Film- und Retromuseum in Minihof-Liebau eröffnet
In Minihof-Liebau, einem kleinen Ort in der Nähe von Jennersdorf, hat ein ganz besonderes Projekt das Licht der Welt erblickt: Alexander Ganev, ein leidenschaftlicher Filmfan und Polizeibeamter, hat sein eigenes Film- und Retromuseum eröffnet. Mit 56 Jahren bringt er nicht nur seine beruflichen Erfahrungen, sondern auch zwei Jahrzehnte an Sammelleidenschaft mit in dieses spannende Vorhaben. Inspiriert von seinen eigenen Kinobesuchen in der Jugend, begann Ganev mit dem Sammeln von Filmplakaten und entwickelte daraus eine beeindruckende Sammlung, die weit über die Plakate hinausgeht.
In seinem Museum, das sich in der ehemaligen Ordination von Dr. Ernst Eicher befindet, können Besucher Filmplakate, Programme, Zeitschriften, Starporträts, Autogramme, Filmmusik sowie historische Filmgeräte und Erinnerungsstücke bestaunen. Die aktuelle Ausstellung mit dem Titel „Die Welt des Films“ zeigt nicht nur verschiedene Filmplakate, sondern auch historische Projektoren und Abspielgeräte, die einem die Augen für die schillernde Vergangenheit des Films öffnen. Man spürt die Begeisterung Ganevs, wenn er leidenschaftlich Geschichten zu den Ausstellungsstücken erzählt und die emotionalen Erinnerungen, die Filme hervorrufen, lebendig werden lässt. Ehrlich gesagt, das ist mehr als nur eine Sammlung – es ist eine Reise durch die Filmgeschichte!
Ein Ort der Nostalgie und des Wissens
2017, also vor einigen Jahren, gründete Ganev den Kultur-, Nostalgie- und Filmclub Südburgenland. Damit legte er den Grundstein für eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die sich für die faszinierende Welt des Films begeistern. Das Museum ist nicht nur ein Ort für individuelle Entdeckungsreisen, sondern auch für Gruppenführungen, die nach Vereinbarung möglich sind. Für all jene, die sich für Filme interessieren und mehr über ihre Geschichte erfahren möchten, ist das Museum eine wahre Schatzkammer.
Die Öffnungszeiten sind dienstags, freitags und samstags von 14 bis 17 Uhr. Da bleibt genug Zeit, um sich in die verschiedenen Epochen des Films zu vertiefen. Ganev plant bereits über 40 weitere Ausstellungen zu verschiedenen Themen, darunter Filmgenres und Rocklegenden – das klingt nach einer Menge aufregender Inhalte!
Ein Blick auf die Filmgeschichte
Wenn wir über Filme sprechen, ist es spannend zu wissen, dass die Filmgeschichte bereits im Jahr 1895 ihren Anfang nahm. Die Brüder Skladanowsky zeigten im Berliner Wintergarten die ersten Filme vor einem zahlenden Publikum in Europa. Diese ersten Filmvorführungen waren meist kurze, unspektakuläre Alltagsereignisse, die in Varieté-Theatern für die Mittelschicht gedacht waren. Es dauerte nicht lange, bis das Interesse an inszenierten Handlungen aufkam und die technische Möglichkeit der bewegten Bilder die Menschen in ihren Bann zog. Die Brüder Lumière präsentierten wenig später ihren berühmten Cinématographe, der die Welt des Films revolutionierte.
Die frühen Filme waren oft mehr als nur Unterhaltung – sie dokumentierten reale Ereignisse und wurden von Pionieren wie Alice Guy-Blaché und Georges Méliès weiterentwickelt. Während sich die Filmindustrie in Hollywood und Europa formierte, entstanden ikonische Werke, die uns bis heute faszinieren. In der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg erlebte das Kino Höhen und Tiefen, und doch blieb die Leidenschaft für das bewegte Bild ungebrochen. Ganevs Museum in Minihof-Liebau ist also nicht nur ein Rückblick auf die Filmgeschichte, sondern auch ein lebendiges Zeugnis dieser Entwicklung, das die Faszination des Films für kommende Generationen bewahren möchte.
Wer also in der Nähe ist, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, dieses kleine, aber feine Museum zu besuchen. Es ist nicht nur eine Hommage an die Vergangenheit, sondern auch eine Einladung, die Zukunft des Films zu gestalten.
