Güssing, eine Stadt im Burgenland, hat in den letzten 50 Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. 1973 wurde die Gemeinde zur Stadt erhoben und dieser Meilenstein wurde mit einer beeindruckenden Feierlichkeit von elf Tagen begangen. Am 1. Juni 1973 erhielt Güssing das Recht zur Führung der Bezeichnung „Stadtgemeinde“. Dies war nicht nur ein formeller Akt, sondern auch der Beginn einer Transformation, die die Stadt in vielerlei Hinsicht geprägt hat. Güssing ist seit 1648 die älteste Stadt im Burgenland und hat sich über die Jahre zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der Region entwickelt. Quelle.

Die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der Stadterhebung umfassten ein dreitägiges Programm, das mit einem festlichen Akt auf dem Hauptplatz gipfelte. Historiker Karl Heinz Gober wies darauf hin, dass Güssing bereits im 15. Jahrhundert Stadtrichter hatte und die Begriffe „Stadttor“ und „Stadtgraben“ schon lange in Gebrauch waren. Die Stadtentwicklung nahm ihren Lauf im Jahr 1391, als Güssing mehr Rechte als die umliegenden Bauerndörfer erhielt. Dies zeigt, dass die Wurzeln der Stadt tief in der Geschichte verankert sind. Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf hob in ihrer Ansprache Güssings Rolle als Schulstadt und deren Engagement im Bereich erneuerbare Energien hervor. Sie überreichte der Stadt eine Jubiläumsgabe von 10.000 Euro.

Ein Blick in die Vergangenheit und die Gegenwart

Die Stadtpfarre, vertreten durch Pfarrer Raphael Rindler, sprach während der Festlichkeiten über die Bedeutung der Gemeinschaft – ein wichtiger Aspekt, der Güssing heute auszeichnet. Bürgermeister Vinzenz Knor zeigte sich stolz auf die Leistungen der letzten fünf Jahrzehnte und betonte, dass aktuell rund 50 Millionen Euro in öffentliche Bauten investiert werden. Zwei der Protagonisten der Stadterhebung 1973, Herbert Guttmann und Hedi Deutsch, erinnerten sich nostalgisch an die Feierlichkeiten, unter anderem an ein Konzert von Udo Jürgens, das damals viele Menschen in die Stadt zog.

Die Transformation Güssings ist jedoch nicht nur auf die Stadterhebung beschränkt. Vor rund 20 Jahren war die Stadt ein internationales Vorzeigemodell für erneuerbare Energien. Güssing erzeugte nahezu seinen gesamten Energiebedarf aus Biomasse, Solar- und Biogas. Politiker, Wissenschaftler und Medien besuchten die Stadt, um sich das innovative Energiekonzept erklären zu lassen. Sogar Arnold Schwarzenegger ließ sich das Konzept erläutern! Doch mit der Zeit, aufgrund politischer Entscheidungen und geänderter Förderstrukturen, verblasste das Öko-Image der Stadt. Heute setzt Güssing auf Kultur als Motor für Leben, Begegnung und Wertschöpfung und hat sich damit zur Kulturhauptstadt im Südburgenland gewandelt. Quelle.

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