Am vergangenen Wochenende erlebte Unterrabnitz eine Zeitreise ins Frühmittelalter, die Besucher in die Welt von vor über 1300 Jahren entführte. Im Freilichtmuseum konnte man sich zwischen handgefertigten Zelten und historischen Gewändern bewegen, während der Duft von Feuerstellen in der Luft lag. Organisiert wurde dieses lebendige Ereignis vom Verein EXORATA, der sich der Vermittlung archäologischer und historischer Inhalte verschrieben hat. Hier konnten nicht nur Geschichtsinteressierte, sondern auch Familien und Neugierige in die faszinierende Epoche eintauchen.
Die Veranstaltung bot ein buntes Rahmenprogramm: Von Kindertöpfern über Schmiedevorführungen bis hin zu Führungen durch das Freilichtmuseum, da war für jeden etwas dabei. Besonders beliebt waren die handwerklichen Darbietungen, bei denen die Besucher den Schmieden und Töpfern bei ihrer Arbeit zuschauen konnten. Und für das leibliche Wohl sorgte eine Verkostung des „Hobbit-Eintopfs“, der anscheinend ganz nach dem Geschmack der Gäste ging.
Neueröffnung und Zukunft des Frühmittelalterdorfs
Die Begeisterung um das Frühmittelalterdorf in Unterrabnitz bleibt auch nicht stehen. Im Mai soll das Dorf durch EXORATA unter der Leitung von Manuela Thurner neu eröffnet werden. Nach der Auflösung des vorherigen Vereins, der das Freilichtmuseum betrieb, wird nun eine Neuausrichtung angestrebt. Ziel ist es, das Dorf als Archäologiedorf mit einer lebendigen historischen Darstellung und interaktiven Erlebnissen zu präsentieren.
Besucher werden auch künftig die Möglichkeit haben, in das Leben des Frühmittelalters einzutauchen. Das Gelände bleibt frei zugänglich, während die Häuser versperrt sind und bei Führungen geöffnet werden. Geplant sind regelmäßige Führungen, die einmal oder zweimal im Monat stattfinden werden. Manuela Thurner und Vereinsmitglieder werden diese durchführen und bieten dabei für Gruppen, Schulklassen und Erwachsene unterschiedliche Schwerpunkte an.
Interaktive Erlebnisse für Groß und Klein
Für die kleinen Entdecker sind spezielle Kinderführungen geplant, die neben Kurzvorträgen auch interaktive Aktivitäten wie Bogenschießen beinhalten. Erwachsene dürfen sich auf Erlebnisse freuen, die von Probeliegen auf einem frühmittelalterlichen Bett bis zum Tee kochen reichen. Ein weiteres Highlight sind die handwerklichen Workshops, wie der Töpferkurs im August oder der Schmiedeworkshop im September. Zudem sind Kinderarchäologietage während der Sommerferien vorgesehen, die den jüngeren Besuchern spannende Möglichkeiten bieten, die Welt der Archäologie zu erkunden.
Die Häuser und Werkstätten werden mit QR-Codes ausgestattet, die ein KI-generiertes Maskottchen namens Exorata aktivieren. Dieses Maskottchen erzählt Geschichten aus der Perspektive der Menschen, die vor 1300 Jahren lebten. Geheimcodes, ähnlich wie beim Geocaching, führen die Besucher zu kleinen Videos über die damalige Zeit. Zukünftige Erweiterungen des Dorfes sind ebenfalls in Planung und sollen Elemente anderer Epochen einschließen, wie einen steinzeitlichen Brotbackofen oder einen Töpferofen aus der Keltenzeit.
EXORATA hat sich als Zentrum für historischen und archäologischen Austausch etabliert und plant auch Projekte und Ausflüge im Burgenland. So wird das Frühmittelalterdorf nicht nur ein Ort der Begegnung und des Lernens bleiben, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der Geschichte, das die Faszination für unsere Vorfahren aufrechterhält.