In Leopoldsdorf, im Bezirk Bruck an der Leitha, war die Aufregung groß, als die Info-Veranstaltung zum geplanten Rechenzentrum von CloudHQ stattfand. Bei rustikalem Ambiente und einer gemütlichen Heurigen-Stimmung, servierten die Veranstalter Getränke und Brote. Die Bürgerinnen und Bürger waren erschienen, um mehr über das Projekt zu erfahren, welches das digitale Landschaftsbild der Region verändern könnte. Die Teilnahme war auf 100 Personen begrenzt und die Atmosphäre während des Treffens war erstaunlich ruhig und sachlich.

ÖVP-Bürgermeister Fritz Blasnek nahm die Gelegenheit wahr, um die Rolle der Gemeinde klarzustellen. Er gab zu verstehen, dass die Gemeinde bisher keine technische Genehmigung für das Rechenzentrum erteilt hat. Vielmehr lag der Fokus auf der örtlichen Raumordnung. Der Gemeinderat hat jedoch die Bauhöhe von etwa 25 Metern ermöglicht und bereits die Möglichkeit für einen Raumordnungsvertrag geschaffen. Ein solcher Vertrag würde unter anderem Grundabtretungen im Bereich des Petersbaches, Begrünungsmaßnahmen und Photovoltaik-Anlagen beinhalten. Zudem wurde ein Infrastrukturbeitrag von neun Millionen Euro vereinbart, der in Verkehrsmaßnahmen, die Petersbachbrücke, Entwässerung und weitere Begrünungen fließen soll.

Der Weg zur Umsetzung

Am 26. Mai 2026 wurde in einer Gemeinderatssitzung einstimmig der Bebauungsplan geändert und ein städtebaulicher Vertrag beschlossen. Damit wurde der Weg für die Ansiedlung eines internationalen Unternehmens mit einem modernen Datacenter-Campus in Leopoldsdorf geebnet. Die Gesamtsumme für die Infrastrukturmaßnahmen beläuft sich auf stolze neun Millionen Euro. Geplant sind unter anderem die Erweiterung der MAN-Straße mit einer Brückenverbindung, neue Kanal- und Entwässerungssysteme sowie moderne Beleuchtungsanlagen.

Ein weiterer spannender Aspekt ist die Grünlandübergabe. Der Betreiber des Rechenzentrums wird Grünland an die Gemeinde abtreten, um einen Freizeitbereich entlang des Petersbachs zu schaffen. Das klingt nach einer tollen Möglichkeit für die Bevölkerung, die Natur zu genießen, während gleichzeitig die digitale Infrastruktur ausgebaut wird. Für die Zeit der Bauarbeiten ist ein erhöhtes Verkehrsaufkommen zu erwarten, jedoch sollte sich dieses in der Betriebsphase in Grenzen halten.

Wirtschaftliche Impulse und ökologische Verantwortung

Die wirtschaftlichen Effekte des Projekts versprechen einiges. Es wird mit zusätzlichen Kommunalsteuereinnahmen von etwa 120.000 Euro jährlich gerechnet, bei einer Beschäftigung von rund 100 Personen. Hochwertige Arbeitsplätze sollen geschaffen werden und es werden positive Impulse für weitere Betriebsansiedlungen in der Region erwartet. Das klingt alles sehr vielversprechend und könnte der Region einen echten Schub geben.

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Doch das Projekt hat nicht nur wirtschaftliche Ziele im Blick. Nachhaltigkeit spielt hier eine große Rolle. Geplant sind Maßnahmen wie Fassadenbegrünungen, Photovoltaikanlagen und der Einsatz nachhaltiger Baustoffe. Bei der Gestaltung des Naherholungsgebiets wird auch auf ökologische Werte und Biodiversität geachtet – das ist heutzutage wichtiger denn je.

Ein Teil einer größeren Strategie

Interessant ist, dass dieses Projekt in einen größeren Kontext eingegliedert ist. Am 18. März 2026 veröffentlichte das Bundeskabinett die Nationale Rechenzentrumsstrategie. Mit dem Ziel, die Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland bis 2030 zu verdoppeln und die Kapazitäten für High-Performance-Computing und Künstliche Intelligenz zu vervierfachen, zeigt es, dass die Digitalisierung und die damit verbundenen Herausforderungen ernst genommen werden. Die Strategie setzt auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit und könnte somit auch einen Einfluss auf ähnliche Projekte in Österreich haben.

Die kommenden Jahre werden spannend, wenn der Baustart für das Rechenzentrum im Jahr 2027 ansteht und die Fertigstellung bis 2029 geplant ist. Man darf gespannt sein, wie sich Leopoldsdorf durch dieses Projekt entwickeln wird und welche Impulse es für die Region bringen kann.