Heute, am 23. Oktober 2026, fand im malerischen Deutschlandsberg eine bemerkenswerte Veranstaltung statt, die sich mit einem Thema von großer Bedeutung befasste: Die Herausforderungen und Chancen von Pflegefamilien. Die ehemalige steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic, selbst als Adoptivkind aufgewachsen, sprach beim Rotary Club Steierska-Štajermark über ihre persönlichen Erfahrungen und die Verantwortung, die wir gegenüber Pflegekindern tragen.

Klasnic, die mit neun Jahren von ihrer Adoption erfuhr, erzählte bewegend von ihrer Kindheit. Aufgewachsen in einer Familie, die elf Pflegekinder aufgenommen hatte, betont sie, wie prägend diese Erlebnisse für ihr späteres Engagement in der Politik waren. „Es braucht Geduld und viel Liebe, um diesen Kindern ein Zuhause zu geben“, sagt sie. Die Herausforderungen bei der Suche nach geeigneten Pflegeeltern sind groß, und Klasnic weiß genau, wovon sie spricht. Trotz ihrer Erfolge als Politikerin, wo sie sich unter anderem für anonyme Geburten und die Aufarbeitung von Missbrauch stark machte, sieht sie die Notwendigkeit, die Unterstützung für Pflegefamilien zu verbessern.

Pflegefamilien in der Steiermark

Uli Reimerth, die Geschäftsführerin der steirischen Pflegefamilienorganisation affido, bringt weitere Lichtblicke in die Diskussion. Sie informiert über die aktuelle Situation in der Steiermark: Über 500 Pflegefamilien kümmern sich um mehr als 785 Kinder, doch nur etwa 60 von ihnen sind bereit, kurzfristig in Krisensituationen einzugreifen. Das bedeutet, dass viele Anfragen abgelehnt werden müssen – eine frustrierende Lage, die offenbar dringend mehr Aufmerksamkeit und Ressourcen benötigt. Die Rahmenbedingungen für Krisenpflegeeltern sind oft schwierig, da viele von ihnen neben der Betreuung keine Berufstätigkeit ausüben können und hohe finanzielle Risiken tragen müssen.

Familiäre Krisen, sei es durch Gewalt oder psychische Erkrankungen, sind häufige Ursachen für Vernachlässigung. Diese Hintergründe gilt es zu beleuchten und zu adressieren, um das Leben der betroffenen Kinder nachhaltig zu verbessern. Klasnic appelliert eindringlich an die Gesellschaft, mehr Menschen zu motivieren, Pflegeeltern zu werden und sich mit voller Hingabe für diese Kinder einzusetzen.

Unterstützung für Pflegefamilien

Die Bundesfamilienministerin Karin Prien hebt hervor, wie wichtig Pflegefamilien für die Zukunft von Kindern in schwierigen Lebenssituationen sind. Sie plant eine bundesweite Kampagne, die unter dem Motto „Zeit, die prägt“ stehen soll. Das Ziel dieser Initiative ist es, das Bewusstsein für das Thema Pflegefamilien zu schärfen, Engagementmöglichkeiten aufzuzeigen und neue Pflegefamilien zu gewinnen. Dabei stehen Fragen im Raum wie: Wer kann ein Pflegekind aufnehmen? Welche Unterstützung gibt es? Und was sind die Herausforderungen, die es zu meistern gilt?

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Das Bundesfamilienministerium hat die Informationen dazu im Familienportal gebündelt. Jugendämter und Fachverbände spielen eine entscheidende Rolle, um potenzielle Pflegefamilien zu gewinnen und sie während ihrer Zeit als Pflegeeltern zu begleiten. Es ist ein notwendiger Schritt, um die Lebensrealitäten der Kinder zu verbessern und ihnen eine sichere und förderliche Umgebung zu bieten.

Bei der Veranstaltung in Deutschlandsberg wurde auch ein Projekt zur Unterstützung eines slowenischen Pflegekindes vorgestellt. Eine 15-Liter-Großflasche Malvazija wurde versteigert, um die Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit von Pflegefamilien zu lenken und finanzielle Unterstützung zu generieren. Solche Initiativen zeigen, dass Gemeinschaft und Solidarität Hand in Hand gehen, wenn es darum geht, den Schwächsten in unserer Gesellschaft zu helfen.