Heute ist der 30.04.2026, und wir befinden uns in Innsbruck-Stadt, wo der Fachkräftemangel nicht nur ein Schlagwort, sondern eine ernsthafte Herausforderung für Unternehmen darstellt. Bei einem Unternehmer:innen Frühstück in Fügen hielt der erfahrene Unternehmensberater Mag. Hannes Aigner einen aufschlussreichen Vortrag über die strukturellen Probleme, die dieser Mangel mit sich bringt. Aigner betonte, dass Unternehmen nicht nur die offenen Stellen besetzen müssen, sondern auch die Folgen von Fehlbesetzungen in Kauf nehmen, die wirtschaftliche und organisatorische Nachteile mit sich bringen können. Es ist ein Thema, das alle betrifft, nicht nur die HR-Abteilungen, und es erfordert strategisches Denken, um diese Herausforderung zu meistern. WKO Tirol
Ein zentraler Punkt in Aigners Vortrag war die Notwendigkeit, die Arbeitgebermarke zu stärken. Viele Unternehmen unterschätzen den Fachkräftemangel und vernachlässigen es, sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren. Eine klare Sichtbarkeit der Arbeitgebermarke sowie die Definition von Benefits sind entscheidend, um Talente anzuziehen. Darüber hinaus ist eine strukturierte Herangehensweise an das Bewerbungsmanagement und das Onboarding unerlässlich. Wenn man sich Zeit für die Einschulung nimmt, kann das späteres Nachbesetzen vermeiden helfen, so Aigner.
Fachkräftemangel: Ein weitreichendes Problem
Die Problematik des Fachkräftemangels wird nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland immer drängender. Bis 2026 sollen dort mehr als 2,1 Millionen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, was die volkswirtschaftlichen Kosten auf über 100 Milliarden Euro jährlich steigen lässt. Unternehmen berichten von Umsatzeinbußen von 15 bis 25 Prozent aufgrund unbesetzter Stellen. Das ist schon ziemlich heftig, oder? Und die demografische Entwicklung trägt ihren Teil dazu bei: Bis 2030 scheiden 12,9 Millionen Menschen aus dem Erwerbsleben aus, während nur 8,2 Millionen nachrücken. Diese Lücke von 4,7 Millionen wird für viele Unternehmen zur echten Herausforderung Mission Personal.
In der Vergangenheit waren traditionelle Recruiting-Methoden oft nicht genug. Modernes Recruiting, wie Social Recruiting und datengetriebenes Recruiting, zeigt jedoch Erfolge. Dabei erreicht das Social Media Recruiting sogar passive Kandidaten, die nicht aktiv auf der Suche sind – das sind immerhin 70 Prozent der Arbeitnehmer. Und wenn man bedenkt, dass individualisierte Kontaktaufnahmen über 40 Prozent Antwortquoten erzielen, wird klar, dass Personalgewinnung heute ganz anders funktioniert als noch vor ein paar Jahren.
Employer Branding und Mitarbeiterbindung
Ein Aspekt, der immer wichtiger wird, ist das Employer Branding. Eine aktuelle Studie der Universität Bamberg hat gezeigt, dass 76 Prozent der befragten Unternehmen es als kritischen Erfolgsfaktor betrachten, ihre Alleinstellungsmerkmale hervorzuheben und attraktive Arbeitsbedingungen zu bieten. Flexibilität, eine gute Vergütung und Entwicklungsmöglichkeiten sind für die Mitarbeiterbindung entscheidend. Wenn man bedenkt, dass die Ersetzungskosten einer Fachkraft 1,5 bis 3-fach des Jahresgehalts betragen können, wird klar, wie wichtig es ist, die bestehenden Mitarbeiter zu halten. Personalblatt
Die Digitalisierung im Recruiting spielt ebenfalls eine große Rolle. KI kann den Rekrutierungsprozess effizienter gestalten und die Matching-Qualität verbessern. Virtuelle Karrieremessen und Plattformen wie LinkedIn sind inzwischen unverzichtbar, um die richtigen Talente zu finden. Und wer hätte gedacht, dass diverse Teams nachweislich innovativer und produktiver sind? Es ist also an der Zeit, alte Konzepte zu überdenken und neue Arbeitsmodelle zu adaptieren, um im Wettbewerb um die besten Köpfe nicht ins Hintertreffen zu geraten.
Die nächsten Veranstaltungen der WK-Bezirksstelle Schwaz bieten eine gute Gelegenheit, sich weiterzubilden und neue Ansätze im Recruiting zu diskutieren. Am 21. Mai 2026 wird Christoph Albrecht im Hotel Berghof in Mayrhofen über „Starke Preise trotz Gegenwind“ sprechen, gefolgt von einem Vortrag des Notars Josef (Peppo) Reitter zum Thema „Schenken oder Vererben“ am 16. Juni 2026. Da könnte man sicher das ein oder andere lernen, um die Herausforderungen im Personalbereich besser zu meistern.