125 Jahre Friedenskirche Stainz: Ein Fest der Gemeinschaft und des Glaubens
Am 27. September 2026 war es endlich soweit: Die Friedenskirche in Stainz feierte ihr beeindruckendes 125-jähriges Bestehen. Ein Anlass, der die Herzen der Gemeindemitglieder und Gäste gleichermaßen erwärmte. Superintendent Wolfgang Rehner, Superindentialkurator Michael Axmann und Pfarrer László László waren anwesend, um diesen besonderen Gottesdienst zu leiten. Die Musik von Kathrin Diwiak an der Orgel und Paul Diwiak auf der Gitarre untermalte den feierlichen Einzug und setzte den richtigen Rahmen für die Feierlichkeiten.
Zu Beginn begrüßte Kuratorin Iris Peyrer die Gäste und Konfirmanden herzlich. In seiner Ansprache blickte Michael Axmann auf die bewegte Geschichte der Kirche zurück und erwähnte die Los-von-Rom-Bewegung, die einen großen Einfluss auf die Gründung der evangelischen Gemeinde hatte. Dabei erinnerte er auch an Künstler, die 1901 geboren wurden – ein Jahr, das für die Friedenskirche von großer Bedeutung war.
Ein Blick in die Geschichte
Die Friedenskirche ist die evangelische Gemeindekirche von Stainz im Bezirk Deutschlandsberg, Steiermark. Gegründet wurde die Gemeinde 1899 von Dr. Alois Kogler, einem Anwalt, der zum Protestantismus konvertiert war. Die ersten Gottesdienste fanden in seiner Wohnung statt, und 1901 wurde der Bau der Friedenskirche initiiert. Der Grazer Architekt Georg Hönel entwarf das Gebäude, das im Stil einer kleineren Landkirche des Mittelalters gehalten ist.
Die Kirche wurde 1901 erbaut und hat eine polygonale Apsis mit einem seitlich stehenden Turm. Ursprünglich war der Kirchenraum ornamental ausgemalt, heute präsentiert er sich in schlichtem Weiß, wobei die originale Ausstattung erhalten blieb. Diese Details verleihen der Friedenskirche ihren besonderen Charme.
Die Gemeinde erlebte in den vergangenen Jahren Höhen und Tiefen. Als 1923 die Predigtstation Voitsberg zur selbständigen Gemeinde erhoben wurde, blieben nur noch 320 Gläubige in Stainz. 1957 wurde die Christuskirche in Deutschlandsberg errichtet, was die evangelische Gemeinschaft in der Region weiter stärkte. Im Jahr 2001 zählte die Gemeinde etwa 1.000 Mitglieder, heute sind es rund 700.
Ein Fest der Gemeinschaft
Nach dem Gottesdienst fand ein Pfarrfest statt, das Gemütlichkeit und Zusammenhalt förderte. Hier trafen sich die Mitglieder der Gemeinde, um die Feierlichkeiten gebührend ausklingen zu lassen. Bürgermeister Josef Wallner betonte in seiner Rede die Wichtigkeit des Friedens, der im Herzen der Menschen verankert ist. Zudem erinnerte Kurator Dietmar Böhmer an die Herausforderungen, die die Gemeinde im Laufe der Jahre gemeistert hat.
Andrea Reich sprach über den Rückgang des religiösen Lebens seit den 1600er Jahren und hob die Bedeutung der Ökumene hervor. Fürbitten wurden von Uwe Eck und Iris Peyrer für Weisheit und Glaubensstärke der Verantwortungsträger gesprochen – ein schöner Moment, der die Gemeinschaft zusammenbrachte.
Die Friedenskirche bleibt ein wichtiger Ort für die evangelische Gemeinde in Stainz und darüber hinaus. Sie bietet auch heute noch einen Raum für Glauben, Gemeinschaft und die Möglichkeit, die eigene Spiritualität zu leben. Mit einem Blick auf die Zukunft rief Pfarrer László László zu Spenden für die Christus-Kirche in Deutschlandsberg auf, um die evangelische Kirche weiter zu unterstützen.
Die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum waren ein wunderschönes Zeugnis für die lebendige Gemeinschaft und die tiefen Wurzeln der evangelischen Kirche in Stainz. Ein Ort, der nicht nur eine Kirche, sondern ein Zuhause für viele ist.
