Commerzialbank Mattersburg: Sechs Jahre nach dem Skandal bleiben die Ermittlungen ungelöst
Heute ist der 14.07.2026 und die Schatten der Commerzialbank Mattersburg werfen immer noch einen langen Schatten über die Region. Sechs Jahre nach der Schließung am 15. Juli 2020 sind die Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) alles andere als abgeschlossen. Tatsächlich laufen noch Verfahren gegen 16 Personen und neun Verbände, die in einen komplexen Strudel aus schwerem Betrug, Veruntreuung und anderen Vorwürfen verwickelt sind. Es ist ein richtiges Puzzlespiel, bei dem die Teile immer noch zusammengesetzt werden müssen.
Die Vorwürfe, die im Raum stehen, sind gravierend. Veruntreuung, betrügerische Krida, Bilanzfälschung und Geldwäscherei – die Liste ist lang. Besonders die ehemalige Bankvorständin Franziska Klikovits hat bereits ihre Strafe von sechs Jahren und vier Monaten zugesprochen bekommen. Und der Ex-Bankchef Martin Pucher? Der wurde im November 2025 für verhandlungsunfähig erklärt, nachdem er zwei Schlaganfälle erlitten hatte. Wenn sich sein Gesundheitszustand bessert, könnte das Verfahren gegen ihn möglicherweise wieder aufgenommen werden. Das ist ein bisschen wie ein Krimi, der sich über Jahre hinzieht.
Die Dimensionen des Skandals
Die Dimensionen des Commerzialbank-Skandals sind einfach schockierend. Gutachten zeigen, dass die Bank bereits seit 1999 zahlungsunfähig war. Der Gesamtschaden beläuft sich auf schätzungsweise 600 Millionen Euro! Dabei wurden nicht nur Gelder veruntreut, sondern auch Kredite an wirtschaftlich instabile Unternehmen vergeben. Die WKStA hat kürzlich Anklage gegen zwei ehemalige Vorstandsmitglieder und drei Unternehmer erhoben, die sich an diesen Machenschaften beteiligt haben. Diese Unternehmer haben Scheinrechnungen ausgestellt und sich so Millionenbeträge erschlichen. Der Schaden, der hier angerichtet wurde, ist einfach unvorstellbar.
Besonders pikant ist, dass von den 40 Millionen Euro, die aus der Bank veruntreut wurden, auch Gelder in den örtlichen Sportverein flossen. Das führte zur Rückgabe der Bundesliga-Lizenz des SV Mattersburg. Ein weiterer dunkler Punkt in der Geschichte ist der Rücktritt von Landesrat Christian Illedits (SPÖ), der ein Goldblatt vom SV Mattersburg angenommen hatte – ein Umstand, der zu einem Untersuchungsausschuss führte. Der Prozess gegen ihn endete mit einer Diversion. Ein bisschen wie in einem schlechten Film, in dem die Protagonisten immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten.
Die laufenden Ermittlungen
Die Ermittlungen sind noch lange nicht vorbei. Im Commerzialbank-Komplex laufen aktuell Verfahren gegen 35 Beschuldigte, darunter auch neun Verbände. Im März 2023 gab es Hausdurchsuchungen an fünf Standorten in zwei Bundesländern. Die WKStA hat ein dickes Aktendeckel, der sich über 62 Bände und 2.200 Ordnungsnummern erstreckt. Das sind echte Dimensionen! Und während einige Verfahren eingestellt wurden, laufen die Ermittlungen gegen die Abschlussprüfer der Bank weiter, die möglicherweise unrichtig ausgestellte Bestätigungsvermerke ausgestellt haben.
Es ist eine Geschichte, die das Vertrauen in die Bankenwelt und die Politik erschüttert hat. Man fragt sich, wie es so weit kommen konnte und was noch an die Oberfläche kommen wird. Der „Geschenkeakt“ hat bereits rund 120 mutmaßliche Geschenkempfänger identifiziert, viele Verfahren wurden jedoch eingestellt. Irgendwie bleibt das Gefühl, dass hier noch viele Geheimnisse schlummern.
Die Commerzialbank Mattersburg ist nicht nur ein Fall von wirtschaftlichem Versagen, sondern auch ein Spiegelbild gesellschaftlicher Missstände und des Umgangs mit Macht und Geld. In der kleinen Stadt Mattersburg bleibt die Aufarbeitung des Skandals ein Thema, das die Menschen weiterhin beschäftigt. Die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt.
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