Die Kunst der Lehrlingsbetreuung: Wie Leidenschaft und Geduld junge Talente formen
Heute ist der 22.09.2026, und wir schauen auf einen ganz besonderen Bereich der beruflichen Bildung in Österreich. In Braunau, genauer gesagt bei Hammerer Aluminium Industries (HAI) in Ranshofen, setzen sich Eva Grubmüller und Gerhard Schwarz mit Herz und Geduld für die Entwicklung junger Talente ein. Als Lehrlingsbetreuer begleiten sie die Lehrlinge nicht nur durch die ersten Schritte in ihrer Karriere, sondern helfen ihnen auch, ihre individuellen Stärken zu entdecken und auszubauen.
Eva Grubmüller bringt seit 16 Jahren ihre Erfahrungen in die Lehrlingsbetreuung ein, während Gerhard Schwarz seit 2010 in diesem Bereich aktiv ist. Das Besondere an ihrer Arbeit? Es gibt keine einheitliche Ausbildung zum Lehrlingsbetreuer. Eine abgeschlossene Ausbildung und die Qualifikation zum Lehrlingsausbilder sind jedoch Grundpfeiler ihrer Tätigkeit. Die beiden wissen, dass es hier nicht nur um Fachwissen geht. Sie koordinieren Ausbildungspläne und stehen im regen Austausch mit Fachabteilungen, Berufsschulen und natürlich auch mit den Eltern der Lehrlinge.
Die Kunst der Lehrlingsbetreuung
Lehrlingsbetreuung ist eine Kunst für sich. Es geht darum, die jungen Menschen nicht nur zu schulen, sondern sie auch als Individuen zu erkennen. Geduld, Humor, Empathie und Kommunikationsfähigkeit sind Eigenschaften, die Grubmüller und Schwarz als unverzichtbar erachten. Jeder Lehrling hat sein eigenes Tempo, und Fehler gehören einfach dazu – sie sind Teil des Lernprozesses. Ein ehrliches Interesse an den Talenten der Jugendlichen ist für die Betreuer von großer Bedeutung. Sie erleben hautnah, wie junge Menschen sich entwickeln und wachsen.
Doch was genau machen Ausbilder eigentlich? Sie begleiten die Auszubildenden im betrieblichen Teil ihrer Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen. Das Ziel? Die Erlangung beruflicher Handlungsfähigkeit! Um das zu erreichen, müssen die Ausbilder eine Weiterbildung absolvieren und den Ausbilderschein erwerben. Die Ausbildung orientiert sich an den Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) sowie der Handwerksordnung (HwO).
Regelungen und Unterstützung für Ausbilder
Die Anforderungen an Ausbilder sind klar geregelt. Sie müssen berufs- und arbeitspädagogische Fertigkeiten nachweisen, die durch die Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) geregelt sind. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass ein modernisierter Rahmenplan für die Ausbildung der Ausbilder am 20.06.2023 verabschiedet wurde. Dabei spielen Themen wie Digitalisierung, Heterogenität und Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Dies bedeutet, dass Ausbilder auch in diesen Bereichen geschult werden müssen, um den Anforderungen der modernen Arbeitswelt gerecht zu werden.
Für die Weiterbildung und Unterstützung der Ausbilder gibt es zahlreiche Angebote. Der Bundesverband Deutscher Berufsausbilder e.V. (BDBA) bietet Informationen und Weiterbildungsangebote. Auch die IHK Akademie Digital GmbH hat ein umfangreiches Programm, das von Fortbildung bis E-Learning reicht. Und nicht zu vergessen: MIKA, ein Weiterbildungskonzept, das digitale und medienpädagogische Kompetenzen fördert. Es gibt also zahlreiche digitale Plattformen und Ressourcen für Ausbilder, die ihnen helfen, stets am Puls der Zeit zu bleiben.
Insgesamt ist die Lehrlingsbetreuung und die Ausbildung in Österreich ein spannendes und facettenreiches Feld, das nicht nur für die Auszubildenden, sondern auch für die Ausbilder selbst eine große Herausforderung darstellt. Doch mit Leidenschaft und Engagement, wie es Grubmüller und Schwarz zeigen, wird aus dieser Herausforderung eine wertvolle Aufgabe, die das Leben vieler junger Menschen nachhaltig prägt.
