GAK gegen Altach: Im ÖFB-Cup zählt jeder Fehler
In der Merkur Arena wird es am Dienstagabend ernst: Der Grazer AK empfängt am 27. Oktober 2026 um 19:00 Uhr den SCR Altach zum Achtelfinale des ÖFB-Cups. Gespielt wird nur einmal, es gibt kein Rückspiel – ein Abend, an dem jeder Fehler ziemlich schnell wehtun kann. Für Zuschauer in Deutschland ist derzeit keine TV-Übertragung gelistet, Streaming-Informationen liegen dort ebenfalls nicht vor.
Gerald Scheiblehner führt den GAK ins Duell, Ognjen Zaric steht an der Seitenlinie der Altacher. Die Grazer kamen mit einem 4:0 gegen SR Donaufeld am 25.07.2026 und einem 2:0 beim FC Kitzbühel am 06.09.2026 durch die ersten beiden Runden. Altach gewann am 24.07.2026 auswärts bei SV Leobendorf 1:0 und setzte sich am 04.09.2026 gegen SK Bischofshofen mit 7:0 durch.
GAK mit Heimvorteil, Altach mit Pokalerfahrung
Das bislang letzte direkte Duell ging am 12.09.2026 mit 2:1 an den Grazer AK. Damals störten die Grazer den Altacher Spielaufbau früh und kamen über schnelle Gegenstöße zu Chancen. In der Merkur Arena, bei den vertrauten Bedingungen und mit dem eigenen Publikum im Rücken, könnte dieser Heimvorteil erneut eine Rolle spielen.
Die Gesamtbilanz der direkten Begegnungen spricht ebenfalls für den GAK: vier Grazer Siege stehen einem Altacher Erfolg und vier Unentschieden gegenüber. Altach hat allerdings gezeigt, dass der Klub im Cup gegen einen unterklassigen Gegner sehr zielstrebig auftreten kann. Das 7:0 gegen Bischofshofen war kein Ergebnis zum Wegschauen. Außerdem erreichte Altach am 01.05.2026 das ÖFB-Cup-Finale, verlor dort aber 2:4 gegen den LASK.
In den vergangenen fünf Pflichtspielen holte der Grazer AK einen Sieg, drei Unentschieden und eine Niederlage, bei 6:10 Toren. Der jüngste Auftritt war bitter: Am 18.10.2026 setzte es gegen Sturm Graz ein 1:6. Das beste Resultat in diesem Zeitraum war der 2:1-Auswärtssieg gegen Altach am 12.09.2026. Altach kommt auf zwei Siege und drei Niederlagen sowie 6:8 Tore und verlor am 18.10.2026 in der Liga 0:3 gegen Red Bull Salzburg.
Verletzungs- und Sperreninformationen lagen in der ursprünglichen Einschätzung nicht vor; mögliche Pokalrotationen wurden als Einflussfaktor genannt. Nach den verfügbaren Spieltagsdaten fehlen beim GAK Jacob Italiano, Anderson, Beres Owusu, Jakob Meierhofer und Ismaël Guerti – allesamt wegen Verletzungen. Altach muss auf Vesel Demaku und Marko Raguž verzichten, ebenfalls verletzungsbedingt.
Quoten sehen den GAK knapp vorne
Bei ADMIRALBET wird der Heimsieg mit einer Quote von 2,30 geführt. Für ein Unentschieden steht 3,30, der Auswärtssieg ist mit 2,80 notiert. Belastbare Quoten für „Beide Teams treffen“ und „Exaktes Ergebnis“ lagen nicht vor. Als mögliches Resultat wird ein 2:1 für den Grazer AK genannt – passend zur Einschätzung, dass der jüngste direkte Vergleich, die Heimstärke und Altachs inkonstante Ligabilanz für die Grazer sprechen.
Der Anpfiff ist bei FotMob mit Dienstag, 27. Oktober 2026, 18:00 Uhr UTC angegeben; in Graz entspricht das 19:00 Uhr Ortszeit. Dort werden unter anderem Live-Spielstände, Ereignisse, Aufstellungen, Statistiken, Tabellen, TV- und Streaming-Informationen sowie Live-Kommentare angeboten. Zu den Statistiken zählen Ballbesitz, Torschüsse, Ecken, Großchancen, erwartete Tore (xG), Spieldynamik und Schusskarten. Voraussichtliche Formationen sollen einige Tage vor dem Spiel erscheinen, die tatsächlichen Aufstellungen normalerweise etwa eine Stunde vor dem Anpfiff. Auch Form, Spielpläne, Ergebnisse und Kader von Teams und Wettbewerben weltweit sind abrufbar.
Ein Achtelfinale im langen Schatten des Cups
Der ÖFB-Cup, offiziell UNIQA ÖFB Cup, ist der nationale österreichische Fußballpokal der Männer. Veranstaltet wird er vom Österreichischen Fußball-Bund, gespielt wird im K.-o.-System. Die Hauptrunde umfasst 64 Mannschaften. Seit 1989/90 wird jedes Cupduell grundsätzlich in nur einem Spiel entschieden – genau dieser Modus wartet nun auch auf GAK und Altach.
Offiziell wurde der Bewerb erstmals am 23. Februar 1919 ausgetragen. Seine Wurzeln liegen im Niederösterreichischen Cup des Niederösterreichischen Fußballverbands, der 1915 erstmals stattfand; Vorläufer war der Bewerb von 1915 bis 1918. Der Challenge-Cup, den der Vienna Cricket and Football-Club 1897 für Vereine der österreichisch-ungarischen Monarchie ausschrieb und der bis 1911 gespielt wurde, gilt häufig als Vorläufer, ist aber nicht der direkte Ursprung des ÖFB-Cups.
Rapid gewann 1919 das erste Finale gegen den Sport-Club mit 3:0. Rekordsieger ist FK Austria Wien mit 27 Titeln, aktueller Titelträger der Linzer ASK. Der LASK gewann 2025/26 seinen zweiten Cup; zuvor holte der Wolfsberger AC 2024/25 erstmals den Pokal. Seit 2017 ist Uniqa Haupt- und Namenssponsor. Der Wettbewerb diente außerdem als Vorbild für den ÖFB-Ladies-Cup, dessen erster Sieger 1973 ermittelt wurde.
Auch der GAK gehört zur Cupgeschichte: Vier Titel weist die Statistik aus. Rapid kommt auf 15, Red Bull Salzburg auf neun, Wacker Innsbruck und Sturm Graz auf jeweils sieben, Admira Wacker auf sechs. Austria Wien gewann zehn Doubles aus Meisterschaft und Cup, Red Bull Salzburg neun, Rapid sechs, Admira fünf, Wacker Innsbruck drei, Sturm Graz und der GAK jeweils zwei sowie der Linzer ASK eines.
Die Regeln sind klar: 90 Minuten, bei Gleichstand 2 × 15 Minuten Verlängerung, danach seit 1971/72 Elfmeterschießen. Früher gab es ein Wiederholungsspiel mit umgekehrtem Heimrecht, in Endspielen konnte einst sogar das Los entscheiden. Ab dem Achtelfinale gibt es nur noch einen Lostopf, der Heimvorteil für Amateurvereine bleibt bestehen. Das Finale ist die sechste Hauptrunde und wird auf neutralem Platz ausgetragen.
Der Pokal war dabei nicht immer eine geradlinige Angelegenheit. 1931 wurde er einmalig im Meisterschaftsmodus gespielt, der WAC gewann mit 16 Punkten. 1938 wurde der österreichische Cup nach dem Anschluss an das Deutsche Reich eingestellt; Rapid gewann 1939 den deutschen Vereinspokal, Vienna 1943. Diese Erfolge zählen nicht zur offiziellen ÖFB-Cup-Statistik. Nach 1945 wurde der Bewerb wieder ausgeschrieben, später aber ab der Saison 1949/50 vorerst erneut ausgesetzt, ehe er 1958/59 nach Initiativen kleiner Vereine zurückkehrte.
Austria Wien ist mit 27 Titeln der erfolgreichste Klub, doch auch die Außenseiter haben ihre Spuren hinterlassen: Der Kremser SC gewann 1988 als erster Zweitligist seit der Wiedereinführung, SV Stockerau folgte 1991. 2013 erreichte der Drittligist FC Pasching als erster Klub aus dieser Spielklasse das Finale und besiegte dort den frischgebackenen Meister Austria Wien. Seit 1965, als der Linzer ASK als erster österreichischer Meister außerhalb Wiens den Cup gewann, taucht der Begriff „Provinzklub“ immer wieder in den Cupgeschichten auf.
Das Finale wurde 48-mal in Wien ausgetragen, außerdem viermal in Klagenfurt, zweimal in Graz sowie je einmal in Maria Enzersdorf, Wals-Siezenheim und Mattersburg. In den Jahren 1965, 1967, 1972–1984 und 1987–1989 gab es kein einzelnes Finale, weil die Entscheidung in Hin- und Rückspielen fiel.
Der aktuelle Pokal ist ein Wanderpokal und bleibt dem Sieger vier Wochen zur Präsentation überlassen; eine Erinnerungsplakette verbleibt beim Verein. Seit 2019 besteht die Trophäe aus 38 Bauteilen und vier Materialien – Metall, Stein, Glas und Holz –, gefertigt unter Beteiligung von neun österreichischen Produzenten und Handwerkern. Sie ist 70 Zentimeter hoch, hat 43 Zentimeter Durchmesser und wiegt zwölf Kilogramm. Verarbeitet werden unter anderem Walnussholz und der burgenländische Naturstein Pannonia Grün. In der Merkur Arena geht es am Dienstag aber zunächst um etwas viel Unmittelbareres: um 90 Minuten, vielleicht 120, und um den Einzug ins Viertelfinale.
