Die Welt der Fotografie hat einen ihrer größten Stars verloren. Elfie Semotan, eine herausragende Fotokünstlerin, ist im Alter von 84 Jahren im Freibad Jennersdorf an einem Herzinfarkt verstorben. Vor wenigen Tagen feierte sie ihren 85. Geburtstag und lebte viele Jahre in Grieselstein, wo sie einen ehemaligen Bauernhof renoviert hatte, der ihr als Wohnsitz diente. Der plötzliche und unerwartete Tod hat viele getroffen, und trotz der sofort eingeleiteten Erste-Hilfe-Maßnahmen konnte ihr Leben nicht gerettet werden.

Elfie Semotan wurde am 1941 in Wels geboren. Ihre künstlerische Reise begann in der Modeschule in Wien-Hetzendorf, wo sie 1960 ihren Abschluss machte. Zunächst arbeitete sie einige Monate für die Modeschöpferin Gertrud Höchsmann, bevor es sie mit 20 Jahren nach Paris zog. Dort begann sie zunächst als Fotomodell, wo sie den Fotografen John Cook traf, der sie in die Welt der Fotografie einführte. Diese neue Leidenschaft führte letztlich dazu, dass sie in den 1970er Jahren den Schritt zur Fotografin wagte und sich damit einen Namen machte.

Einflussreiche Karriere und Auszeichnungen

Semotans Werke zierten die Seiten internationaler Mode-Magazine wie Vogue, Elle, Esquire, Marie Claire und Harper’s Bazaar. Besonders bekannt wurde sie für ihre Werbeprojekte, darunter Kampagnen für Palmers-Unterwäsche und Römerquelle-Mineralwasser. Ihre ersten Plakate für Palmers sorgten 1981 für feministischen Protest in Wien – ein Ereignis, das als „Wiener Wäschekrieg“ bekannt wurde.

In den 1980er Jahren arbeitete sie als Porträtfotografin für verschiedene internationale Magazine und dokumentierte Reisen sowie Künstlerporträts. Ihre kreative Partnerschaft mit dem Designer Helmut Lang begann 1986 und hinterließ ebenfalls Spuren in der Modewelt. Nach dem Tod ihres ersten Mannes, Kurt Kocherscheidt, zog sie 1992 nach New York, wo sie erfolgreich als Werbe- und Modefotografin tätig war. Zu ihren Auftraggebern zählten namhafte Magazine und Unternehmen.

Persönliches Leben und Vermächtnis

Elfie Semotan war nicht nur eine talentierte Fotografin, sondern auch eine Mutter von zwei Söhnen, Ivo und August, die sie mit Kocherscheidt großzog. Nach dessen Tod heiratete sie 1996 den Künstler Martin Kippenberger, mit dem sie bis zu seinem vorzeitigen Tod 1997 eine kreative Verbindung hatte. In den letzten Jahren lebte sie abwechselnd in New York, Wien und Jennersdorf. 2020 wurde der biografische Dokumentarfilm „Elfie Semotan, Photographer“ veröffentlicht, der ihr beeindruckendes Leben und Werk thematisierte.

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Ihr Tod kommt für viele unerwartet und hinterlässt eine Lücke in der Welt der Fotografie. Elfie Semotan war eine Pionierin, die nicht nur mit ihrer Kamera, sondern auch mit ihrem Leben Geschichten erzählte. Ihre Arbeiten werden weiterhin Inspiration für viele Fotografen und Künstlerinnen sein, die ihren eigenen Weg in der Kunst und Fotografie suchen. Der Verlust einer solchen Persönlichkeit lässt uns innehalten und über das Vermächtnis nachdenken, das sie hinterlässt.