In Österreich wird Gemüse geschätzt – und das nicht nur in der Küche, sondern auch auf den Feldern. Laut Statistik Austria konsumierten die Österreicher im Wirtschaftsjahr 2024/25 durchschnittlich 117,1 kg Gemüse pro Kopf. Doch wie sieht es mit der heimischen Produktion aus? Der Selbstversorgungsgrad für Gemüse liegt bei 57%. Ein Blick auf das Burgenland zeigt, dass dieses Bundesland ein echtes Gemüseanbaugebiet ist. Hier werden jährlich rund 62.000 Tonnen Gemüse geerntet, was fast 10% der gesamten österreichischen Produktion ausmacht. Zu den wichtigsten Gemüsearten zählen Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Salate, Zuckermais und Paradeiser.

Österreichweit wurden im Jahr 2025 insgesamt 726.800 Tonnen Feld- und Gartenbaugemüse geerntet, was einen Anstieg von 9% im Vergleich zum Vorjahr und 10% über dem Fünfjahresmittel bedeutet. So erfreuen sich die heimischen Gemüsesorten in den letzten Jahren großer Beliebtheit, was zum Teil an den guten Wachstumsbedingungen liegt. Zwiebeln, Karotten, Hülsenfrüchte und Zuckermais haben besonders hohe Erträge erzielt. Doch trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die Importabhängigkeit hoch, was für die heimischen Produzenten eine echte Herausforderung darstellt. Die Landwirtschaftskammer fordert daher faire Rahmenbedingungen für die regionale Produktion, um den Wettbewerb zu stärken.

Beliebtheit und Herausforderungen

Die Konsumenten legen immer mehr Wert auf die Herkunft ihrer Lebensmittel. Frische ist hierbei das wichtigste Kaufkriterium. Im Jahr 2025 waren Tomaten die meistgekaufte Gemüsesorte im Lebensmitteleinzelhandel, gefolgt von Zwiebeln, Karotten, Gurken und Paprika. Trotz dieser Nachfrage sieht sich die Branche mit Herausforderungen konfrontiert: Hohe Energiepreise, Pflanzenschutz und der Mangel an Arbeitskräften setzen den Produzenten zu. Bei Perlinger Gemüse in Wallern, einem der größten Gemüseproduzenten Österreichs, arbeiten rund 700 Mitarbeiter, von denen etwa ein Drittel als Saisonarbeitskräfte beschäftigt ist. Für Arbeitskräfte aus Drittstaaten gilt ein Kontingentsystem, und für das Jahr 2026 sind 3.496 Plätze für die Land- und Forstwirtschaft vorgesehen.

Die Gemüseproduktionsfläche im Burgenland erstreckt sich über etwa 1.500 Hektar, wobei rund 840 Hektar biologisch bewirtschaftet werden. Flächenmäßig sind die wichtigsten Kulturen Knoblauch und Zwiebeln mit einem Ertrag von ca. 8.000 Tonnen, gefolgt von Karotten, Pastinaken und Wurzelpetersilie mit etwa 5.550 Tonnen. Paprika, Salate und Zuckermais tragen ebenfalls zur bunten Vielfalt bei, während Paradeiser mit einem Ertrag von 18.000 Tonnen einen besonderen Platz in der burgenländischen Gemüseproduktion einnehmen.

Der Selbstversorgungsgrad im Kontext

Worauf es letztlich ankommt, ist der Selbstversorgungsgrad. In Österreich variiert dieser je nach Lebensmittelkategorie stark. Während der Selbstversorgungsgrad für Gemüse bei 55% liegt, sind die Werte für andere pflanzliche Produkte wie Obst mit nur 33% und für Pilze gar bei 16% besorgniserregend niedrig. Dies zeigt, dass weniger produziert wird, als verbraucht wird. Ein Selbstversorgungsgrad unter 100 bedeutet, dass die heimische Produktion nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken – und das ist ein Thema, das uns alle angeht. Die Daten stammen aus den Versorgungsbilanzen der Statistik Austria, die für das Wirtschaftsjahr 2023/24 Werte für pflanzliche Produkte präsentiert.

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Die Situation ist komplex und erfordert ein Umdenken sowohl bei den Produzenten als auch bei den Konsumenten. Ein bewussterer Umgang mit Lebensmitteln und der Fokus auf regionale Produkte könnten dazu beitragen, die heimische Landwirtschaft zu stärken. Wenn wir uns darüber bewusst sind, dass unser Gemüse nicht nur frisch, sondern auch aus der Region kommt, tun wir nicht nur uns selbst, sondern auch der Umwelt und der heimischen Wirtschaft etwas Gutes.

Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass die heimische Gemüseproduktion weiter wächst und dass der Selbstversorgungsgrad in den kommenden Jahren steigen kann. Denn frisches Gemüse auf dem Tisch der Österreicher sollte nicht nur eine Frage der Qualität, sondern auch der Verfügbarkeit aus heimischem Anbau sein.

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