In Oberpullendorf sorgt die Schließung von vier Steinbrüchen im Burgenland für großes Aufsehen. Diese behördlichen Maßnahmen haben weitreichende Folgen für die betroffenen Betriebe und deren Mitarbeiter. Um gegen die Schließungen vorzugehen, haben sich die betroffenen Unternehmen zur „ARGE Naturgestein“ zusammengeschlossen. Ihr Ziel: eine Rückkehr zu einer wissenschaftlichen und sachlichen Grundlage in der Diskussion.

Die Schließungen wurden unter anderem durch Kritiken an der Probenahme und Analyse von Greenpeace ausgelöst. Der deutsche Sachverständige für Steine und Erden, Martin Kirschbaum, äußert Bedenken zur Methodik der Untersuchungen. Besonders die Anwendung der Richtlinie VDI 3866, die ausschließlich für absichtlich zugegebene Asbestminerale gilt, wird von ihm kritisiert. Für natürliche Gesteine wären andere Verfahren, wie das TRGS 517, vorgesehen, was die Validität der Ergebnisse in Frage stellt.

Expertenmeinungen und wirtschaftliche Folgen

Kirschbaum bezweifelt die Richtigkeit der Ergebnisse und bemängelt, dass die Probenahme an willkürlichen Stellen vorgenommen wurde. Die ARGE Naturgestein betont, dass Asbest in Hartgesteinen in gebundener Form unbedenklich sei. In den Steinbrüchen Badersdorf und Rumpersdorf wurden zudem regelmäßige behördliche Überprüfungen ohne Beanstandungen durchgeführt. Auch die Luftmessungen des vergangenen Jahres lagen überwiegend unter den festgelegten Grenzwerten, trotz einzelner Messwerte, die darüber lagen und auf betriebliche Situationen zurückzuführen sind. Maßnahmen zur Senkung dieser Werte wurden zwar vorgeschlagen, aber nicht umgesetzt.

Die Schließung der Betriebe hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen, sondern auch auf die rund 22 entlassenen Mitarbeiter. Existenzdruck steigt, und einige Betriebe sehen sich möglicherweise gezwungen, Konkurs anzumelden. Kirschbaum sieht keine belegte Gefährdungslage, die die Schließungen rechtfertigt. Die wirtschaftlichen Konsequenzen sind enorm; es entstehen zusätzliche LKW-Kilometer, die die Kosten weiter in die Höhe treiben.

Nachhaltigkeit und Biodiversität in der Baustoffindustrie

In einem breiteren Kontext stellt sich die Frage, wie die Baustoffindustrie zur Nachhaltigkeit und zum Schutz der Biodiversität beitragen kann. Ein Projekt in Deutschland, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, zielt darauf ab, Rohstoffunternehmen beim Artenschutz zu unterstützen. In zwölf Gewinnungsstätten wurden über 1.200 dokumentierte Tier- und Pflanzenarten identifiziert.

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Das Handbuch des Projekts „Ganzheitliches Biodiversitätsmanagement in der Baustoffindustrie“ (GiBBS) bietet Lösungen, um Biodiversität in die Unternehmensstrategie zu integrieren. Hierbei wird empfohlen, das Monitoring von Tier- und Pflanzenarten zu verbessern. Methoden wie DNA-Analysen und klassische Erfassungen kommen zum Einsatz, um neue Lebensräume für seltene Arten zu schaffen, etwa für die Pionierarten wie den Flussregenpfeifer und die Blauflügelige Sandschrecke.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation der Steinbruchbetreiber entwickeln wird und ob die ARGE Naturgestein ihre Ziele erreichen kann. Die Entwicklungen in der Baustoffindustrie sind nicht nur für die lokalen Unternehmen von Bedeutung, sondern auch für den Schutz der Umwelt und der Biodiversität. Für weitere Informationen zu den aktuellen Geschehnissen in Oberpullendorf und den damit verbundenen Diskussionen, besuchen Sie bitte die Quelle.