Am 23. und 24. September 2026 verwandelte sich die Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Imst in einen bunten Marktplatz der Möglichkeiten. Das Tiroler Berufs-Festival hatte seine Pforten geöffnet und zog rund 700 Schülerinnen und Schüler aus dem Bezirk an, die auf der Suche nach ihrer zukünftigen beruflichen Heimat waren. Der Duft von frischem Kaffee und die Aufregung in der Luft – hier konnten die jungen Leute nicht nur zuhören, sondern auch ausprobieren, fragen und sich inspirieren lassen. Über 30 Unternehmen waren gekommen, um potenzielle Nachwuchskräfte kennenzulernen und ihnen einen Einblick in mehr als 50 verschiedene Berufe zu geben. Eine wahre Fundgrube für alle, die noch auf der Suche nach ihrer beruflichen Bestimmung sind.

Die Bildungslandesrätin Cornelia Hagele war vor Ort und informierte die interessierten Jugendlichen über die Talentcard, ein hilfreiches Tool zur Analyse von Talenten, das bereits ab der 8. Schulstufe zum Einsatz kommt. „Wir müssen die Talente unserer Jugend fördern“, betonte sie. Josef Huber, der WK-Bezirksobmann, sprach ein Thema an, das vielen bekannt sein dürfte: die Notwendigkeit eines Schülerheims für Lehrberufe in Imst. Eine Idee, die nicht nur die Ausbildungschancen verbessern würde, sondern auch die Lebensqualität für angehende Lehrlinge steigern könnte.

Ein Blick auf die Zahlen

Der Rückblick auf die vergangenen Jahre zeigt eine besorgniserregende Entwicklung. Die Lehrlingszahlen im Bezirk Imst sind rückläufig – Ende August 2026 waren es nur noch 696 Lehrlinge, im Vergleich zu 776 zwei Jahre zuvor. Die Anzahl der Lehrbetriebe ist von 313 (2021) auf 280 (2025) gesunken. Eine besorgniserregende Tendenz, die auch die Organisatoren des Festivals nicht ignorieren konnten. Trotz der 104 sofort verfügbaren Lehrstellen im Juli 2026 waren nur 30 Lehrstellensuchende auf der Suche nach einer Position. Die gefragtesten Berufe? Kraftfahrzeugtechnik, Einzelhandel, Elektrotechnik, Zimmerei und Koch/Köchin – alles Berufe, die nach wie vor eine hohe Nachfrage aufweisen.

Ein Lichtblick kam durch die Maturantinnen und Maturanten, die nach ihrem Abschluss den Schritt in die Lehre wagten. Über 400 von ihnen haben diesen mutigen Schritt getan, was zeigt, dass die duale Ausbildung nach wie vor eine attraktive Option ist. Ein Grund mehr, solche Veranstaltungen wie das Berufs-Festival zu fördern. Diese Festivals sind nicht nur ein Ort der Information, sondern auch eine Plattform für den Austausch zwischen Jugendlichen, Eltern und Unternehmen. David Narr, Fachkräftekoordinator der WK Tirol, hob hervor, wie wichtig diese Vernetzung für die Stärkung der Lehre und des Wirtschaftsstandorts Tirol ist.

Festivals mit Perspektive

Besonders spannend sind die zusätzlichen Angebote, die das Festival bereitstellt. Neben den klassischen Berufspräsentationen können die Jugendlichen in die „Erlebniswelt Baustelle“ und „Erlebniswelt Gastronomie“ eintauchen. Eine willkommene Abwechslung, die den jungen Leuten die Möglichkeit gibt, praktische Erfahrungen zu sammeln und Berufe hautnah zu erleben. Ein MINT-Labor wird ebenfalls eingerichtet, um technische Themen für die Schulen aus dem Bezirk erlebbar zu machen. Hier können Schülerinnen und Schüler experimentieren und entdecken – eine perfekte Ergänzung zur theoretischen Ausbildung.

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Die Unterstützung von Land Tirol, Arbeiterkammer, Industriellenvereinigung und AMS Tirol ist ein weiterer Baustein, der die Bedeutung dieser Festivals unterstreicht. In Zeiten von Arbeits- und Fachkräftemangel ist es wichtiger denn je, junge Menschen für die Lehrausbildung zu begeistern. Landeshauptmann Anton Mattle betonte die Chancen, die die duale Ausbildung bietet: „Die Berufs-Festivals sind ein motivierendes Informationsangebot, das in allen Tiroler Bezirken angeboten wird.“

In der heutigen Zeit, wo die Weichen für die Zukunft gestellt werden, sind Veranstaltungen wie das Tiroler Berufs-Festival unerlässlich. Sie bieten nicht nur Orientierung, sondern auch die Möglichkeit, die eigenen Talente zu entdecken und vielleicht den ersten Schritt in eine vielversprechende Karriere zu setzen. Und wer weiß, vielleicht haben wir in ein paar Jahren die nächsten erfolgreichen Fachkräfte aus Imst – wir drücken die Daumen!