Schüler der Volksschule Deutsch Tschantschendorf gestalten Bücherregale und Hochbeete im Rahmen von MINT-Projekten
In der kleinen Gemeinde Deutsch Tschantschendorf, unweit von Güssing, herrschte am vergangenen Wochenende eifriges Treiben. Schülerinnen und Schüler der örtlichen Volksschule verbrachten zwei Vormittage in der Werkstatt des Zimmereibetriebs Z+H Weber, wo sie unter Anleitung Hand anlegten und kreativ wurden. Im Fokus stand die Herstellung von drei neuen Bücherregalen, die nun den Flur vor den Klassenräumen im Obergeschoss schmücken.
Das Projekt, das auf Initiative des Elternvereins ins Leben gerufen wurde, verfolgte gleich mehrere Ziele. Neben der Schaffung eines praktischen Möbelstücks sollten die Kinder auch einen praxisnahen Einblick in das Handwerk erhalten. Schulleiter Johannes Hofbauer erklärte, dass neue Regale ohnehin angeschafft werden sollten, doch die Idee, die Schülerinnen und Schüler aktiv einzubeziehen, gab dem Vorhaben eine ganz besondere Note. Die Regale wurden geschliffen, lackiert und montiert – und sind mittlerweile bereits mit Büchern gefüllt. Beatrice Tiefengraber, die Obfrau des Elternvereins, lobte die engagierte Zusammenarbeit der Kinder, die sich tatkräftig an allen Arbeitsschritten beteiligten, von der Planung bis zur Fertigstellung.
Ein grüner Daumen für den Schulgarten
Doch das war noch nicht alles! Im Rahmen des MINT-Unterrichts (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) errichteten die Schülerinnen und Schüler außerdem zwei Hochbeete im Schulgarten. Hierbei zeigte sich die Gemeinschaftsleistung einmal mehr: Ein Hochbeet wurde vom Elternverein gesponsert, während das andere durch den Zimmereibetrieb Z+H Weber unterstützt wurde. Die Kinder konnten bereits Radieschen und Erdbeeren ernten, die bei einer gesunden Jause verwendet wurden. Ganz nach dem Motto: Aus der Erde direkt auf den Tisch!
MINT-Bildung als Zukunftsaufgabe
Die Einbindung von MINT-Themen in die schulische Bildung ist nicht nur lokal, sondern auch auf nationaler Ebene von großer Bedeutung. MINT-Kompetenzen fördern nicht nur Bildungschancen, sondern auch gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat deshalb den MINT-Aktionsplan ins Leben gerufen, um diese Disziplinen von der Kita bis zur Weiterbildung zu stärken. Regionale MINT-Cluster bringen Schulen, Unternehmen und Wissenschaft zusammen und bieten alltagsnahe Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche.
In diesem Kontext ist die Arbeit der Volksschule Deutsch Tschantschendorf ein hervorragendes Beispiel dafür, wie praxisnahe Projekte Kinder für MINT-Themen begeistern können. Die Schüler erhalten nicht nur das nötige Wissen, sondern entwickeln auch eine wertvolle Hands-on-Erfahrung, die in der heutigen Zeit immer wichtiger wird. MINT-Cluster, die seit 2020 ins Leben gerufen wurden, zielen darauf ab, Chancengerechtigkeit zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren zu stärken.
Engagement für MINT-Talente
Das Engagement für MINT-Bildung geht über die Schule hinaus. Verschiedene Initiativen und Vereine setzen sich bundesweit dafür ein, MINT-Talente zu fördern. Zum Beispiel der Verein zur MINT-Talentförderung e.V. oder die Initiative Junge Forscherinnen und Forscher e.V. Diese Organisationen bieten nicht nur Projekte und Fortbildungen für Lehrkräfte an, sondern schaffen auch Netzwerke für den Austausch unter jungen Wissenschaftlern. So wird sichergestellt, dass das Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik nicht nur gewahrt, sondern auch weiter gefördert wird.
Die Volksschule Deutsch Tschantschendorf ist damit nicht nur ein Ort des Lernens, sondern ein lebendiges Beispiel dafür, wie Kinder in die Gestaltung ihrer Umgebung einbezogen werden können. Das alles, während sie spielerisch wichtige Kompetenzen für die Zukunft erlernen. Das Projekt berichtet auch von den Möglichkeiten, die MINT-Bildung bieten kann. Ein schönes Gefühl, wenn das, was man lernt, auch gleich praktisch umgesetzt werden kann!
Wer mehr über die aufregenden Entwicklungen in der MINT-Bildung erfahren möchte, kann sich gerne auf den Seiten des BMBF und der verschiedenen Initiativen umsehen. Es bleibt spannend, was die Zukunft bringen wird!
