Kampf gegen die Goldgelbe Vergilbung im Burgenland
In den malerischen Weingärten des Burgenlandes wird gegen eine gefährliche Bedrohung gekämpft. Vor kurzem besuchte Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner einen Winzer, der mit einem E-Bike durch seine Weinreben radelt, um die Kontrolle über seine Ländereien zu behalten. Das klingt erst einmal entspannend, doch die Realität sieht ganz anders aus. Denn die „Goldgelbe Vergilbung“, eine gefährliche Krankheit für Weinreben, hat im Burgenland Einzug gehalten. Ein Schreckgespenst für viele Winzer, denn es gibt keine Heilung dafür.
Die Überträger dieser Krankheit, die Amerikanische Rebzikade, müssen dringend bekämpft werden. Die Lage wird brenzlig: Im Bezirk Eisenstadt-Umgebung wurden bereits 415 betroffene Grundstücke festgestellt, 115 davon in St. Margarethen. Dabei sind die Symptome der Flavescence dorée, wie die Vergilbung der Blätter und das Welken der Trauben, mehr als alarmierend. Der Winzer, den Haider-Wallner besuchte, hat in den letzten 14 Tagen fast täglich mit seinem E-Bike seine Weingärten durchstreift, um symptomatische Stöcke zu finden.
Die Bekämpfung der Rebzikade
Zur Bekämpfung der Rebzikaden-Larven setzt der Winzer Kaliumhydrogencarbonat in Verbindung mit einem Benetzungsmittel ein. Er berichtet von einem fast rebzikadenfreien Zustand in seinen Weingärten, doch die Sorgen um verwilderte und ungepflegte Weingärten in der Umgebung bleiben. Haider-Wallner betont die Notwendigkeit gemeinsamer Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit. Die Entfernung ungepflegter Weingärten ist ein zentraler Bestandteil der Bekämpfungsstrategie. Dies zeigt, wie wichtig es ist, dass alle Winzer an einem Strang ziehen.
Die Amerikanische Rebzikade, wissenschaftlich als Scaphoideus titanus bekannt, breitet sich aufgrund des Klimawandels nach Norden aus. Diese Zikade ist nicht nur lästig, sie überträgt auch die Erreger der Vergilbungskrankheit. Ihr gesamter Lebenszyklus findet an der Rebe statt, was zu einer epidemischen Ausbreitung führen kann. In der EU ist die Flavescence dorée als Quarantänekrankheit eingestuft, was die Dringlichkeit der Bekämpfung unterstreicht. Man muss sich nur vorstellen, dass die Zikade bereits das Elsass und Südbaden erreicht hat – es könnte also nur eine Frage der Zeit sein, bis sie noch weiter vordringt.
Die Lage in der EU und Österreich
In bayerischen Weinbaugebieten sind derzeit weder erkrankte Reben noch die Amerikanische Rebzikade nachgewiesen, was hoffentlich ein gutes Zeichen ist. Aber die Bekämpfung der Flavescence dorée ist in der EU obligatorisch, und das bedeutet, dass Rodungen und der Einsatz von Insektiziden notwendig sind. Diese Maßnahmen können allerdings negative Auswirkungen auf den integrierten und ökologischen Weinbau haben. Die Europäische Kommission fordert systematische Kontrollen auf Schadorganismen und ihre Vektoren. In Österreich, speziell in den Weinbaugebieten, wird intensiv geforscht, um die Ausbreitung der Krankheit zu verstehen und zu bekämpfen.
Ebenfalls interessant ist das Projekt InvaProtect, das auf nachhaltigen Pflanzenschutz gegen invasive Schaderreger im Obst- und Weinbau abzielt. Hier arbeiten 30 Partner aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zusammen. Solche Kooperationen sind unerlässlich, um den Herausforderungen des Klimawandels und der damit verbundenen Schädlinge zu begegnen. Die Situation bleibt angespannt, und es ist klar: Die Winzer müssen wachsam bleiben und schnell handeln, um ihre wertvollen Reben zu schützen.
Die Zukunft der Weinproduktion im Burgenland steht auf der Kippe. Es braucht jetzt entschlossenes Handeln und eine engagierte Gemeinschaft von Winzern, um diese Herausforderung zu meistern. Denn umso mehr sich die Rebzikade ausbreitet, umso mehr leidet die Qualität der Trauben. Und das wäre für die Weinliebhaber ein herber Rückschlag.
Weitere Informationen zur Thematik finden Sie in diesem Artikel. Auch die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau und die AGES bieten wertvolle Informationen über die Bekämpfung und Überwachung dieser Schädlinge.
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