Hollabrunn will den Energieverbrauch der Gemeinde bis 2030 weiter senken. Dafür hat die Stadtgemeinde gemeinsam mit der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich (eNu) Einsparungspotenziale untersucht. Im Mittelpunkt einer Sitzung des e5-Beirats standen die Energie- und CO₂-Strategie sowie die nächsten Schritte.

Analysiert wurden vor allem gemeindeeigene Gebäude rund um den Schulcampus und die Sporthalle. Die Energieflüsse der Gemeinde wurden erfasst, mögliche Einsparungen bei Verbrauch und Kosten berechnet. Die Ergebnisse sollen nun als Grundlage für künftige Investitionen und Sanierungen dienen.

Masterplan für die nächsten Jahre

Auf Basis der Analyse soll ein Masterplan mit konkreten Maßnahmen bis 2030 entstehen. Ihn will die Gemeinde dem Gemeinderat als Entscheidungsgrundlage vorlegen. Danach sollen die Vorhaben Schritt für Schritt in einen finanziell tragfähigen Umsetzungsrahmen integriert werden – schließlich muss am Ende nicht nur die Idee, sondern auch die Rechnung passen.

Leopold Schwarz von der eNu präsentierte die aktualisierte Energiebuchhaltung. Sie zeigt, in welchen Bereichen sich Energieverbrauch und Kosten künftig am wirksamsten verringern lassen. Das e5-Team will die Maßnahmen gemeinsam mit der Gemeindepolitik weiterentwickeln und ihre Umsetzung vorbereiten.

Einige Ziele hat Hollabrunn laut Klimakompass bereits erreicht. Die Straßenbeleuchtung wurde vollständig auf LED umgestellt. Auch das für 2030 gesetzte Ziel beim Wärmeverbrauch der Gemeindegebäude ist schon erfüllt. Außerdem ist die Gemeinde derzeit unabhängig von Heizöl.

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Photovoltaik wird weiter ausgebaut

Auf den Gemeindegebäuden sind Photovoltaikanlagen mit insgesamt rund 938 kWp installiert. Bis 2030 soll die Leistung auf 1.251 kWp steigen. Das gemeindeweite Photovoltaik-Ziel wurde mit rund 14.700 kWp bereits überschritten.

Hollabrunn zählt zu den 68 Gemeinden in Niederösterreich, die am e5-Programm teilnehmen. Die eNu unterstützt sie bei der Planung, Umsetzung und Überprüfung von Energie- und Klimaschutzmaßnahmen. Das Programm richtet sich an Gemeinden, die ihre Klimaschutzarbeit nachhaltig aufbauen wollen.

Hollabrunn beim Audit mit drei „e“

Bei der Auditierung 2025 überzeugten 18 niederösterreichische e5-Gemeinden. Vier „e“ erhielten Allhartsberg, Ober-Grafendorf, Tulln und Tattendorf. Mit drei „e“ wurden Absdorf, Aschbach-Markt, Hollabrunn, Kaumberg, Lassee, Sigmundsherberg, Traismauer, Zeillern, Blumau-Neurißhof, Gumpoldskirchen, Laab im Walde, Oed-Oehling, Spillern und Traiskirchen ausgezeichnet.

In Niederösterreich tragen 65 Gemeinden bereits eine Auszeichnung: Drei Gemeinden haben fünf „e“ und damit eea Gold, 23 Gemeinden vier „e“ und damit eea Silber, 36 Gemeinden drei „e“ und ebenfalls eea Silber, drei Gemeinden zwei „e“. Eine Gemeinde mit einem „e“ gibt es nicht. Drei weitere Gemeinden stehen am Beginn des Programms. St. Pölten, St. Peter in der Au und Krems an der Donau warten noch auf ihre erste Auditierung.

Ein Programm mit mehreren Prüffeldern

e5 wurde zur Qualifizierung und Auszeichnung von Gemeinden und Städten entwickelt. Im Zentrum stehen der effiziente Umgang mit Energie, die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger und ein Beitrag zu einer zukunftsverträglichen gesellschaftlichen Entwicklung. Teilnehmende Gemeinden erhalten Hilfsmittel und Unterstützung bei der Festlegung und Umsetzung ihrer Energie- und Klimaschutzziele.

Regionale e5-Beraterinnen und -Berater begleiten die Arbeit in sechs Kategorien: kommunale Gebäude und Anlagen, energetische und stoffliche Ver- und Entsorgung, Mobilität, Entwicklungsplanung, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation. Das Programm entstand nach dem Vorbild eines Qualitätssicherungsverfahrens, um in Österreich einen einheitlichen und objektiven Standard für energieeffiziente Gemeinden zu schaffen.

Für Fortschritte können Gemeinden bis zu fünf „e“ erhalten. Die Auszeichnung macht sichtbar, wie weit die Umsetzung von Energieeffizienz bereits gediehen ist. Zu den Grundideen gehören klar definierte Teilziele, regelmäßige interne und externe Erfolgskontrollen, der Austausch zwischen e5-Gemeinden und der Aufbau kommunaler Strukturen, in denen Politik, Verwaltung, Bevölkerung, Betriebe und Initiativen zusammenarbeiten.

Das Programm ist in sieben Bundesländern verankert: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg. Nach den im Vorjahr abgeschlossenen Zertifizierungen gibt es österreichweit 228 e5-Gemeinden und -Städte. In ihnen leben mehr als 18 Prozent der österreichischen Bevölkerung.

Die Österreichische Energieagentur betreut im Rahmen von klimaaktiv die nationale Geschäftsstelle des e5-Programms. Zu ihren Aufgaben zählen die Verbreitung und inhaltliche Weiterentwicklung, das nationale Management, die Führung der Geschäfte des Vereins „e5 Österreich – Programm für energieeffiziente Gemeinden“ sowie die internationale Vertretung des Vereins in den Gremien des European Energy Award®, des europäischen Gegenstücks zu e5.