Heute ist der 18.04.2026 und in Urfahr beschäftigt die Bürokratiebelastung vieler kleiner Betriebe die Gemüter. Insbesondere Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und familiengeführte Unternehmen sehen sich einem wachsenden Druck ausgesetzt. Die Überlastung durch bürokratische Anforderungen ist für alle Betriebe eine tägliche Realität. Dies wird besonders spürbar für EPU, die oft keine Compliance-Verantwortlichen oder Rechtsabteilungen zur Seite haben. Hier liegt die gesamte Verantwortung auf den Schultern einer einzigen Person.

Ein Vertreter eines solchen Unternehmens äußert dazu: „Es gibt so viele Gesetze,…“ Diese unvollständige Aussage verdeutlicht die Frustration, die viele Unternehmer empfinden, wenn sie mit dem Dickicht aus Vorschriften und Regulierungen konfrontiert werden. Die Situation könnte sich bald verschärfen, wenn nicht schnell gehandelt wird.

Bürokratie als Wachstumsbremse

Eine aktuelle Umfrage des ifo Instituts, die nahezu 1800 Unternehmen befragt hat, zeigt, dass 90,8 Prozent der befragten Unternehmen eine Zunahme der bürokratischen Belastung seit 2022 berichten. Dies betrifft auch viele der 1400 Familienunternehmen, die in der Umfrage vertreten sind. Diese Unternehmen, darunter auch 57, die zu den Top 500 gehören, repräsentieren ein Umsatzvolumen von etwa 92 Milliarden Euro und beschäftigen rund 400.000 Menschen.

Die Resultate sind alarmierend: 45,6 Prozent der Firmen haben in den letzten zwei Jahren geplante Investitionen aufgrund bürokratischer Anforderungen zurückgestellt, und 38,5 Prozent erwarten, dies auch in den kommenden zwei Jahren zu tun. Um dieser Herausforderung zu begegnen, wünschen sich die Unternehmen eine verstärkte Digitalisierung, die eine Online-Abwicklung von Verwaltungswegen ermöglicht. Allerdings können nur 5 Prozent der Unternehmen mehr als 80 Prozent ihrer bürokratischen Anforderungen digital erledigen.

Dringender Handlungsbedarf

Besonders besorgniserregend ist die Wahrnehmung des neuen Lieferkettengesetzes, das als besonders belastend gilt. Die Umfrage verdeutlicht, dass viele Unternehmen Reformbedarf bei komplexen Gesetzen wie dem Lieferkettengesetz, Genehmigungsverfahren und der Steuergesetzgebung sehen. Ein wachstums- und innovationsfreundlicheres Regulierungsumfeld ist notwendig, um den Herausforderungen der Dekarbonisierung, Digitalisierung und demografischen Wandels gerecht zu werden.

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Die Unternehmen haben klare Vorstellungen, wie eine Entlastung aussehen könnte. Mehr als die Hälfte der befragten Firmen befürwortet einen Praxischeck vor der Einführung neuer Gesetze, um die Auswirkungen auf die Betriebe besser einschätzen zu können. Maßnahmen wie die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie der Ausbau der Digitalisierung stehen ganz oben auf der Wunschliste.

Für viele Betriebe, insbesondere für die kleineren, bleibt der Umgang mit Bürokratie eine ständige Herausforderung. Die Verantwortung lastet schwer auf den Schultern der Unternehmer, und es ist höchste Zeit, dass die Politik hier reagiert. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass nur durch gezielte Maßnahmen und einen Dialog zwischen Unternehmen und Verwaltung eine spürbare Entlastung erreicht werden kann. Für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Urfahr und darüber hinaus ist dies unerlässlich.

Weitere Informationen zur Bürokratiebelastung und deren Auswirkungen auf Unternehmen finden Sie in der detaillierten Auswertung des ifo Instituts unter diesem Link.