Im Tiroler Landhaus sind am Nationalfeiertag der 16. Tiroler Blasmusikpreis und der 14. Tiroler Landespreis für Chöre und Vokalensembles verliehen worden. Landeshauptmann Anton Mattle und sein Stellvertreter Josef Geisler überreichten die Auszeichnungen, die jeweils mit 2.500 Euro dotiert sind.

Für die Musikkapelle Anras aus dem Bezirk Lienz und den Jugendchor Tristach gab es dabei Grund zur Freude. Ausgezeichnet wurden aber auch die Musikkapelle Ranggen, das Jugendblasorchester HULA aus Huben und Längenfeld sowie der Innsbrucker Kammerchor „Pars Pro Toto“. Die ausgezeichneten Musikkapellen spielten beim Frühschoppen am Landhausplatz auf, die Chöre präsentierten sich anschließend bei einem Kurzkonzert in der Georgskapelle.

Auszeichnungen für Kapellen mit langem Atem

In Kategorie I, den Leistungsstufen A und B, ging der Blasmusikpreis an die Musikkapelle Ranggen aus dem Bezirk Innsbruck-Land. Gewürdigt wurden ihre musikalische Entwicklung, das breite Repertoire und die Nachwuchsarbeit. Zu den Projekten zählen das Musical „Das Madl aus der Stadt“, die CD „Weihnachten Dahoam in Tirol“ und die „Ranggen-Krippen-Musik“. Der Reinerlös der Veranstaltung 2024 lag bei mehr als 5.000 Euro und kam der Hilfsorganisation „Tiroler Sternenhimmel“ zugute.

Die Musikkapelle Anras erhielt den Preis in Kategorie II, also für die Stufen C und D. Beim Landeswertungsspiel 2025 erreichte sie in Stufe D 95 Punkte und den Tagessieg. Damit qualifizierte sich die Kapelle für das Bundeswertungsspiel 2026 in Schladming. Für den Nachwuchs arbeitet Anras gemeinsam mit Abfaltersbach und Strassen im Jugendblasorchester „Musikkroft“. Dazu kommen Kooperationen mit anderen Vereinen, etwa ein „Crossover“ mit der Musikkapelle Amras, sowie Konzerte in Tirol, Südtirol, Kärnten und Deutschland.

Der dritte Blasmusikpreis ging an das Jugendblasorchester HULA aus Huben und Längenfeld im Bezirk Imst. Die 2010 gegründete Formation umfasst rund 50 junge Musiker:innen. Getragen wird sie von der Zusammenarbeit der beiden Musikkapellen, der Landesmusikschule Ötztal und der Volksschule Huben. Eine gemeinsame Bläserklasse ist ein wichtiger Bestandteil der Nachwuchsarbeit.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Der Tiroler Blasmusikpreis richtet sich an Mitgliedskapellen des Blasmusikverbandes Tirol und würdigt kontinuierliche Aufbauarbeit, Weiterentwicklung und hervorragende Vereinsarbeit. Bewerben können sich Musikkapellen und Jugendblasorchester in Tirol. Für die Vergabe zählen unter anderem qualitätsvolle und innovative Vereinsprojekte in Fortbildung, Jugendarbeit, sozialem Engagement und Kooperationen, die Bedeutung als Vorbild in der Region sowie Leistungen bei Wertungsspielen und Wettbewerben auf Bezirks- und Landesebene.

Vom Bewerbungsformular bis zur Jury

Die Bewerbungsfrist für den Preis 2026 lief bis 30. Mai 2026. Vergeben wird die Auszeichnung jährlich in drei Kategorien mit jeweils 2.500 Euro: Kategorie I umfasst die Leistungsstufen A und B, Kategorie II die Stufen C und D, dazu kommt die Kategorie Jugendblasorchester für vereinseigene oder vereinsübergreifende Formationen. Seit 2019 gibt es diesen zusätzlichen Preis für Jugendblasorchester.

Wer sich bewerben will, muss dies über den Landesverband tun. Einreichungen gehen an den Blasmusikverband Tirol, Haus der Musik Innsbruck, Universitätsstraße 1, 6020 Innsbruck, oder per E-Mail an die im Artikel angegebene Adresse. Benötigt wird das Word-Dokument „Blasmusikpreis Bewerbungsformular“. Eine Bewerbung bleibt drei Jahre gültig, frühere Preisträger können sich erst nach zehn Jahren wieder bewerben.

Erfüllen Bewerbungen in Kategorie I oder II die Anforderungen nicht oder liegt nur eine Bewerbung vor, können beide Preise in einer einzigen Kategorie vergeben werden. Der Preis für Jugendblasorchester kann entfallen, wenn keine Bewerbung den Richtlinien entspricht. Vorgeschlagen werden die Preisträger vom Kulturbeirat für Musik oder von einer eingesetzten Jury; der Preisvorschlag muss einstimmig erfolgen. Die endgültige Zuerkennung obliegt dem für Traditionskultur zuständigen Mitglied der Tiroler Landesregierung. Über die vertraulichen Beratungen wird ein Protokoll mit den maßgeblichen Gründen geführt.

Die Liste der früheren Preisträger zeigt, wie breit der Preis im Land verankert ist. 2025 wurden in Kategorie I die Musikkapelle See im Paznaun, in Kategorie II die Musikkapelle Gaimberg und als Jugendblasorchester das Jugendblasorchester der BMK Eben ausgezeichnet. 2024 gingen die Preise an die Musikkapelle Elbigenalp, die Musikkapelle St. Anton am Arlberg und das Jugendorchester Nauders (JoNa).

2023 erhielten die Musikkapelle Arzl im Pitztal, die Musikkapelle Huben im Ötztal und das Jugendblasorchester der BMK St. Margarethen die Auszeichnungen. 2021 waren es die Musikkapelle Thurn, die Bundesmusikkapelle St. Ulrich am Pillersee und die Jugendkapelle „Next Generation“ der Bundesmusikkapelle Ried-Kaltenbach. 2020 folgten die Musikkapelle Piller, die Bundesmusikkapelle St. Margarethen und das JBO Youngstars der Musikkapellen Brandenberg, Kramsach, Mariatal und Rattenberg/Radfeld.

Im Jahr 2019 wurden die Musikkapelle Obernberg am Brenner, der Musikverein Zirl und der Kids Club der STMK Amras geehrt. Weitere Preisträger waren 2018 die Musikkapelle Prutz und die Musikkapelle Innervillgraten, 2017 die Musikkapelle Nauders und die Stadtmusikkapelle Vils, 2016 die Musikkapelle Neustift im Stubaital und die Musikkapelle St. Johann in Tirol, 2015 die Musikkapelle Inzing und die Musikkapelle Ischgl, 2014 die Musikkapelle Hatting und die Marktmusikkapelle Nußdorf-Debant, 2013 die Musikkapelle Trins und die Bundesmusikkapelle Söll, 2012 die Musikkapelle Patsch und die Stadtmusikkapelle Amras sowie 2011 die Knappenmusik Schwaz und die Musikkapelle Anras.

Chöre zwischen Tradition und Gegenwart

Beim Landespreis für Chöre und Vokalensembles wurde der Jugendchor Tristach in der Kategorie Frauen-, Männer-, Jugend- und Kinderchöre beziehungsweise -ensembles ausgezeichnet. Die Jury würdigte die Nachwuchsarbeit, die künstlerische Vielfalt und erfolgreiche Wettbewerbsteilnahmen. Gesungen wird Literatur von traditionell bis zeitgenössisch. Konzertprojekte und die Zusammenarbeit mit der Volksschule Tristach sollen junge Menschen früh für gemeinsames Singen gewinnen.

In der Kategorie gemischte Chöre und Ensembles ging der Preis an den Innsbrucker Kammerchor „Pars Pro Toto“. Ausschlaggebend waren die vielseitige Konzerttätigkeit und die intensive Beschäftigung mit zeitgenössischer Chormusik. 2024 führte der Chor ein neues Chorwerk urauf. Weitere Schwerpunkte sind Projekte mit Kinderchören, gesellschaftliches Engagement, integrative Kulturarbeit und eigene Benefizprojekte.

In den Ansprachen betonten die Landespolitiker, dass die Preise nicht nur musikalische Leistungen sichtbar machen. Ebenso zählen Vereinsarbeit, Nachwuchsförderung und der Beitrag zum Gemeindeleben. Gerade dort, wo Probenpläne, Instrumente, Fahrten und Nachwuchssuche neben Beruf und Schule unter einen Hut gebracht werden müssen, steckt viel Arbeit im Hintergrund.