Am 25. Oktober 2026 köchelte über offenem Feuer ein Kessel-Schwammerl-Gulasch. Als Koch wird Mike genannt. Der Beitrag stammt von Karl Heinz Ferk aus der Regionauten-Community und wurde am 26. Oktober 2026 um 07:28 Uhr veröffentlicht.

Fotos zeigen die Zubereitung und verweisen auf weitere Tagesfotos aus Deutschlandsberg. Der Kessel über der Flamme, der Duft von Zwiebeln und Gewürzen, dazu das langsame Blubbern – viel mehr braucht es für einen herzhaften Tag am Feuer eigentlich nicht.

Langsam schmoren, nicht hudeln

Kesselgulasch wird traditionell für sechs bis acht Personen in einem acht- bis zehn-Liter-Kessel gekocht. Am besten eignen sich Rinderschulter oder Rinderwade, weil diese Stücke beim langen Schmoren saftig bleiben. Für die angegebene Menge braucht es 1,2 bis 1,4 Kilogramm Fleisch, 1,0 bis 1,2 Kilogramm Zwiebeln, 100 bis 120 Gramm Butterschmalz oder Schmalz, vier bis fünf Knoblauchzehen, zwei Esslöffel Tomatenmark, zwei Esslöffel edelsüßes und einen Teelöffel rosenscharfes Paprikapulver, ein bis zwei Teelöffel Kümmel, zwei Lorbeerblätter, 700 bis 800 Gramm festkochende Kartoffeln, zwei bis drei Paprika, zwei Karotten sowie 2 bis 2,5 Liter Rinderbrühe. Salz und Pfeffer kommen zum Abschmecken dazu.

Das Fleisch wird in etwa drei Zentimeter große Würfel geschnitten, die Zwiebeln grob. Im heißen Schmalz brät man das Rind portionsweise kräftig an. Danach folgen Zwiebeln und Knoblauch, die kurz glasig bis leicht goldbraun werden. Das Tomatenmark röstet ungefähr eine Minute mit.

Dann heißt es: Flamme zurücknehmen. Der Kessel wird von der direkten Hitze genommen oder höher gehängt, erst danach kommt das Paprikapulver hinein. Bei voller Hitze kann es bitter werden. Mit Brühe wird abgelöscht, Lorbeer und Kümmel kommen dazu, zunächst etwa zwei Drittel der Flüssigkeit. Der Inhalt soll gut bedeckt sein, aber nicht wie eine dünne Suppe wirken.

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Rund 60 Minuten darf alles sanft schmoren. Kartoffeln und Karotten kommen danach in den Kessel, die Paprika etwas später, damit sie nicht zerfallen. Weitere 60 bis 90 Minuten bei niedriger Hitze folgen, bis das Fleisch weich ist. Ideal sind etwa 90 bis 95 Grad Celsius: Der Kesselinhalt soll ruhig und gleichmäßig blubbern, nicht wild kochen.

Feuer im Griff behalten

Zum Anbraten ist kurzzeitig kräftige Hitze gefragt. Danach hängt der Kessel höher, hauptsächlich Glut übernimmt. Zu viel Feuer lässt Flüssigkeit zu schnell verdampfen, macht das Fleisch fest und kann den Boden anbrennen lassen. Ist die Hitze zu gering, lösen sich die Zwiebeln nicht richtig auf und die Sauce bleibt dünn.

Gerührt wird nur gelegentlich. Falls Flüssigkeit fehlt, sollte heiße Brühe oder heißes Wasser nachgegossen werden – kalte Flüssigkeit bremst den Garprozess. Je nach Fleischstück und Menge kann die Zubereitung auch länger als drei Stunden dauern; Vorbereitung und Garzeit liegen meist bei etwa 2,5 bis drei Stunden.

Ein stabiler Dreibein- oder Kesselhalter, ein langer Holzlöffel, hitzefeste Handschuhe und möglichst trockenes Brennholz gehören zur Ausrüstung. Regelmäßiges, aber nicht hektisches Umrühren verhindert das Anbrennen. Wer das offene Feuer scheut, kann das Gulasch alternativ in einem großen Topf auf dem Herd zubereiten.

Ein paar Stolpersteine sind schnell passiert: Paprikapulver im zu heißen Fett verbrennen lassen, zu wenige Zwiebeln nehmen, das Fleisch zu klein schneiden oder zu früh zu viele Kartoffeln hineingeben. Auch dauerhaft starke, unruhige Hitze tut dem Gericht nicht gut. Zu Beginn sollte man außerdem sparsam salzen und nicht ständig abschmecken. Salz, Pfeffer und gegebenenfalls Kümmel werden am besten erst in den letzten 15 bis 20 Minuten abschließend dosiert.

Rustikaler als das klassische Gulasch

Kesselgulasch ist gröber, flüssiger und rustikaler als ein klassisches Gulasch. Es erinnert eher an einen kräftigen Eintopf oder eine Gulaschsuppe mit Fleisch, Kartoffeln und Paprika. Das Ergebnis soll locker und saftig sein, umgeben von einem dunklen Fond – nicht kompakt wie ein Bratenragout.

Kartoffeln machen das Gericht sämiger und sättigender. Wer sie weglässt, erhält eine freiere, fleischbetonte Sauce; Bauernbrot oder Spätzle passen dann gut dazu. Auch ein Schuss dunkles Bier kann zusätzliche Malznoten und Tiefe bringen. Mehr Paprika und Schärfe führen zu einer würzigeren, ungarischeren Variante.

Am Ende soll sich das Fleisch mit leichtem Druck teilen lassen, ohne vollständig zu zerfallen. Die Kartoffeln müssen weich sein und trotzdem ihre Form behalten. Die Sauce haftet am Löffel, darf aber nicht zu dick sein. Ist sie zu dünn, kann das Gulasch offen noch einige Minuten nachziehen. Bei zu kräftigem oder scharfem Geschmack hilft zusätzliche Brühe, danach wird erneut abgeschmeckt.

Vom Hirtenkessel zur Gartenparty

Kesselgulasch gilt als bekannte ungarische Spezialität. Traditionell wird es in einem großen Kessel über offenem Feuer gekocht. Ursprünglich bereiteten Hirten der ungarischen Puszta das Gericht mit Rindfleisch, Kartoffeln, Paprika und Gewürzen zu. Heute ist es auch in Deutschland und anderen Ländern verbreitet. Das Feuer bringt eine rustikale, leicht rauchige Note, während langsames Schmoren die Aromen von Fleisch, Paprika, Zwiebeln und Gewürzen vertieft.

Typisch sind Rindfleisch aus Schulter oder Wade, Zwiebeln, frische Paprika, ungarisches Paprikapulver, Kartoffeln, Kümmel, Knoblauch, Majoran und Lorbeerblatt. Rinderbrühe und Rotwein werden ebenfalls genannt. Für mehr Schärfe sorgen Chili oder scharfes Paprikapulver. Eine Bauernvariante kann zusätzlich Speck und weitere Gewürze enthalten.

Das Rezept lässt sich für unterschiedliche Gruppengrößen anpassen und eignet sich für Feiern und Gartenpartys, weil es vorbereitet und gemeinsam am Feuer gegessen werden kann. Für etwa 20 Personen werden ungefähr 3,5 Kilogramm Fleisch, zwei Kilogramm Kartoffeln und sechs Paprika genannt; dafür braucht es einen Kessel mit mindestens 10 bis 15 Litern oder einen Gasbrenner. Für vier Personen kann die Menge halbiert werden. Im aufgeführten Rezept sind acht Portionen mit 480 kcal pro Portion angegeben, dazu 20 Gramm Fett, 35 Gramm Kohlenhydrate, sechs Gramm Ballaststoffe, sieben Gramm Zucker und 35 Gramm Eiweiß – bezogen auf eine Ernährung mit 2.000 kcal täglich.

Neben Rinderschulter und Wade kommen auch gut durchwachsener Schweinenacken oder Schweineschulter sowie eine Mischung aus Rind- und Schweinefleisch infrage. Das Fleisch sollte zunächst scharf angebraten werden, anschließend werden Zwiebeln und Paprika mitgedünstet; für das Schmoren sind mindestens zwei Stunden einzuplanen. Kartoffeln können direkt mitgeschmort werden und nehmen dann die Gewürze auf.

Wer es feuriger mag, verwendet mehr scharfes Paprikapulver sowie frische Chili oder Chiliflocken. Zum Servieren passt Sauerrahm. Vegetarisch lässt sich das Fleisch durch Linsen oder Jackfruit ersetzen; zusätzliche Paprika und Kartoffeln geben Konsistenz, Sojasoße oder Räuchersalz Würze.

Auf den Tisch kommen Bauernbrot, ungarisches Weißbrot, Fladenbrot, Laugengebäck oder Semmeln. Auch einfache Spätzle sowie Semmelknödel oder Serviettenknödel sind möglich. Dazu passen saure Gurken, Gurkensalat mit Dill, ungarischer Krautsalat mit Kümmel und Essig oder Tomatensalat mit roten Zwiebeln. Saure Sahne oder Crème fraîche können als Topping dienen; als Getränke werden ungarischer Rotwein, ungarisches Bier oder Pálinka als Digestif genannt.

Verwandt sind die ungarische Gulaschsuppe, Pörkölt als Fleischeintopf mit weniger Flüssigkeit und Halászlé, eine ungarische Fischsuppe mit Paprika. Und im Kessel in Deutschlandsberg? Da durfte am 25. Oktober 2026 jedenfalls ein Schwammerl-Gulasch über dem Feuer langsam vor sich hin schmoren.

Quelle: MeinBezirk Deutschlandsberg
Zusätzliche Informationen: Töff-Töff Essen
Hintergrund und Rezeptdaten: Küche gemacht