Holzpreise im Aufwind: Eine Branche am Limit
Heute ist der 26.09.2026 und in Hallein dreht sich alles um die Holzpreise – ein Thema, das zurzeit nicht nur die Forstwirtschaft, sondern auch die Bau- und Energiebranche in Aufregung versetzt. Die Preise für Sägehackschnitzel sind seit 2023 stark gestiegen und erreichen mittlerweile alarmierende Höhen. Laut Austrocel aus Hallein liegt der aktuelle Preis für eine Tonne bei über 200 Euro! Das ist ein ordentlicher Sprung, wenn man bedenkt, dass der Preis Ende 2025 bereits zwischen 115 und 135 Euro lag. Im zweiten Quartal 2023 betrug der Preis sogar schon 155 Euro.
Die Gründe für diesen Anstieg sind vielfältig. Wolfram Kalt, der Geschäftsführer von Austrocel, warnt vor einer Entkopplung der mitteleuropäischen Holzpreise vom internationalen Wettbewerbsniveau. Hohe Holzpreise führen zu massiven Mehrkosten für die Industrie. Ein Anstieg um nur 10 Euro pro Tonne Holz erzeugt zusätzliche Kosten von 3,2 Millionen Euro jährlich – da kann einem schon schwindelig werden! Und das Schlimmste: Austrocel kann diese steigenden Rohstoffkosten nicht an die Kunden weitergeben. Das ist eine echte Herausforderung für die Unternehmen in der Branche.
Preisschwankungen und Marktentwicklungen
Die Holzpreise sind nicht nur in Österreich ein Thema, sondern auch in Deutschland, wo die Holzindustrie mit ähnlichen Problemen kämpft. Hier berichten die Holzmarktberichte des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat von einem Rückgang des Holzeinschlags, vor allem bei der Fichte. Dies hat zur Folge, dass die Holzvorräte unter Druck geraten. Dennoch wuchsen die Einschläge anderer Holzarten, wie Kiefer und Buche, was ein gewisses Gleichgewicht schafft. Aber die Unsicherheit bleibt, vor allem angesichts der internationalen Krisen, die die Baukonjunktur belasten.
Wie sieht es eigentlich mit den Hackschnitzeln aus? Im vierten Quartal 2023 sind die Preise leicht gesunken, was für einige eine positive Überraschung sein könnte. Die Qualität A2 liegt bei durchschnittlich 28,35 Euro pro Schüttraummeter (Srm). Diese Preissenkung von 3,7 % könnte für die Heizsaison ganz angenehm sein, da die Nachfrage nach Energieholz aufgrund der bevorstehenden kühleren Monate steigt. Allerdings sind Hackschnitzel der Qualitätsklassen A1 und B ebenfalls günstiger geworden und zeigen, dass der Markt gut versorgt ist.
Die Rolle von Biomasse und Holzressourcen
Die Politik könnte hier eine entscheidende Rolle spielen. Kalt fordert eine intelligente Allokation der begrenzten Holzressourcen in Österreich. Auf europäischer Ebene wird Biomasse als zunehmend gefragtes Gut erkannt. Der Rohstoff Holz muss effizient genutzt werden – erst stofflich, dann energetisch. Warum? Weil die stoffliche Nutzung den Kohlenstoff länger speichert und somit einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leistet. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die zukünftige Wertschöpfung in der Holzindustrie.
Wenn wir über die Herausforderungen der Branche sprechen, dürfen wir die Pellets-Produzenten nicht vergessen, die ebenfalls unter den steigenden Preisen zu leiden haben. Die Nachfrage nach Pellets ist aufgrund der Heizsaison hoch, trotzdem hat der Preis aufgrund des geringen Angebots an Sägespänen um ein Drittel zugenommen. Ein echtes Verteilungsproblem, das sowohl stoffliche als auch energetische Anwendungen betrifft.
Insgesamt ist die Situation auf dem Holzmarkt alles andere als einfach. Die anhaltende Schwäche im Hochbau und die Unsicherheiten auf dem internationalen Markt belasten die Unternehmen. Die Holzindustrie steht vor der Herausforderung, sich den steigenden Kosten und der knappen Rohstoffverfügbarkeit zu stellen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird, aber eines ist sicher: Die Holzpreise sind ein heißes Thema, das auch in den kommenden Monaten für Gesprächsstoff sorgen wird.
