Heute ist der 14.06.2026 und wir werfen einen Blick auf ein spannendes Projekt, das gerade in Sachsen und Sachsen-Anhalt entsteht. Das Chemie-Großforschungszentrum CTC, ein bedeutendes Vorhaben im Rahmen des Strukturwandels nach dem Kohleausstieg, knüpft erste Kontakte zur Industrie. Es wird dort kräftig an der Zukunft der Chemie gearbeitet, und das mit einem klaren Ziel vor Augen: klimafreundlichere Verfahren und der Einsatz von Recycling-Materialien. Die Bundesregierung unterstützt dieses ambitionierte Projekt bis 2038 mit rund 1,1 Milliarden Euro.

Aktuell arbeiten am CTC 62 Mitarbeiter aus zwölf verschiedenen Nationen. Diese Vielfalt bringt frischen Wind in die Forschung, die sich auf nachhaltige Kunststoffe, innovative Recycling-Verfahren und die Digitalisierung von Laborprozessen konzentriert. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Kreislaufwirtschaft – ein Konzept, das die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen verringern soll. Der Oberbürgermeister von Delitzsch, Manfred Wilde, hat bereits von einem Anstieg an Anfragen von Unternehmen zur Kreislaufwirtschaft berichtet. Das zeigt, dass hier nicht nur geforscht, sondern auch ernsthaft an der Umsetzung gearbeitet wird.

Der Campus in Delitzsch

In Delitzsch laufen die Vorbereitungen für einen Forschungscampus auf Hochtouren. Das Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik wird beräumt, und das erste Büro- und Laborgebäude soll bis 2028 fertiggestellt werden. Die Pläne sehen vor, dass bis 2038 an den Standorten Delitzsch und Merseburg rund 1.000 Menschen beschäftigt sein werden. Dies ist ein bedeutender Schritt für die Region, die sich nach dem Kohleausstieg neu orientieren muss.

Und auch in Merseburg ist man fleißig am Planen. Der zweite Standort wird ein hochautomatisiertes Pharma-Labor beherbergen. Wenn alles nach Plan läuft, könnten die Bauarbeiten dort 2028 beginnen, mit einer angestrebten Fertigstellung Anfang 2031. Die beiden Standorte versprechen nicht nur neue Arbeitsplätze, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Chemieindustrie auf dem Weg zur Klimaneutralität, wie Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann betont.

Ein Blick auf die Chemie der Zukunft

Die chemische Industrie in Deutschland ist ein großer Verursacher von CO2-Emissionen – etwa 4 Prozent der gesamten Emissionen stammen aus diesem Sektor. Das CTC und ähnliche Initiativen setzen daher auf neue Wege zur Emissionssenkung. Hier spielt die EU-Strategie für Kreislaufwirtschaft eine entscheidende Rolle, die grüne Chemie fördert und auf einen Null-Schadstoff-Ansatz abzielt. Die EU investiert sogar 600 Milliarden Euro, um die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf null zu reduzieren.

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Das Ziel ist klar: Abfallreduzierung, Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Ressourcen stehen im Vordergrund. Innovative Projekte setzen auf biobasierte Chemikalien und katalytische Verfahren, die umweltfreundliche Alternativen zu herkömmlichen Methoden bieten. Auch in Österreich gibt es Fortschritte in diesem Bereich, wie etwa Maßnahmen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft, darunter ein Pfandsystem und Reparaturboni. Diese Entwicklungen zeigen, dass ein Umdenken stattfindet – weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zu einem nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen.