In der Nacht auf Freitag, dem 15. Mai, geschah in Horitschon, im Bezirk Oberpullendorf, etwas, das die Gemüter erhitzt. Der Maibaum der Jugend Horitschon wurde umgeschnitten, und das, sagen wir mal, sorgt für großen Ärger. Der gemeinnützige Verein Jugend Horitschon hat daraufhin Anzeige erstattet. Auf Facebook äußern sie ihren Unmut über die Aktion, die sie als „hirnlos“ bezeichnen. Es wird betont, dass die Brauchtumspflege ihre Grenzen habe. Man könnte sagen, das ist ein klarer Fall von Unverständnis für Tradition.

Besonders pikant: Es ist tatsächlich nicht ungewöhnlich, dass ein Maibaum in der ersten Nacht fällt. Doch das Umgeschnittenwerden am 15. Mai – das ist weit abseits jeder Brauchtumspflege. Ein Zeuge hat zwei Burschen beobachtet, die gegen Mitternacht bei der Tat auf frischer Tat ertappt wurden. Diese mutmaßlichen Täter, die noch unbekannt sind, haben damit nicht nur einen Brauch verletzt, sondern auch Sachbeschädigung auf Privatgrund begangen – und das, wie der Verein klarstellt, ist kein Kavaliersdelikt.

Ein Blick auf den Maibaum-Brauch

Der Maibaum hat in Österreich und auch darüber hinaus eine lange Tradition. Er symbolisiert den Beginn des Frühlings, Gemeinschaft und natürlich auch etwas Freude. Am 1. Mai, oder oft sogar schon am Vorabend, wird in vielen Dörfern und Städten ein bunt geschmückter Baumstamm aufgestellt. Diese Feierlichkeiten sind oft ein großes Fest, begleitet von Musik, Trachten, Tanz und kulinarischen Leckereien. Was die Menschen an diesem Brauch so sehr schätzen? Das Gefühl des Zusammenkommens und das Feiern der Natur. Der Maibaum, oft in Weiß-Blau oder in den Farben der Region geschmückt, ist mehr als nur ein Baum – er steht für Wachstum, Fruchtbarkeit und neues Leben. Die Vorfreude auf das Maibaumfest ist in den Wochen davor spürbar, wenn die Burschenschaften und Vereine sich darauf vorbereiten.

Doch nun, durch diese unsensible Aktion, wird nicht nur der Brauch in Frage gestellt, sondern auch die Gemeinschaft, die mit so viel Mühe und Herzblut an den Festen arbeitet. Die Jugend Horitschon ist verständlicherweise verärgert, und die Polizei hat bereits die Ermittlungen aufgenommen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Sache entwickeln wird und ob die Verantwortlichen für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen werden können. Eines steht fest: Ein Maibaum ist mehr als nur ein Baum – er ist ein Teil der Kultur, die es zu bewahren gilt.