Graz im Sparmodus: 43 Millionen Euro bis 2028 auf der Kippe
Heute ist der 15.10.2026 und in Graz gibt es große Neuigkeiten! Die Stadt hat ein Sparpaket angekündigt, das bis 2028 insgesamt 43 Millionen Euro einsparen soll. Und das ist kein Scherz – es handelt sich um ein ganzes Maßnahmenpaket mit 55 Einzelmaßnahmen, die darauf abzielen, den operativen Saldo der Stadt zu verbessern. Damit will Graz bis 2028 ein Konsolidierungsvolumen von 54,1 Millionen Euro erreichen, was sich im nächsten Jahr auf 20,5 Millionen Euro und 2028 auf 23,1 Millionen Euro beläuft.
Ein paar der größten Einschnitte sind schon jetzt klar: Ab dem 1. Januar 2027 wird die beliebte Altstadtbim, die es Grazern und Touristen ermöglichte, kostenlos durch das Stadtzentrum zu fahren, eingestellt. Und auch die Möglichkeit, an vier Adventsamstagen kostenlos mit den Öffentlichen zu fahren, wird auf drei reduziert – ein kleiner, aber feiner Dämpfer für die Vorweihnachtszeit. Ebenfalls auf der Liste der Streichungen steht die Schloßbergbahn, die ab sofort einen eigenen Tarif erhält. Die genaue Höhe ist zwar noch unbekannt, aber es wird auf jeden Fall teurer.
Politische Einsparungen und Klubförderungen
Ein weiterer Punkt, der viele beschäftigen wird, ist die Reduktion des politischen Personals in den Stadtratsbüros um 400.000 Euro. Auch die Klubförderung wird um fünf Prozent gekürzt. Das bedeutet konkret, dass das Sponsoring der Profibereiche von SK Sturm Graz, GAK und Graz 99ers nach dieser Saison endet. Aber keine Panik – die Unterstützung für Frauen-, Nachwuchs- und Special-Needs-Bereiche bleibt bestehen. Das ist immerhin ein kleiner Lichtblick für die Vereine!
Die Änderungen beim Jobticket für Stadtmitarbeiter sehen eine Kostenübernahme durch ein gehaltsabhängiges Zuschussmodell vor. Die Stadt plant zudem, 25 Prozent der Stellen, die durch Pensionierungen frei werden, nicht nachzubesetzen. Das könnte für viele, die im Verwaltungsbereich arbeiten, eine kleine Unsicherheit mit sich bringen.
Bildung und Sport bleiben stabil
<pTrotz aller Einsparungen gibt es auch positive Nachrichten: Die Budgets für Bildung und Sport bleiben unverändert und steigen sogar um jeweils 1,39 Prozent. Rund 80 Millionen Euro für freiwillige Leistungen und Förderungen bleiben ebenfalls erhalten, auch wenn es insgesamt zu Kürzungen von etwa 2,2 Millionen Euro kommt. Das ist wichtig, denn gerade im Bereich der Bildung und des Sports wird oft darüber gestritten, wo man sparen kann und wo nicht.
Ein wichtiger Punkt, den die Stadt Graz angeht, ist die Überprüfung von Miet- und Pachtverträgen, um unnötige Ausgaben zu vermeiden. Das ist ein Schritt, der in Zeiten knapper Kassen durchaus nachvollziehbar ist. Gleichzeitig wird die Evaluierung der Organisation des Haus Graz bis Mitte 2027 Ergebnisse liefern, was ebenfalls für Aufregung sorgt.
ÖPNV und die Herausforderung der Finanzierung
Ganz allgemein sind die ÖPNV-Finanzierungsstrukturen in Österreich ein heißes Thema. Ein aktuelles Difu Policy Paper zeigt auf, dass viele Kommunen überfordert sind mit der Finanzierung von Bus-, Straßenbahn- und U-Bahn-Verkehr. Die Unterstützung durch das Regionalisierungsgesetz und landeseigene Zuschüsse reicht oft nicht aus. Hier ist Handlungsbedarf angesagt – vor allem, wenn man an die öffentliche Daseinsvorsorge denkt und wie wichtig der ÖPNV für die Menschen ist. Die Stadt Graz wird sich also auch in Zukunft mit diesen Herausforderungen auseinandersetzen müssen.
Das Sparpaket ist also ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind Einsparungen notwendig, um die Finanzen der Stadt zu konsolidieren. Andererseits müssen die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger im Blick bleiben. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation in den nächsten Jahren entwickeln wird.
