In Graz tut sich gerade etwas ganz Außergewöhnliches: Sechs Schulen haben sich zusammengetan, um die Geschichten ihrer Familien zu erforschen. Eine spannende Reise in die Vergangenheit, die durch lebensgeschichtliche Interviews mit Eltern und Großeltern ermöglicht wird. Insgesamt 200 Schüler:innen haben sich beteiligt und dabei 45 Interviews in zehn verschiedenen Sprachen geführt. Wer hätte gedacht, dass so viele Sprachen in einer Stadt wie Graz gesprochen werden?

Die Ergebnisse sind jetzt in einer Wanderausstellung namens „Unsere Geschichte(n)“ im Museum für Geschichte zu sehen, und die Besucher können sich auf eine bunte Mischung aus Erinnerungsstücken freuen. Von alten Telefonen über Urkunden bis hin zu Jugendfotos wird alles gezeigt, was die Familiengeschichte der Jugendlichen prägt. Die Ausstellung ist so gestaltet, dass sie leicht zugänglich ist und die Vielfalt der Grazer Bevölkerung widerspiegelt. Vor allem junge Leute kommen hier auf ihre Kosten – ein richtiges Highlight für alle, die mehr über ihre Wurzeln erfahren möchten.

Einblicke in die Vergangenheit

Die Schüler:innen der MS Straßgang, MS St. Leonhard, MS/BG/BRG Klusemann, Akademisches Gymnasium, BG/BRG Oeversee und Sacré Coeur haben sich nicht nur in den Klassenzimmern, sondern auch in den Wohnzimmern ihrer Familien getroffen. Dort wurden die Geschichten lebendig, und es entstand ein tiefes Verständnis für die eigenen Wurzeln. Georg Marschnig, ein Forscher von der Universität Graz, hebt die Handlungsmacht der Jugendlichen im Forschungsprozess hervor. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Jugendlichen aktiv in den Geschichts- und Erinnerungsdiskurs einbezogen werden und ihre Stimmen Gehör finden.

Das Projekt ist Teil des Sparkling-Science-Projekts „Das Gedächtnis des Klassenzimmers. Multidirektionales Erinnern in Grazer Schulen (MEiK)“. Diese Initiative zeigt, wie wichtig es ist, die verschiedenen Facetten von Familiengeschichten zu dokumentieren und zu würdigen. Auch die Zusammenarbeit mit dem Centrum für Jüdische Studien und dem Arbeitsbereich Geschichtsdidaktik der Uni Graz bringt zusätzliche Tiefe in die Forschung.

Ein Fest der Erinnerungen

Die Ausstellung, die von Erika Thümmel kuratiert wurde, ist nicht nur informativ, sondern auch ein Fest der Erinnerungen. Videos erzählen von Heimat, Flucht, Familientraditionen, Bräuchen und Sitten – ganz im Sinne der Vielfalt, die Graz ausmacht. Ein Farbsystem hilft dabei, die einzelnen Geschichten den Schulen, Schülern und Familienmitgliedern zuzuordnen. Interessant, oder?

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Und das Beste daran: Der Eintritt zur Ausstellung ist frei! Sie läuft noch bis zum 27. September 2026 im Foyer des Museums für Geschichte in der Sackstraße 16. Danach wird die Wanderausstellung auch an den beteiligten Schulen zu sehen sein. Es scheint, als könnten wir uns auf eine Fortsetzung dieser spannenden Reise freuen, denn die Initiator:innen sind offen für weitere Ausstellungen an anderen Schulen.

Mit solchen Projekten wird deutlich, wie wichtig die aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte ist – besonders für die nachfolgenden Generationen. In einer Zeit, in der Erinnerungen oft in den Hintergrund gedrängt werden, ist es unerlässlich, den Jugendlichen eine Plattform zu bieten. Die Reflexion über die eigene Rolle und die Herausforderungen der Partizipation wird hier großgeschrieben. So wird nicht nur die eigene Identität gestärkt, sondern auch ein wertvolles Stück Geschichte bewahrt. Ehrlich gesagt, das ist eine tolle Sache, die uns alle zum Nachdenken anregt.