Am Samstag, dem 3. Oktober 2026, erwartet die Besucher des GailtalMuseums Schloss Möderndorf ein ganz besonderer Abend. Im Rahmen des Kultursommers 2026 dreht sich alles um die Sprachinsel Timau, auch bekannt als Tischelwang. Dieses kleine, aber feine Event verspricht nicht nur spannende Einblicke in die Mehrsprachigkeit der Region, sondern auch eine kulinarische Reise für die Sinne.

Das Highlight des Abends wird ein Vortrag von Maga. Jutta Willmann sein, der den Titel „Mehrsprachigkeit & Namen am Beispiel Tischelwang/Timau“ trägt. Hierbei wird der Fokus auf die deutsche Sprachinsel am südlichen Ende des Plöckenpasses gelegt. Die drei Sprachen Deutsch, Furlanisch und Italienisch, die in dieser Region aufeinandertreffen, haben sich über die Jahrhunderte gegenseitig beeinflusst und bieten einen faszinierenden Einblick in die Geschichte und das gesellschaftliche Leben des Ortes.

Einblicke in die Geschichte von Timau

Timau (friulanisch: Tamau, deutsch: Tischelwang) ist eine Fraktion der Gemeinde Paluzza in Friaul-Julisch Venetien, Italien. Malerisch gelegen in den Karnischen Alpen im Val Bût-Tal, erstreckt sich das Dorf auf 830 Metern über dem Meeresspiegel und hat eine bewegte Geschichte. Die erste Besiedelung fand um das Jahr 1000 statt, gefolgt von einer weiteren Welle im 13. Jahrhundert, die vermutlich Einwanderern aus Kärnten zu verdanken ist.

Die Verbindung zur Geschichte wird auch durch die Römerstraße Julia Augusta sichtbar, die durch das Gebiet führte und auf eine römische Straßenstation hinweist. Hoch über dem Dorf erhebt sich das mächtige Felsband der Creta di Timau, ein eindrucksvoller Anblick, der die Besucher in seinen Bann zieht. Die Kirche Sankt Gertrude, die 1732 erbaut wurde, und die Kirche Cristo Re, die zwischen 1946 und 1964 errichtet wurde, sind weitere Zeugen der kulturellen Vielfalt und der tief verwurzelten Traditionen in dieser Region.

Kulinarische Genüsse und musikalische Begleitung

Und das ist noch nicht alles! Während des Vortrags können sich die Besucher mit hausgemachter Kürbissuppe, Ofenrohr-Köstlichkeiten und süßen Leckereien verwöhnen lassen. Getränke stehen ebenfalls bereit, um den Abend gebührend zu feiern. Musikalisch wird das Ganze vom Circolo Culturale begleitet, der mit seinen Klängen für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgt.

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Die Museumssammlung wird während der Veranstaltung ebenfalls geöffnet sein. Besucher haben die Möglichkeit, die historischen Räume und die aktuelle Ausstellung über chinesische Bauernmalerei aus der Sammlung der Österreichischen Gesellschaft für Chinaforschung in Wien zu erkunden. Für die jüngeren Gäste gibt es ein spannendes Kinderprogramm: eine „Spooky Do“ Rätselrallye & Quiz, die die Kleinen auf eine Entdeckungsreise durch das Museum mitnimmt.

Die kulturelle Bedeutung der Sprachinseln

Die Geschichte der Sprachinseln ist besonders bemerkenswert. Diese Gemeinschaften, die oft in abgelegenen Gebieten leben, haben ihre Sprachen über Generationen hinweg weitergegeben, trotz der Herausforderungen, die ihnen begegneten. In Zeiten von Nationalstaaten und dem Aufstieg einer einheitlichen Kultur wurde ihre eigene Sprache oft als minderwertig angesehen. Diese Entwicklungen führten dazu, dass viele Menschen sich schämten, ihre Muttersprache zu sprechen, was zur Folge hatte, dass sie sie nicht an die nächste Generation weitergaben.

Doch die Bemühungen um den Erhalt dieser Sprachen und Kulturen haben in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Der Europarat und Italien haben Gesetze verabschiedet, um die nationalen Minderheiten zu schützen. So können sich Gemeinschaften zusammenschließen und ihre kulturellen Identitäten bewahren.

Das Event im GailtalMuseum ist nicht nur eine Feier der Mehrsprachigkeit, sondern auch ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein für die kulturelle Vielfalt in unserer Region zu schärfen. Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr – ein Termin, den man sich nicht entgehen lassen sollte!