In der Nacht vom 7. Oktober 2026 wurde das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg (HSZ-BW) in Reutlingen Opfer eines massiven Cyberangriffs, der weitreichende Folgen für mehrere Hochschulen in der Region hat. Die betroffenen Institutionen sind unter anderem die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Mannheim, die Hochschule für Musik Karlsruhe, die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd sowie die Hochschule Aalen. Der Vorfall kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Cyberangriffe auf staatliche Einrichtungen in den letzten Monaten zugenommen haben – ein Beispiel ist der Angriff auf das Badische Landesmuseum in Karlsruhe im Juni dieses Jahres.

Der Angriff wurde von der IT-Abteilung am Mittwochabend bemerkt, woraufhin sofortige Maßnahmen ergriffen wurden. Alle Systeme wurden offline genommen, die Internetverbindung gekappt und die Telefonanlage deaktiviert. Auch die Verbindungen zu den angebundenen Hochschulen wurden vorsorglich getrennt. Ein Krisenstab nahm am darauffolgenden Donnerstagmorgen seine Arbeit auf, um die Situation zu bewältigen. Das Wissenschaftsministerium bestätigte den Vorfall und informierte die zuständigen Ermittlungsbehörden sowie die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg.

Ermittlungen und Datenlage

Die Ermittlungen werden vom Polizeipräsidium Reutlingen in Zusammenarbeit mit der Cybercrime-Abteilung der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe durchgeführt. Interne und externe Spezialisten sind an der Behebung des Vorfalls beteiligt. Der genaue Umfang und die Art des Datenabflusses sind derzeit noch unklar. Es gibt Berichte, dass die Daten, darunter auch Personal- und Kontodaten, bei dem Cyberangriff verschlüsselt wurden, was den Zugriff auf die Informationen erheblich erschwert.

Das Ministerium hält sich bislang bedeckt, was die Art und den Umfang der möglicherweise abgeflossenen Daten betrifft. Es gibt keine Bestätigung, ob Daten unerlaubt abgeleitet wurden oder ob Erpresserforderungen gestellt wurden. Die Hochschule Mannheim hat jedoch vorübergehend E-Mail-Kontakte für Studieninteressierte eingerichtet und eine externe Informationsseite bereitgestellt, um die Bewerber auf dem Laufenden zu halten.

Auswirkungen auf die Hochschulen

Besonders betroffen ist die Hochschule für Musik Karlsruhe, deren Bewerbungsportal während des Angriffs ausgefallen ist. Die Institution hat das Verfahren für die Aufnahmeprüfungen auf die Einreichung per E-Mail umgestellt. Bewerbungen, die vor dem 7. Oktober eingegangen sind, müssen erneut eingereicht werden, und die Bewerbungsfrist wurde bis zum 15. November verlängert. An der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd soll der Lehrbetrieb planmäßig am 13. Oktober starten, was den Studierenden sicherlich Erleichterung bringt.

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Die betroffenen Hochschulen sind nicht allein in dieser Krise. Mit der Aussetzung der IT-Systeme sind nicht nur die Bewerbungsprozesse betroffen, sondern auch die Campus-Management-Systeme sowie SAP- und ERP-Systeme für die Finanz- und Personalverwaltung stehen still. Die Dimension des Angriffs wird erst allmählich klar, und die Studierenden fragen sich, wie es weitergeht.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) blieb von dem Vorfall verschont, während die anderen Hochschulen nun mit den Folgen des Angriffs umgehen müssen. Die Lage bleibt angespannt, und alle Beteiligten hoffen auf eine schnelle Klärung der Situation, während die Ermittlungen laufen.