Vom Feuerwehrhaus zum Hybridmarkt: Hernstein hat wieder einen Nahversorger
Rund zehn Jahre lang gab es in Hernstein keinen Nahversorger. Wer Brot, Milch oder andere Dinge des täglichen Lebens brauchte, musste ins Auto steigen und nach Markt Piesting, Berndorf oder Enzesfeld fahren. Seit 3. September 2026 ist das anders: Im umgebauten ehemaligen Feuerwehrhaus hat der Markt „ADEG Benjamin“ eröffnet.
Auf überschaubarer Fläche finden sich Grundnahrungsmittel, Geschenkpapier, Grußkarten und weitere Waren des täglichen Bedarfs. Das Konzept verbindet den traditionellen Greißler mit einem modernen Hybridmarkt. Dazu kommen ein kleines Bistro mit Kaffee, Mehlspeisen und Snacks sowie ein Bankomat vor dem Gebäude. Aus dem früheren Feuerwehrhaus ist damit nicht nur ein Geschäft, sondern auch ein Treffpunkt im Ort geworden.
Einkaufen, wenn es in den Alltag passt
Während der betreuten Öffnungszeiten steht der persönliche Kontakt im Mittelpunkt. Geöffnet ist von Montag bis Freitag zwischen 7:00 und 18:00 Uhr sowie am Samstag von 7:00 bis 12:00 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten können Kundinnen und Kunden mit Bankomatkarte selbstständig einkaufen: Montag bis Freitag von 18:00 bis 20:00 Uhr, am Samstag von 12:00 bis 18:00 Uhr und am Sonntag von 7:00 bis 18:00 Uhr.
Ein durchgehender 24-Stunden-Betrieb ist derzeit wegen der gesetzlichen Öffnungszeiten nicht möglich. REWE setzt sich laut Artikel für flexiblere gesetzliche Regelungen für Hybridmärkte ein. Auch die Wirtschaftskammer ist offen für Gespräche über längere Öffnungszeiten.
Beim Einkauf lassen sich wöchentliche Aktionen und 25-Prozent-Rabattpickerl nutzen. Als Beispiel wird eine 160-Gramm-Packung „Ölz Schulmaus mit Nougatfüllung“ genannt: Bei BILLA kostete sie regulär 2,26 Euro, bei ADEG 2,79 Euro. Während einer ADEG-Aktion war sie um 1,99 Euro erhältlich. Vier Packungen kamen damit auf 7,96 Euro statt regulär 11,16 Euro – eine Ersparnis von 3,20 Euro. Gegenüber dem regulären BILLA-Preis von 9,04 Euro für vier Packungen waren es 1,08 Euro weniger. Laut Artikel handelte es sich um gewöhnliche Aktionsware, nicht um Ware mit unmittelbar bevorstehendem oder bereits überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum.
Ein Modell, das auch andernorts erprobt wird
Wie Hybridmärkte funktionieren können, zeigt auch der Nah&Frisch-Markt in Inzersdorf. Er ist seit September 2025 als Hybridmarkt in Betrieb. Kauffrau Anita Hiesel übernahm den Dorfladen im Vorjahr und setzte gemeinsam mit Kiennast, der Gemeinde und mit Unterstützung der NAFES-Förderung einen umfassenden Relaunch um.
Während der betreuten Zeiten steht dort der persönliche Kundenkontakt im Vordergrund. In den Randzeiten ermöglicht ein digitales Zutrittssystem den selbstständigen Einkauf rund um die Uhr. Digitalisierung ersetzt den persönlichen Service also nicht, sondern ergänzt ihn.
Für Kundinnen und Kunden bedeutet das längere Öffnungszeiten und eine Versorgung nahe am Wohnort. Betreiberinnen und Betreiber erhalten eine wirtschaftlich tragfähige Lösung, Gemeinden können die lokale Infrastruktur langfristig absichern. Durch die Umstellung wurde in Inzersdorf das Angebot erweitert und die wirtschaftliche Basis des Standorts gestärkt. Besonders Menschen mit eingeschränkter Mobilität profitieren von der erweiterten Versorgung.
Bei einer Pressekonferenz im Nah&Frisch informierten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wirtschaftskammerpräsident Wolfgang Ecker, Bürgermeister Ewald Gorth und Kauffrau Anita Hiesel über „Hybridmärkte als Zukunftsmodell der Nahversorgung“. Hiesel sieht den Hybridmarkt als Bestätigung ihres Schritts in die Selbstständigkeit. Laut Artikel wird das Konzept von jüngeren und älteren Kundinnen und Kunden gut angenommen und als Beispiel für moderne Nahversorgung im ländlichen Raum dargestellt.
Die Wirtschaftskammer Niederösterreich und die Gemeinde hoben dabei die Bedeutung regionaler Nahversorgung für Ortskerne, Lebensqualität und Arbeitsplätze hervor. In Hernstein bekommt diese Frage seit September eine ganz konkrete Adresse – mit Kaffee neben dem Einkaufskorb und, wenn’s zeitlich knapp wird, dem Bankomat gleich vor der Tür.
Ein weiteres, im Zusammenhang genanntes Positionspapier von Kommunalnet konnte für diese Einordnung nicht sachlich ausgewertet werden: Der gelieferte Inhalt der PDF-Datei liegt als komprimierter Datenstrom ohne lesbaren Artikeltext vor.
