Heute ist der 7. Oktober 2026, und in Gmünd steht eine besondere Vortragsreihe bevor, die uns auf eine nachdenkliche Reise zur Auseinandersetzung mit dem Lebensende mitnimmt. Steffi Kempf, die regionale Seelsorgebeauftragte der Vinzenz-von-Paul-Stiftung, hat mit ihrem Team eine dreiteilige Serie konzipiert, die helfen soll, offene Fragen zur letzten Lebensphase zu klären. Es ist schade, wie oft Wünsche und Bedürfnisse von Sterbenden unerhört bleiben, und genau hier setzt diese Initiative an.

Am 16. Oktober um 18 Uhr wird die Reihe mit einem Vortrag von Maria Steinbrück, einer erfahrenen Hospiz- und Palliativfachkraft, eröffnet. Sie wird Einblicke in die Erfahrungen von Menschen in ihren letzten Tagen und Stunden geben. Dabei werden grundlegende Themen wie die körperlichen, seelischen und emotionalen Prozesse des Sterbens behandelt. Auch die Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross kommen zur Sprache, deren Theorie 1969 in ihrem Buch „Interviews mit Sterbenden“ vorgestellt wurde. Diese Phasen sind nicht starr – sie können in unterschiedlicher Reihenfolge auftreten und bieten einen wertvollen Rahmen, um die komplexen Emotionen, die beim Sterben auftreten, besser zu verstehen.

Die Phasen des Sterbens

Die erste Phase, das Nicht-Wahrhaben-Wollen, ist oft geprägt von einer tiefen Hoffnung auf einen Irrtum. Betroffene möchten die Diagnose nicht akzeptieren und leben oft noch wie gewohnt. Das kann für Angehörige sehr herausfordernd sein. Palliativmediziner raten, den Sterbenden nicht alleine zu lassen, sondern sie in ihrem Prozess zu begleiten. In der zweiten Phase, dem Zorn, wird die Diagnose akzeptiert, aber die Reaktion kann negativ und aggressiv ausfallen. Es ist eine Zeit, in der Emotionen hochkochen und der Sterbende nach einem Ventil für seine Wut sucht.

Der Vortrag von Maria Steinbrück wird helfen, diese Emotionen zu verstehen und zu begleiten. Am 17. Oktober von 9 bis 12 Uhr findet der zweite Teil der Vortragsreihe statt, in dem es um Vorsorgedokumente geht. Rechtsanwältin Irene Meixner und Ärztin Katharina Ciupke werden aufklären, welche Regelungen aus juristischer und medizinischer Sicht wichtig sind. Sylke Gamisch hebt hervor, wie hilflos Angehörige oft sind, wenn der Tod plötzlich eintritt. Hier sind Vorsorgedokumente von unschätzbarem Wert – sie können viel Not und Unsicherheit nehmen.

Bestattungsvorsorge und eigene Wünsche

Der dritte Teil der Reihe, am 19. Oktober um 18 Uhr, widmet sich der Bestattungsvorsorge. Dr. Axel Schwaigert vom Bestattungshaus Haller wird Möglichkeiten vorstellen, wie individuelle Wünsche und Vorstellungen zur Bestattung festgehalten werden können. Romanus Kreilinger betont, wie wichtig es ist, rechtzeitig über Bestattungswünsche nachzudenken. Diese Gespräche sind oft nicht leicht, aber sie helfen, dem Ungewissen mit mehr Ruhe und Sicherheit zu begegnen.

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Die AG Sterbephase, die sich mit der Behandlung und Begleitung von sterbenden Menschen beschäftigt, weist darauf hin, dass die meisten Menschen nicht in spezialisierten Palliativeinrichtungen sterben. Oft geschieht das in der allgemeinen Palliativversorgung oder sogar auf einer normalen Krankenhausstation. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Angehörige und Freunde wissen, wie sie in solchen Situationen unterstützen können. Der Bedarf an einer würdevollen Sterbebegleitung und einer symptomlindernden Behandlung ist stets gegeben, egal wo jemand verstirbt.

Ein guter Austausch, wie er in dieser Vortragsreihe gefördert wird, kann helfen, die eigenen Ängste zu mindern und den Prozess des Sterbens ein Stück weit verständlicher zu machen. Es ist eine Einladung, das unvermeidliche Thema Tod nicht länger zu tabuisieren, sondern ihn als natürlichen Teil des Lebens zu akzeptieren. Schließlich ist es nie zu früh oder zu spät, sich mit dem eigenen Lebensende auseinanderzusetzen.