80 Zentimeter Spargelbohne: Tiroler Volksschulklasse holt Landesrekord
Eine 80 Zentimeter lange Spargelbohne hat der Klasse 2a der Praxisvolksschule der Pädagogischen Hochschule Tirol in Innsbruck den Landesrekord eingebracht. Beim Tiroler Naturwettbewerb „Wer hat die längste Bohne?“ holte die Klasse damit den Landessieg in der Kinder-Gruppenwertung.
Mehr als 10.000 Personen meldeten sich zur Teilnahme an, insgesamt wurden 326 Ergebnisse eingereicht. Veranstaltet wurde der Wettbewerb vom Verband der Tiroler Obst- und Gartenbauvereine. Angebaut wurde die Bohnensorte „Kilometre“ – Kinder, Jugendliche und Erwachsene konnten mitmachen.
Erfolge im Bezirk Imst
Auch im Bezirk Imst wurden mehrere Siegerinnen und Sieger ausgezeichnet. In der Kinder-Einzelwertung setzte sich die elfjährige Hannah Scheiber mit 59,90 Zentimetern durch. Sie ist Mitglied des Obst- und Gartenbauvereins Ötztal.
Die Kinder-Gruppenwertung gewann die vierte Klasse der Volksschule Barwies mit einer 62,50 Zentimeter langen Bohne. Bei den Erwachsenen ging der Sieg an Martha Stocker vom Obst- und Gartenbauverein Obsteig. Ihre Spargelbohne maß 70 Zentimeter.
In der landesweiten Kinder-Einzelwertung siegte Friderike S. aus Rum mit einer 78 Zentimeter langen Bohne. Für Projektleiterin Michaela Posch zeigt der Wettbewerb, wie Gartenwissen und Pflanzenwachstum sichtbar und erlebbar werden. Das klingt zunächst trocken, ist es aber nicht, wenn plötzlich ein grüner Riese auf dem Tisch liegt.
Ein Garten als kleines Klassenzimmer
Wie Bohnen, Mais und Kürbis zusammenspielen können, vermittelt das Umweltbildungsangebot „Die drei Schwestern“ für Kindergarten, Volksschule und Unterstufe. Die Einheit dauert 50 Minuten. Kinder beobachten das Wachstum, kümmern sich um die Pflanzen und lernen dabei, dass unterschiedliche Lebensräume zusammengehören und Pflanzen in einem Ökosystem miteinander verbunden sind.
Das Beet braucht etwa 1,2 mal 1,2 Meter. Ende April werden drei Reihen Mais ausgesät, mit 50 Zentimetern Reihenabstand und 35 bis 40 Zentimetern Abstand zwischen den Pflanzen. Zunächst schützt eine Folie vor Kälte; sobald es wärmer wird, kommt sie weg. Ist der Mais ungefähr zehn Zentimeter hoch, werden Bohnen rund um eine Maispflanze in die Erde gelegt. Zuckererbsen passen ebenfalls gut, weil ihr süßlicher Geschmack vielen Kindern gefällt. Kürbis kann schon zu Beginn ins Beet, für kleine Flächen eignet sich etwa Butternuss-Kürbis.
Das Prinzip ist einfach: Der Mais dient den Bohnen als Rankhilfe, Bohnen beziehungsweise Erbsen liefern dem Mais Stickstoff, und die großen Kürbisblätter beschatten den Boden und schützen ihn. Gießen und Jäten lassen sich in den Kindergarten- oder Schulalltag einbauen. Ein Zuständigkeitsplan hilft dabei, dass nicht immer dieselben Kinder zur Gießkanne greifen. Das entfernte Beikraut kann kompostiert werden; essbare Wildpflanzen wie Vogelmiere lassen sich sogar auf Butterbrot probieren und enthalten Vitamin C.
Zuckererbsen können noch im Frühsommer geerntet werden, Mais und Kürbis im Spätsommer. Für die Sommerferien braucht es allerdings eine Betreuung. Tägliches Gießen ist nicht nötig, längere Trockenperioden können den Pflanzen aber schaden. Ein Erntedankfest zu Beginn des neuen Kindergarten- oder Schuljahres kann das Gartenprojekt schließlich mit gemeinsamem Essen abschließen.
