Erinnerungen leben lassen: Das besondere Café gegen das Vergessen
Am 21. September 2026 wurde im Caritas-Pflegewohnhaus „Haus Theresia“ in Feldkirchen ein ganz besonderes Erinnerungscafé zum Weltalzheimertag veranstaltet. Das Motto lautete „Erinnern beugt Vergessen vor“ und das Ziel war klar: Die Erinnerungsfähigkeit und die soziale Interaktion von Menschen mit Demenz zu fördern. In einer wohltuend gemütlichen Atmosphäre – mit Kaffee und Kuchen, versteht sich – kamen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zusammen. Dabei wurden nicht nur Erinnerungen ausgetauscht, sondern auch nostalgische Alltagsgegenstände wie Kaffeemühlen und Ratschen aus der Schublade geholt, um Gespräche anzuregen.
Die Musik spielte ebenfalls eine zentrale Rolle. Im Programm waren Lieder, die zum Mitsingen einluden. Pflegedienstleiter Stefan Rabl hob die immense Bedeutung von Wertschätzung und Aufmerksamkeit für Menschen mit Demenz hervor. „Das Erinnerungscafé fördert sowohl die Sinneswahrnehmung als auch das Miteinander“, betonte er und strahlte dabei eine Begeisterung aus, die alle Anwesenden mitriss.
Demenz kennt keine Altersgrenze
Ein zentraler Aspekt der Demenz ist, dass sie keine Altersgrenze kennt. Viele glauben, sie betreffe hauptsächlich ältere Menschen. Stimmt zwar, aber auch Jüngere können betroffen sein. Oft zeigen Betroffene keine sichtbaren Symptome und ihre Lebensrealitäten sind so vielfältig wie das Leben selbst. Manche sind berufstätig, während andere vielleicht alleinstehend sind oder sich um ihre Kinder kümmern. Diese Vielfalt wurde beim Erinnerungscafé spürbar, als Menschen aus verschiedenen Generationen zusammenkamen, um Erinnerungen zu teilen und Verständnis für die Erkrankung zu schaffen.
Das Motto des Welt-Alzheimertags 2026 – „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ – verdeutlicht, dass Demenz eine gemeinsame Herausforderung für die Gesellschaft darstellt. Die „Woche der Demenz“, die vom 21. bis 27. September 2026 stattfindet, thematisiert die generationenübergreifende Bedeutung dieser Erkrankung. Auf Initiative des Bundesfamilienministeriums werden verschiedene Angebote für alle Altersgruppen bereitgestellt, um das Bewusstsein zu schärfen und das Verständnis für Demenz zu fördern.
Welt-Alzheimertag: Ein globales Anliegen
Bereits seit 1994 wird der Welt-Alzheimertag, initiiert von Alzheimer’s Disease International und der WHO, weltweit gefeiert. Dabei stehen die Lebenssituationen von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen im Vordergrund. In Deutschland leben etwa 1,8 Millionen Menschen mit dieser Erkrankung, und die Angehörigen – Partner, Kinder, Enkelkinder – sind oft ebenso betroffen. Es ist wichtig, ein respektvolles und offenes Umfeld für alle Beteiligten zu schaffen, um die Lebensfreude und gesellschaftliche Teilhabe zu bewahren.
Mit Initiativen wie dem Erinnerungscafé in Feldkirchen wird genau das erreicht. Es ist ein Ort des Austauschs und des Miteinanders, der die Sinneswahrnehmung fördert und die Herzen der Anwesenden berührt. Auch wenn die Herausforderungen groß sind, so wird hier deutlich, dass es auch in der Demenz Momente der Freude und Zusammengehörigkeit gibt. Und das ist es, was zählt.
