Cembra Money Bank zieht nach Baden: Zürich verliert Millionen und kämpft um Unternehmen
Heute ist der 24.09.2026 und hier in Baden gibt es Neuigkeiten, die die Wirtschaftslandschaft von Zürich ordentlich auf den Kopf stellen werden. Die Cembra Money Bank AG hat entschieden, ihren Hauptsitz von Zürich nach Baden zu verlegen. Der Umzug, der für den Herbst 2027 geplant ist, wird für die Stadt Zürich einen kräftigen finanziellen Schlag bedeuten. Schätzungen zufolge verliert Zürich dadurch etwa 20 Millionen Franken an Steuereinnahmen, was beinahe einem Steuerprozent entspricht. Für den Kanton Zürich sind es rund 15 Millionen Franken, also fast ein Fünftel eines Steuerprozent. Das tut weh.
Cembra, die eine stattliche Belegschaft von etwa 800 Mitarbeitenden hat, wird nach Baden ziehen und dort im modernen Gebäudekomplex Konnex neue Büroräumlichkeiten beziehen. Diese neuen Räume unterstützen hybrides Arbeiten – ein Trend, der in der heutigen Zeit immer wichtiger wird. Rund 660 Mitarbeitende werden mit umziehen, während Cembra ihre Hubs in Städten wie Zürich, Bern, Lausanne, Lugano und St. Gallen weiterhin unterhält. Man könnte sagen, die Bank zieht nicht ganz von der Bildfläche, aber der Hauptsitz wird künftig in einem Kanton angesiedelt, der mit einem Unternehmenssteuersatz von rund 15% lockt. Im Vergleich dazu liegt Zürich bei etwa 19,5%. Das klingt nach einer attraktiven Steuerersparnis!
Steuervorteile und der Weggang von Unternehmen
Durch den Umzug könnte Cembra ihre Steuerzahlungen um geschätzte 10 bis 11 Millionen Franken senken. Das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass die Bank in den Jahren 2024 und 2025 fast 44 Millionen Franken an Steuern an Bund, Kanton und Stadt Zürich gezahlt hat. Im Jahr 2025 erzielte Cembra einen Ertrag von 542 Millionen Franken und einen Vorsteuergewinn von 223,4 Millionen Franken. Die Cembra Money Bank ist bereits die dritte börsenkotierte Firma, die Zürich verlässt, nach Holcim im Jahr 2018 und Vontobel. Damit wird die Abwanderung von Unternehmen aus Zürich zu einem besorgniserregenden Trend. Es ist kein Geheimnis, dass die Wirtschaft in Zürich weiter wächst, aber der Verlust solcher Unternehmen hinterlässt dennoch einen schalen Nachgeschmack.
Wirtschaftskreise in Zürich bedauern den Weggang von Cembra, insbesondere da immer mehr Firmen die Stadt verlassen, während nur wenige neue hinzukommen. Die Stadtverwaltung hingegen weist darauf hin, dass die Zahl der Arbeitsstätten und Vollzeitstellen seit 2011 gestiegen ist. Man muss sich fragen, ob das ein Zeichen für einen gesunden Markt ist oder einfach nur ein Versuch, die Wogen zu glätten.
Steuerwettbewerb und Zukunftsaussichten
Ein weiterer Aspekt, der hier nicht unerwähnt bleiben sollte: Die steuerlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz spielen eine entscheidende Rolle bei der Standortwahl von Unternehmen. Die Rechtsform eines Unternehmens kann die steuerliche Behandlung erheblich beeinflussen. Kapitalgesellschaften wie die Cembra unterliegen Gewinn- und Kapitalsteuern auf Unternehmensebene. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und den damit verbundenen Veränderungen in den Geschäftsmodellen tauchen ständig neue steuerliche Fragestellungen auf, besonders im E-Commerce und im Bereich der Kryptowährungen.
Unternehmen können ihre Steuerlast durch Standortwahl, die Wahl der Rechtsform und die Nutzung steuerlicher Anreize minimieren. Die Schweiz bietet attraktive Steuersätze und Erleichterungen wie die Patentbox und Abzüge für Forschung und Entwicklung. Allerdings hat die Steuerreform STAF, die am 1. Januar 2020 in Kraft trat, einige kantonale Steuerprivilegien für Statusgesellschaften abgeschafft. Das bringt zusätzlichen Druck auf die Kantone, sich im Steuerwettbewerb zu behaupten.
Die Abwanderung von Cembra könnte also nicht nur für Zürich, sondern auch für die Region Baden langfristig positive Auswirkungen haben. Man darf gespannt sein, wie sich diese Entwicklungen in der Zukunft auswirken werden. Die Frage bleibt, ob Zürich in der Lage ist, die verlorenen Unternehmen zurückzugewinnen oder ob wir hier von einem grundlegenden Wandel in der Schweizer Wirtschaftslandschaft sprechen.
