskanter machte. Als ob das nicht genug wäre, ergab ein Urinschnelltest auch noch ein positives Ergebnis auf Kokain. Der Fahrer verweigerte zudem eine klinische Untersuchung. Da fragt man sich schon, wie es so weit kommen konnte.
Immer mehr Unfälle mit E-Scootern
Die derzeitige Situation rund um E-Scooter ist alarmierend. Laut einer aktuellen Statistik sind die Zahlen der Toten und Verletzten durch E-Scooter-Unfälle 2024 gestiegen. Es wurden knapp 12.000 Unfälle registriert – das ist ein Anstieg von 27% im Vergleich zu 2023. 27 Menschen kamen dabei ums Leben, und alle waren selbst auf einem Roller unterwegs. 2023 gab es noch 22 Todesopfer. Die Dunkelziffer dieser Unfälle ist vermutlich noch viel höher, denn rund 1.500 Menschen wurden schwer und etwa 11.400 leicht verletzt.
Ein Blick auf die häufigsten Unfallursachen zeigt, dass falsche Benutzung von Fahrbahnen oder Gehwegen mit 21% die häufigste Ursache ist. Fahren unter Alkoholeinfluss war in 12% der Fälle ein Faktor. Das klingt nicht nur nach einem besorgniserregenden Trend, sondern auch nach einer Gefährdung für alle Verkehrsteilnehmer. Besonders dramatisch ist, dass über 50% der E-Scooter-Unfälle Zusammenstöße mit anderen Verkehrsteilnehmern waren, meist mit Autos. Das lässt die Frage aufkommen, ob die vorhandenen Regelungen und Sicherheitsmaßnahmen wirklich ausreichen.
Ein Blick nach vorne
Die Nutzung von E-Scootern hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. 2023 gab es fast 30% mehr E-Scooter auf den Straßen im Vergleich zum Vorjahr, bei privaten Scootern stiegen die Zahlen um 37%. Aber damit verbunden ist auch eine steigende Gefahr. Nutzer von geliehenen E-Scootern verursachen häufiger Unfälle als Besitzer eigener Geräte. Die Statistik zeigt, dass fast 50% der verunglückten E-Scooter-Fahrer jünger als 25 Jahre alt sind. Das lässt darauf schließen, dass gerade junge Menschen oft zu leichtsinnig mit der neuen Mobilitätsform umgehen. Auch der Alkohol ist ein ständiger Begleiter, der nicht nur das eigene Leben, sondern auch das Leben anderer gefährdet.
Wie es scheint, bleibt uns das Thema E-Scooter und deren Gefahren noch lange erhalten. Die Frage ist, wie viel Aufmerksamkeit die Politik und Gesellschaft diesem Thema schenken werden. Wir können nur hoffen, dass durch solche Vorfälle, wie den des 40-jährigen Fahrers in Wels, ein Umdenken einsetzt.
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