Im Grazer Opernhaus gibt es große Veränderungen: Ballettdirektor Dirk Elwert wird die Oper Graz zum Ende der Saison 2027/28 verlassen. Diese Entscheidung fiel nicht leicht, doch sie steht im Zeichen der aktuellen Entwicklungen innerhalb der Bühnen Graz. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, den Vertrag von Intendant Ulrich Lenz nicht über die Saison hinaus zu verlängern, was Elwerts Schritt maßgeblich beeinflusste. Er selbst trat sein Amt erst im September 2023 an und hat seither die Ballett-Sparte in Graz mit frischem Wind versehen.

Unter Elwerts Leitung hat das Ballett Graz ein künstlerisches Profil entwickelt, das weit über die Stadtgrenzen hinaus wahrgenommen wird. Er brachte neue Schwerpunkte in Form von zeitgenössischen Produktionen und kreativen choreografischen Ansätzen. Werke wie „Bach Variations“, „Vom Verschwinden der Körper“ und „Follia!“ sind nur einige Beispiele seiner beeindruckenden Arbeit. Besonders hervorzuheben ist, dass er jungen Choreografen und Choreografinnen Raum gegeben hat, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen.

Ein Ende und ein Neuanfang

Allerdings wird Elwert auch in den kommenden Jahren aktiv bleiben. Bis zu seinem Ausscheiden im August 2028 hat er bereits einige spannende Projekte in der Pipeline, darunter die Inszenierungen „Romeo und Julia“, „Ikarus“ und eine Wiederaufnahme von „Follia!“ für die Saison 2026/27. Seine Entscheidung, Graz zu verlassen, beschreibt er als das Ende eines wichtigen Kapitels in seiner Karriere. Dankbar blickt er auf die Zusammenarbeit mit dem Ensemble und den Künstlern zurück, die ihm viel Vertrauen und Freiraum gegeben haben. Intendant Lenz wiederum würdigt Elwerts Arbeit und hebt hervor, dass er dem Publikum neue Zugänge zum Tanz eröffnet hat.

Dirk Elwert bringt eine umfassende Vita mit. Sein Studium der Theaterwissenschaft absolvierte er an der Universität Köln, gefolgt von einer Schauspielausbildung in Zürich und München. Seine Karriere führte ihn durch verschiedene Theater, unter anderem nach Hannover und Heilbronn. Ab 1992 war er als Ballett-Dramaturg in Nürnberg tätig und gründete später das TANZWERK, ein Forum für zeitgenössischen Tanz und Ballett. Von 2002 bis 2016 war er der künstlerische Projektleiter für The.Lab Art & Media in Berlin, wo er internationale Tanzkompanien und Festivals verantwortete.

Die Zukunft des Balletts

Während Elwerts Abschied bereits in den Köpfen der Grazer schwirrt, gibt es auch erfreuliche Nachrichten aus der Ballettszene. In Graz sind die Junior Dancers aktiv, darunter talentierte Tänzer wie Axelle Amstutz und Tommaso Bracci von der Zürcher Hochschule der Künste. Diese jungen Künstler bringen frischen Wind in die Compagnie und zeigen, dass die Zukunft des Balletts in Graz gesichert ist. Mit ihren innovativen Ansätzen und leidenschaftlichem Engagement tragen sie zu dem künstlerischen Erbe bei, das Elwert hinterlässt.

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Die letzten Jahre waren für das Ballett Graz eine spannende Zeit, die geprägt war von vielschichtigen Produktionen und einem Aufbruch in neue stilistische Dimensionen. In diesem Kontext wird auch das bevorstehende Debüt des Balletts im Großen Saal der Elbphilharmonie im Mai 2025 erwähnt, das sowohl von Publikum als auch Presse positiv aufgenommen wurde. Ein weiterer Höhepunkt wird die Weltpremiere von „Beethoven“ zum Jubiläum 2027 sein, ein Projekt, das unter dem Motto „Tanz für den Frieden“ steht und in Zusammenarbeit mit ukrainischen Tänzern und der Pianistin Sophie Pacini verwirklicht wird.