Am 17. Juli 2026 besuchte Bischof Maksym Ryabukha, der Exarch von Donezk, Innsbruck, um über die dramatischen Lebensbedingungen in der Ukraine zu berichten. In einer Zeit, in der die Ukraine vor dem NATO-Gipfel in der Türkei eine schwere russische Angriffswelle erlebte, war sein Besuch besonders bedeutsam. Ryabukha hielt einen bewegenden Gottesdienst in der Spitalskirche und gedachte der Kriegsofferen, während er gleichzeitig die Verbindung zu Innsbruck herstellte. Besonders erinnerte er an Patriarch Josyf Slipyj, der dort studiert hatte und 18 Jahre in sowjetischer Gefangenschaft verbrachte. Solche historischen Bezüge scheinen in der aktuellen Situation eine Art Hoffnung zu spenden.

Während Ryabukha den Alltag im Exarchat Donezk schilderte, wurde deutlich, dass die Lage vor Ort äußerst angespannt ist. Teile des Exarchats, das Regionen wie Donezk, Luhansk, Dnipro und Saporischschja umfasst, liegen an der Frontlinie oder sind unter Besatzung. Über die Hälfte dieser Gebiete wird von russischen Truppen kontrolliert. Der Bischof sprach über die ständige Bedrohung durch Drohnenangriffe, die Zivilisten in großer Gefahr bringt. Menschen entlang der Frontlinie verbringen viele Nächte im Freien, aus Angst vor Angriffen. Die Zahl der aktiven Pfarreien ist von über 80 vor der Invasion auf nur noch 37 gesunken – ein erschreckendes Zeichen für die Zerstörung und das Leid, das der Krieg mit sich bringt.

Ein Bischof auf Rädern

Maksym Ryabukha, der selbst erst 45 Jahre alt ist und zu den jüngsten Bischöfen der Welt gehört, hat eine besondere Art, mit der schwierigen Situation umzugehen. Er bezeichnet sich als „Bischof auf Rädern“ und besucht Pfarreien sowie Menschen in ihren Häusern. Trotz der Gefahren bleibt er in den besetzten Gebieten, um den Gläubigen zur Seite zu stehen. Viele lokale Geistliche entschieden sich gegen eine Evakuierung, weil sie das Gefühl haben, den Menschen Beistand leisten zu müssen. „Es ist notwendig, präsent zu sein“, betonte ein Pfarrer. In diesen besetzten Gebieten treffen sich Gläubige heimlich, um ihren Glauben zu leben.

Ryabukha kritisierte das Schweigen der Welt zu den Bombardierungen ziviler Gebiete und fühlte sich oft machtlos angesichts der dramatischen Lage. „Das Gefühl der Isolation schwächt die Bevölkerung“, sagte er und forderte ein internationales Bewusstsein für die Situation in der Ukraine. Humanitäre Hilfe, die über die Diözese Innsbruck koordiniert wird, wird als konkreter Beistand angesehen. „Wir müssen die Solidarität im Alltag verankern“, rief er auf.

Hoffnung in der Dunkelheit

Sein Glaube gibt Ryabukha Kraft, und er sieht die Herausforderungen als Teil eines größeren Kampfes gegen das Böse. Er glaubt fest daran, dass Solidarität unter den Menschen ein Zeichen dafür ist, dass das Böse besiegt werden kann. Unterstützung von Organisationen wie „Kirche in Not“ (ACN) spielt eine wichtige Rolle, indem sie nicht nur humanitäre Hilfe wie Lebensmittel und Hygieneartikel bereitstellt, sondern auch Schulungen für Seelsorger anbietet.

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Ein prägendes Erlebnis für Ryabukha war die Lieferung von Hilfspaketen an ein älteres Ehepaar in Slowjansk, das die Lebensmittel als lebensverändernd empfand. Solche kleinen Gesten können inmitten des Krieges einen enormen Unterschied machen. Die seelsorgliche Arbeit umfasst mittlerweile 53 Priester, acht Ordensfrauen und mehrere Familien- und Caritaszentren, die sich um die Bedürfnisse der Menschen kümmern.

In einem weiteren Kontext ist die Situation in der Ukraine seit drei Jahren von Krieg geprägt, mit täglich neuen Herausforderungen. Bischof Stanislav Szyrokoradyuk aus Odessa, einer Stadt, die stark vom Krieg betroffen ist, berichtet von den täglichen Belastungen und dem hohen Preis für die Unabhängigkeit des Landes. Trotz des Leids bleibt der Glaube für viele Menschen ein Halt – eine Erinnerung daran, dass man auch in der Dunkelheit Hoffnung finden kann.

Die Botschaft von Ryabukha und anderen Bischöfen ist klar: Das Vertrauen in Gott nicht zu verlieren und die Solidarität untereinander aufrechtzuerhalten, ist von entscheidender Bedeutung. In Zeiten wie diesen wird deutlich, wie wichtig Unterstützung und Mitgefühl für die Menschen vor Ort sind.

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