Die Stadt Bludenz ruft alle Eltern und Verkehrsteilnehmerinnen zu einem besonderen Augenmerk rund um Schulen und Betreuungseinrichtungen auf. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres sind viele Kinder auf den Straßen unterwegs, und das bringt bekanntlich nicht nur Freude, sondern auch Verantwortung mit sich. In Bludenz gibt es etwa 1.100 Pflichtschülerinnen und rund 384 Kindergartenkinder. Die erhöhten Verkehrsteilnehmerinnen in den Morgen- und Mittagsstunden machen es umso wichtiger, auf die Sicherheit der Kleinen zu achten.

Bürgermeister Simon Tschann betont, dass wir alle gemeinsam dafür verantwortlich sind, die Schul- und Kindergartenwege sicher zu gestalten. Ein einfacher, aber wirkungsvoller Tipp: Wo es möglich ist, sollten die Kinder ihren Schulweg zu Fuß zurücklegen. Das fördert nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Konzentration und Selbstständigkeit. Es ist wichtig, den sichersten Weg zu wählen – nicht den kürzesten. Vor allem Schulanfängerinnen sollte der Weg zur Schule vorab mit den Eltern geübt werden.

Tipps für einen sicheren Schulweg

Besondere Vorsicht ist rund um Schulen, Kindergärten, Bushaltestellen und Schutzwege geboten. Hier sind einige praktische Tipps für einen sicheren Schulweg:

  • Den Schulweg vorab gemeinsam üben.
  • Den sichersten Weg wählen.
  • Genügend Zeit einplanen.
  • Auf gute Sichtbarkeit und reflektierende Elemente achten.
  • Das Überqueren der Straßen gemeinsam üben.
  • Gehwege und Sichtbereiche freihalten.
  • Erwachsene sollten mit gutem Beispiel vorangehen.

Eltern sollten wissen, dass der Straßenverkehr für Grundschulkinder oft stressig ist. Viele sind mit anderen Gedanken beschäftigt, und das kann gefährlich sein. Vor allem Schulanfänger sind häufig überfordert und benötigen viel Unterstützung. Es ist ratsam, den Schulweg rechtzeitig vor dem ersten Schultag zu üben. Dabei sind Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt. Kinder sind durch ihre geringe Körpergröße und ihren Entwicklungsstand im Straßenverkehr besonders gefährdet, denn sie benötigen mehr Zeit zum Überqueren von Fahrbahnen und lassen sich leicht ablenken.

Gefahren im Blick behalten

Wusstet ihr, dass Kinder erst ab etwa zehn Jahren sicher zwischen rechts und links unterscheiden können? Ihr Gesichtsfeld ist eingeschränkt, was die Wahrnehmung von Gefahren beeinträchtigt. Zudem haben sie Schwierigkeiten, Geräusche zu unterscheiden und deren Richtung zu bestimmen. Das macht sie für andere Verkehrsteilnehmer unberechenbar. Es ist deshalb wichtig, die Gefahrenstellen auf dem Schulweg ausführlich zu besprechen und gegebenenfalls einen längeren Weg zu wählen, um diese zu vermeiden. Anfänglich sollten Kinder begleitet werden, später kann ihr Verhalten unbemerkt kontrolliert werden.

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Eine positive Atmosphäre beim Üben des Schulwegs ist entscheidend. Eltern sollten darauf achten, ihre Kinder nicht ständig zu ermahnen, sondern sie stattdessen loben. Ein Rollentausch kann ebenfalls helfen: Wenn die Kinder den Eltern die Gefahrenstellen erklären, festigt das ihr Wissen. Gehgemeinschaften, auch bekannt als „Walking Bus“, werden gebildet, bei denen Erwachsene aus Sicherheitsgründen begleiten.

Bewusstsein für den Schulweg schaffen

Die Unfallstatistiken sind alarmierend: Rund acht Prozent der Unfälle von Schülerinnen und Schülern passieren auf dem Weg zur Schule. Besonders beim Wechsel von der Grundschule zur weiterführenden Schule wird der Schulweg oft länger und gefährlicher. Die Unfallkasse Hessen hat daher Materialien entwickelt, um Lehrkräfte der Klassen 4 und 5 über das Thema „Mein sicherer Schulweg“ aufzuklären. Diese Materialien sollen den Schüler*innen helfen, Gefahren im Straßenverkehr zu erkennen und zu bewältigen.

Am Ende bleibt festzuhalten: Die Sicherheit unserer Kinder liegt uns allen am Herzen. Wenn wir gemeinsam Verantwortung übernehmen und die Schulwege gewissenhaft gestalten, können wir dazu beitragen, dass der Schulweg für die Kinder in Bludenz sicherer wird. Lasst uns also achtsam sein – für die Kleinen und für die Zukunft.