Augenblicke der Innovation: Wie 3D-Druck die medizinische Ausbildung revolutioniert
In Innsbruck-Stadt gibt es einen Tüftler, der mit seinen innovativen Ideen die Welt der medizinischen Ausbildung revolutioniert. David Ortner ist der Geschäftsführer von eyecre.at, einem Unternehmen, das sich auf die Herstellung von künstlichen Augen spezialisiert hat. Diese Augen sind nicht nur für die chirurgische Ausbildung gedacht, sie verhalten sich auch wie echte menschliche Augen und fühlen sich unglaublich realistisch an. Eine geniale Erfindung, die aus der Notwendigkeit geboren wurde, denn frische Schweineaugen für Schulungen von Augenärzt:innen waren einfach nicht praktikabel. Warum? Nun, die logistischen Herausforderungen waren nicht gerade gering. Und so kam Ortner auf die Idee, künstliche Augen zu entwickeln, um diese Probleme zu umgehen.
Eine spannende Partnerschaft geht eyecre.at mit der Firma Addion GmbH ein, um Trainingsmodelle von Augen und anderen anatomischen Strukturen mittels modernster 3D-Drucktechnologie herzustellen. Aktuell arbeitet Ortner an einem Modell einer Halsschlagader, das in Kooperation mit einem Spin-off der Medizinischen Universität Innsbruck entwickelt wird. Hierbei ist die enge Zusammenarbeit mit Anatomie-Experten unerlässlich, um die realistischen Eigenschaften der Modelle zu garantieren. In den letzten Jahren hat eyecre.at bereits rund 400 Produkte entwickelt und verkauft diese weltweit an Ärzt:innen, Universitäten und Medizintechnikfirmen.
Die Zukunft des 3D-Drucks in der Medizin
Der 3D-Druck hat nicht nur bei eyecre.at Einzug gehalten. Auch die Cuttlefish:Eye® Augenprothesen stehen in den Startlöchern, um die manuelle Herstellung individueller Prothesen hinter sich zu lassen. Diese Technologie, die am Fraunhofer IGD entwickelt wurde, revolutioniert die Prothesenproduktion. Rund 8 Millionen Menschen weltweit benötigen ein künstliches Auge. Bisherige Herstellungsmethoden waren oft invasiv und konnten Monate in Anspruch nehmen. Das 3D-Druckverfahren hingegen erfordert nur einen kurzen Scan der Augenhöhle und verkürzt die Wartezeit erheblich. So konnten bereits Ende 2021 die ersten Patienten mit 3D-gedruckten Augäpfeln versorgt werden!
Ein weiterer großer Vorteil dieser digitalen Augenprothesen ist die Möglichkeit, sie mithilfe von Algorithmen so zu gestalten, dass sie unglaublich realistisch aussehen. Prof. Mandeep Sagoo hebt das Potenzial der digitalen Augen hervor, um Wartelisten zu verkürzen und den Patienten eine schnellere Behandlung zu ermöglichen. Wer sich einmal mit den traditionellen Methoden beschäftigt hat, weiß, wie umständlich und schmerzhaft diese oft sein können. Hier könnte der 3D-Druck wirklich die Lösung sein!
Innovationen im Gesundheitswesen
Die Entwicklungen im Bereich der additiven Fertigung sind nicht zu unterschätzen. Hohe klinische Anforderungen und strenge regulatorische Vorgaben prägen die Entwicklung von Implantaten und chirurgischen Lösungen. Die Präzision und Zuverlässigkeit von 3D-gedruckten Produkten sind entscheidend. Und genau hier kommt die Erfahrung von EOS ins Spiel, die über 20 Jahre in der Medizintechnik tätig sind. Sie bieten die nötige Unterstützung von der Konzeptentwicklung bis zur zertifizierten Serienfertigung. Ihre Metall- und Polymertechnologien garantieren eine normkonforme Qualität in großem Maßstab.
Ein Beispiel für diese Fortschritte sind die Werkstoffe wie Ti64 ELI, CoCr und PA2200, die hohe Standards in Bezug auf Biokompatibilität erfüllen. Sie ermöglichen komplexe Geometrien und funktionale Oberflächen, die mit traditionellen Verfahren oft nicht realisierbar sind. Das eröffnet neue Horizonte für die Medizin und könnte bald dazu führen, dass Patienten individuelle Implantate erhalten, die perfekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind.
David Ortner ist mit seinem Unternehmen auf einem vielversprechenden Weg. Die Freude an der Produktentwicklung, die Menschen hilft, treibt ihn an, und der Lid Summit zeigt, dass das Interesse an seinen Modellen wächst. Trotz aller Herausforderungen hat er nie ans Aufgeben gedacht. Das Handwerk und die Ausbildung von Lehrlingen liegen ihm am Herzen, und er engagiert sich aktiv in der Fachgruppe Gewerbliche Dienstleister der Wirtschaftskammer. In dieser dynamischen Welt, in der Innovationen im Gesundheitswesen schneller als je zuvor voranschreiten, bleibt abzuwarten, welche neuen Möglichkeiten sich in naher Zukunft eröffnen werden.
