Gemeinsam gegen das Vergessen: Bludenzer Demenzwoche schafft Bewusstsein und Unterstützung
In Bludenz hat die Demenzwoche stattgefunden, und wie das oft so ist mit wichtigen Themen, hat sie die Menschen zusammengebracht. Eine ganze Woche lang stand das Thema Demenz im Vordergrund, und es wurde viel darüber geredet, wie wir mit dieser herausfordernden Erkrankung umgehen können. Ziel war es, Betroffene und ihre Angehörigen ins Rampenlicht zu rücken, denn auch wenn es oft still bleibt, sind diese Menschen nicht allein. Vizebürgermeisterin Andrea Mallitsch brachte es auf den Punkt: „Der Einsatz pflegender Angehöriger ist von unschätzbarem Wert“ – ihre Worte hallen nach, denn sie erinnern uns daran, wie wichtig Unterstützung und Gemeinschaft sind.
Das Programm war bunt und facettenreich. Eine Veranstaltung namens „Gesundheit im Gespräch“ beleuchtete die Lebensqualität und Würde für Menschen mit Demenz und deren Angehörige. Dazu gab es eine kostenlose Filmvorführung des Films „Fallin“ im Kino Bludenz, die für nachdenkliche Momente sorgte. Nach dem Film wurde diskutiert – ein Austausch, der für viele wertvoll war. Den Abschluss bildete ein Wortgottesdienst in der Laurentiuskirche, der besinnliche Momente bot. Um das Thema Demenz weiter ins Bewusstsein zu rücken, wurden im Stadtgebiet Tafeln mit Sprüchen aufgestellt. Und als ob das nicht genug wäre, gab es auch einen „Frühstücksgruß“ der Aktion Demenz, bei dem frisches Gebäck direkt an die Haustüren pflegender Angehöriger gebracht wurde. Die Ehrenamtlichen Rikscha-Fahrerinnen und Mitarbeiterinnen der Stadt haben dabei großartige Arbeit geleistet, unterstützt von Bürgermeister Simon Tschann, Vizebürgermeisterin Andrea Mallitsch und Stadtrat Bernhard Corn.
Demenz – Ein Thema, das uns alle betrifft
Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung, die weltweit über 55 Millionen Menschen betrifft. In Österreich sind es aktuell schätzungsweise zwischen 130.000 und 150.000 Betroffene, und diese Zahlen steigen weiter. Die Auswirkungen sind vielfältig – Gedächtnis, Orientierung, Verhalten und sogar körperliche Funktionen sind betroffen. Die Demenzwoche in Bludenz war nicht nur eine Gelegenheit zum Reden, sondern auch eine Möglichkeit, Grundlagenwissen zu vermitteln. Es ging darum, den Menschen Wege aufzuzeigen, wie sie einen verständnisvollen Umgang mit Demenzpatienten finden können. Die Referentinnen Pia Halbeisen und Nadja Dremel brachten wertvolle Perspektiven ein. Wer Interesse hatte, konnte sich anmelden: gesundheit(at)bludenz.at oder unter T +43 (0)5552 63621 – ein kleiner Schritt, um das eigene Wissen zu erweitern.
Eine interessante Ergänzung zur Demenzwoche ist das neu veröffentlichte Buch „Angehörige von Menschen mit Demenz: Forschungsergebnisse und Perspektiven“, herausgegeben vom DZNE und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Es wurde im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie veröffentlicht und bietet 30 Kapitel von Fachleuten, die sich intensiv mit der Lebenssituation der Angehörigen auseinandersetzen. Ein eindrücklicher Aufruf zur Unterstützung und Stärkung dieser oft übersehenen Gruppe. Dr. Christiane Pinkert vom DZNE hat den Prozess begleitet und betont die zentrale Rolle der Angehörigen. Saskia Weiß, Geschäftsführerin der DAlzG, hebt hervor, wie wichtig diese Unterstützung ist – nicht nur auf Papier, sondern auch in der Praxis.
In einer Welt, die sich oft zu schnell dreht, ist es wichtig, innezuhalten und über Themen nachzudenken, die uns alle betreffen könnten. Die Demenzwoche in Bludenz war ein kleiner, aber bedeutender Schritt in diese Richtung. Ein weiterer Hinweis darauf, dass wir gemeinsam stark sind und dass es eine Vielzahl an Hilfsangeboten gibt. Manchmal braucht es nur einen kleinen Anstoß, um ins Gespräch zu kommen – und genau das hat diese Woche geschafft.
