In den letzten Monaten hat sich im Südburgenland eine spannende Debatte über den Bildungscampus Pinkaboden und die Schulschließungen in Deutsch Schützen-Eisenberg entwickelt. Immer mehr Schulen stehen leer, weil Lehrkräfte und Schüler in andere Einrichtungen übersiedeln. Ein Beispiel dafür ist das Volksschulgebäude in Oberwart, das seit Ende Juni 2025 ungenutzt ist. Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP) führt bereits Gespräche mit der Bundesimmobiliengesellschaft, um eine mögliche Eingliederung in die Bundesschulen zu prüfen. Die Situation ist also alles andere als rosig.

In der Stadt Güssing ist die Volksschule seit zwei Jahren leer. Hier spricht Bürgermeister Vinzenz Knor (SPÖ) von einem möglichen Pflegekompetenzzentrum – eine interessante Idee, die das Gebäude wiederbeleben könnte. Auch in Limbach gibt es Überlegungen, die leerstehenden Räume sinnvoll zu nutzen: Während Volksschulkinder in Klassen von Kukmirn integriert wurden, denken die Verantwortlichen über einen Allzweckraum und Wohnungen nach. Die Betreiber einer Privatschule sowie der Verein „Kulturwerkstatt Dorfleben Limbach“ zeigen bereits Interesse an den Räumlichkeiten.

Innovative Ansätze zur Nutzung von Leerstand

In Moschendorf wiederum sollen zwei leer stehende Volksschulklassen dem Verein „Fufluns“ zur Verfügung gestellt werden – eine tolle Möglichkeit, um kulturelle Aktivitäten zu fördern. Im Obergeschoss des 60 Jahre alten Gebäudes sind bereits erste Pläne für kulturelle Veranstaltungen in der Mache. Die Gemeinde hat angekündigt, rund 50.000 Euro in die Anpassung zu investieren, sodass die Eröffnung des Kunst- und Kulturbereichs dort im Juli erfolgen könnte.

Die Herausforderungen im Bildungsbereich sind nicht nur lokal, sondern auch global zu spüren. Angesichts der Klimakrise und des Sanierungsstaus im Schulbau gibt es ein interessantes Pilotprojekt, das sich mit der sinnvollen Nutzung von Leerstand auseinandersetzt. Ziel ist es, ehemalige Verkaufs-, Büro- oder Industrieimmobilien für Schulzwecke umzuwandeln und damit dringend benötigte Schulplätze zu schaffen. Hohe Leerstandsquoten, die viele Kommunen belasten, könnten so reduziert werden. Auch Kirchen und Kinos stehen auf der Liste der potenziellen Bildungsorte.

Ein Aufruf zur kreativen Umnutzung

Die Idee, offene Grundrisse und Skelettbauweise für innovative Lernraumkonzepte zu nutzen, bringt frischen Wind in die Diskussion. Es ist faszinierend, wie alte Gebäude durch neue Konzepte wieder lebendig werden können. Das geplante Schulbau Open Source Pilotprojekt, das in Zusammenarbeit mit interessierten Kommunen entstehen soll, hat das Potenzial, kreative Lösungen zur Aktivierung von Leerstand zu präsentieren. Für die Umsetzung stehen Know-how und finanzielle Förderung bereit, was die Möglichkeiten noch attraktiver macht.

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Das Ganze wird nicht nur lokal, sondern auch überregional verfolgt. Die Ergebnisse und Planungen sollen auf schulbauopensource.de veröffentlicht werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Entwicklung im Südburgenland weitergeht und welche kreativen Lösungen für die leerstehenden Schulen gefunden werden können. Ein spannendes Thema, das viele Menschen bewegt und das Potenzial hat, die Bildungslandschaft nachhaltig zu verändern. Und das alles wird in einer Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „KURIER live – Pinkatal: Schule, Campus, Zukunft“ am 18. Juni um 18 Uhr in Bildein weiter vertieft.